Dienstag, 23. März 2021

Über gute Hirte.

 Viele haben sehr schmerzvollen geistlichen Missbrauch erlebt, und ich bin selbst dadurch traumatisiert worden.

Wir sind mit vielen tragischen Geschichten vertraut. Wir sehen in den Tagesnachrichten, wie Prediger Frauen und Kinder missbrauchen. Wir können anfangen, Pastoren und Priester als Feinde zu betrachten, aber das wäre nicht gerecht.

Wer ist nie von seinen Eltern nie missverstanden und verletzt worden? Vielleicht manche schon. Aber stell dir vor, eine Welt ohne Eltern, eine Welt ohne Mutterliebe.

Es gibt Pastoren, die Wegweiser für tief verletzte Menschen sind, Prediger, die Gottes Liebe weitergeben und ruinierte Menschen wieder aufrichten.

Dietrich Bonhoeffer war nicht nur ein großer Theologe, sondern auch ein treuer Pfarrer. Er war ein guter Hirte in Deutschland in der Nazizeit. Er war nicht nur der Leiter, sondern auch ein Vorbild für die treuen Christen in der Landeskirche.

Vor dem Ende des Kriegs opferte er sein Leben. Er wurde von den Nazis hingerichtet. Er war ein heldenhafter Pfarrer und er war keineswegs der einzige.

In 1941 in Auschwitz gelang einem Gefangenen die Flucht. Als Vergeltung sollten zehn Häftlinge hungern. Einer der zehn jammerte laut, wegen seiner Frau und Kinder.

Der Priester Maximilian Kolbe war auch dabei. Er meldete sich, für den traumatisierten Vater freiwillig in den Tod zu gehen. 

Er verbrachte drei Wochen mit den anderen neun Opfer in dem Todesbunker, wo er die anderen mit Glaube und Liebe tröstete. Der war ein wahrer Hirte.

Unzählige Prediger haben in Gefängnissen freiwillig gelitten, nicht nur in Nazideutschland, sondern in  kommunistischen und islamischen Ländern.

Als junger Mann war ich deprimiert und brauchte einen Therapeuten. Als neu bekehrter Christ brauchte ich auch einen guten Pastor. Leider waren meine ersten Pastoren sehr gesetzlich, manipulativ und autoritär. Statt Verständnis und Mitgefühl habe ich geistlichen Missbrauch erlebt.

Ich wurde abgelehnt und ausgestoßen und ich brach zusammen. Aber ich bin nicht unten geblieben. Ich danke Gott für gute Pastoren, die mir später geholfen haben.

Mein Vater war Psychiater. Er wurde erst mit 88 Jahren gläubig, aber er war ein guter Arzt. Ich habe Christen kennengelernt, die für seine Betreuung sehr dankbar waren.

Ich habe auch schrecklichen Missbrauch in psychiatrischen Kliniken gesehen. Ich will gute Psychiatrie niemals wegen schlechter Psychiatrie verwerfen.

Ich will auch gute Pastoren wegen schlechter oder sogar grausamer Pastoren nie missachten.


Ich war oft mit Pastoren enttäuscht und manchmal schwer verletzt, aber ich wäre ohne gute Pastoren nie dazu gekommen, wo ich jetzt bin.

Pastoren sind halt Menschen. So viele sind von Eltern verletzt worden, aber stell dir vor, wie wir ohne Eltern leben könnten.

In der Bibel ist Jesus der Gute Hirte.

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Johannes 10,11 SLT

Er ist unser Vorbild, egal ob wir Väter, Mütter, Pastoren oder Arbeitgeber sind.

Ich danke Gott für gute Väter und Mütter, gute Lehrer und Therapeuten, für gute Ärzte und Pfleger, für gute Pastoren und Prediger.