Ich kannte einmal einen hingegebenen Pfingstprediger. Er war ein sehr guter, aufrichtiger Christ und hatte wunderbare Gaben für den Dienst. Ich sah, wie er für einen kleinen Jungen betete, der taub geboren worden war. Drei Monate später wurde das Gehör des kleinen Jungen getestet, und seine Behinderung war verschwunden.
Er war ein konservativer Pfingstler, der jeden Anschein des Bösen mied. Er ging nicht ins Kino, selbst um einen guten Film zu sehen. Jemand könnte ihn sehen und durch das Anschauen eines schlechten Films zur Sünde verleitet werden.
Einmal wurde er zu einer Familienhochzeit eingeladen, bei der die meisten Gäste keine strengen Christen waren. Die Leute tranken Alkohol. Seine Frau war beunruhigt und empört, dass ihr frommer Ehemann gezwungen war, sich unter solche weltlichen Menschen zu mischen.
Ich war verblüfft. Ich hatte in der Bibel gelesen, dass Jesus mit Sündern aß und trank. Er mied den Kontakt zu Frauen nicht, nicht einmal zu Prostituierten. Das brachte mich dazu, über unterschiedliche Konzepte christlicher Heiligkeit nachzudenken.
Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagen sie: Siehe, was ist dieser Mensch für ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden aus ihren Werken. Mt 11,19 LU84
Eines Nachts fuhr ich mit dem Auto, als ich eine große, schlanke junge Frau an einer Bushaltestelle sah. Sie trug ein eng anliegendes Kleid und sah nicht besonders anständig aus.
Ich verspürte den starken Drang, anzuhalten und ihr eine Mitfahrgelegenheit anzubieten. Könnte das die Führung des Geistes Gottes sein? Sicherlich nicht!
Also hielt ich an und betete. Ich war mir sicher, dass es die Führung Gottes war, also kehrte ich um und bot ihr eine Mitfahrgelegenheit an. Sie war stark unter Drogen und sprach sehr offen mit mir. Tatsächlich war sie in Wirklichkeit ein Mann, der auf dem Weg zu einem öffentlichen Park war, um sich in einer öffentlichen Toilette zu prostituieren.
Ich erzählte ihm vom Evangelium Jesu, aber er sagte, er könne seinen unangenehmen Nachtjob nicht aufgeben, weil er seinem Drogendealer viel Geld schuldete. Er erzählte mir, wo er tagsüber arbeitete, also ging ich zu ihm, um ihm eine Bibel zu geben.
Ich begleitete ihn zur Bushaltestelle und er küsste mich auf den Hals. Das war mir sehr peinlich, aber ich wusste, dass Jesus die Menschen genauso liebte. Jesus setzte sich Scham und Skandal aus, um Menschen mit zerbrochenen Leben zu retten.
Der Menschensohn ist nämlich gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten.« Lk 19,10 NLB
Samstag, 30. August 2025
Jesus. Freundlich mit Sündern
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