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Donnerstag, 27. April 2023

Tugend und Recht

 Das Wort „Gerechtigkeit“ kann man nicht genau ins Englische übersetzen. „Righteousness“ betont Tugend und Integrität. „Justice“ bezieht sich auf Recht, Justiz und Fairness.

Die entsprechenden hebräischen und griechischen Wörter in der Bibel bedeuten genau dasselbe wie Gerechtigkeit im Deutschen. Auch im Niederländischen, Französischen, Spanischen und Italienischen gibt es exakte Entsprechungen, aber nicht im Englischen.

Nicht nur in England und Amerika, aber auch in Europa, gibt es manche Christen, die auf moralische Tugend fokussieren und andere, die auf Recht und Fairness konzentrieren.

Für viele konservativen Christen sind Homo-Ehe und Sex zwischen Singles die große Schande.

Für progressive Christen sind Obdachlosigkeit und Rassismus wichtigere Themen.

Es gibt Christen, die Nachfolger von Billy Graham sind, und andere, die Martin Luther King als den großen Glaubenshelden bewundern.

Aber Jesus war und ist das vollständige Vorbild für alle Aspekte der Gerechtigkeit.

Was sagte Jesus darüber?

Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Mt 5,5–6 LUT84

Wenn wir in Kirche und Gesellschaft für biblische Tugenden und Gottes Gesetze eintreten, müssen wir mit Sanftmut handeln. Selbstgerechtigkeit kommt nicht infrage.

Wenn wir über sexuelle Sünden sprechen, dürfen wir nicht die Opfer des Missbrauchs verurteilen, sondern müssen die Täter zur Rechenschaft ziehen, auch wenn es sich um Prominente oder Priester handelt.

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Mt 5,7 LUT84

Glücklich ist, wer sich um den Hilflosen kümmert. Wenn er eines Tages selbst ins Unglück stürzt, wird der HERR ihn retten.
Ps 41,2 BB

Als Jesus seine Mission proklamierte, hat er eine Passage von dem Propheten Jesaja vorgelesen.

Der Geist Gottes, des HERRN, ruht auf mir, denn der HERR hat mich gesalbt, um den Armen eine gute Botschaft zu verkünden. 

Er hat mich gesandt, um die zu heilen, die ein gebrochenes Herz haben, und zu verkündigen, dass die Gefangenen freigelassen und die Gefesselten befreit werden. Jes 61,1 NLB

Montag, 14. März 2022

Tugend ohne Liebe ist kalt und grausam

Gott hat so ein Herz für Dich.

Er hat dich geschaffen. Gott liebt Dich als Seinen Sohn oder Seine Tochter. 

Aber warum erleben wir seine väterliche Liebe oft nicht?

Vielleicht bist du ein Pflichtmensch, der immer das Richtige tun will.

Es gibt Menschen, die ohne Gott tugendhaft leben wollen. Die Tugend ist gut und alles, was gut ist, kommt von Gott.

Aber Gott ist Liebe.

Tugend ohne Gottes Liebe ist kalt. Ein Pflichtmensch ohne Gott ist wie ein tugendhaftes Waisenkind, so ein erbärmliches Wesen.

Auch Gott ist total tugendhaft, aber Gottes Tugend kommt von einem Herz, dass mit Liebe brennt.
Tugend ohne Liebe ist eine pervertierte Tugend. Lieblose Tugend kann auch sehr grausam sein.

Eine Frau verließ ihren Mann, weil er sie und die gemeinsamen Kinder immer wieder missbrauchte. Sie hat ihren Mann bei den Behörden wegen seiner Verbrechen angezeigt und suchte Hilfe bei ihrer Gemeinde.

Die Pastoren zitierten einige Bibelverse und wollten sie verpflichten, wieder mit ihrem Mann zusammenzuleben, sich seinen Misshandlungen zu unterwerfen und ihre Anzeige bei den weltlichen Behörden zurückzuziehen.

Sie lehnte diese religiösen Anweisungen ab. Der sadistische Ehemann landete im Knast, aber der Hauptpastor verurteilte die Frau von der Kanzel aus als rebellische Frau.


Tugend ohne Liebe kann auf diese Weise zu brutaler Gesetzlichkeit führen. Es gibt auch schreckliche Pharisäer, die Jesus predigen.

Der Apostel Paulus vor seiner Bekehrung zu Jesus war der Pflichtmensch schlechthin. Seine göttliche Hingabe war extrem. Er wollte dem Gott der Bibel in allem gehorchen, aber für ihn war Pflicht und Tugend wichtiger als Gottes Liebe.

Er war zwar mit Bibeltexten über Gottes Liebe und Barmherzigkeit vertraut, aber sein religiöser Eifer machte sein Herz kalt und stolz.

Viele Jahre nach seiner Bekehrung schrieb Paulus:

Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin. 1. Tim 1,15 ELB

Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe.
1. Kor 15,9 EIN

Warum verfolgte er die Kirche? Weil seine eigene Tugend für ihn wie ein falscher Gott war.
Eine streng religiöse Mentalität kann uns für Gottes Wahrheit und Liebe blind machen.

Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Römer 10,3 ELB

Manche suchen sich zu beruhigen, indem sie denken, diese Warnung nur auf Juden, Moslems oder vielleicht Katholiken zutrifft.

Aber wir alle können auf einem Abweg sein, wenn Gottes Liebe und deine tägliche persönliche Beziehung zu Jesus nicht der Mittelpunkt deines Bewusstseins ist. Auch ganz normale Aspekten des christlichen Lebens können uns von der Liebe Gottes und der persönlichen Jüngerschaft ablenken, wenn wir an etwas zu fest klammern.

Die Lehraussagen deiner Gemeinde oder Konfession können ein Abgott werden, wenn dein Glaubenssystem dein Hauptinteresse wird. Diese Denkart führt oft zu Besserwisserei, Rechthaberei und Streitsucht, statt Demut, Liebe und praktischem Glauben.

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, Spr 3,5 LUT

Unsere Berufung ist nicht alles zu wissen, nicht immer Recht zu haben und nicht durch tugendhafte Strebsamkeit gut zu sein.

Jesus sagte etwas ganz anderes.


Er sagte den religiösen Profis in Israel:

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Joh 5,39-40

Dann sagte Jesus: »Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.
Mt 11,28-29


Diese Einladung ist auch für uns, für dich.

Samstag, 4. September 2021

Niemand Liebt wie Jesus

In der Bibel sehen wir, wie einige sehr streng religiösen Juden darauf bedacht waren, alle Gebote Gottes zu befolgen.

Es ist merkwürdig, dass Jesus grausam verfolgt wurde und seine verbissensten Gegner streng religiöse Männer waren.

Jesus stimmte in gewisser Weise mit diesen religiösen Männern überein, dass wir alle Gottes Gebote befolgen müssen.

Aber Jesus hatte eine ganz andere Auffassung von Gottes Geboten. Für die streng religiösen Menschen konnte man die Sünde ganz vermeiden, wenn man immer eine Liste von Regeln befolgte.

Jesus lehrte, dass man mit dieser Sichtweise keineswegs sündlos sein könnte.

Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr das Äußere des Bechers und der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voller Raub und Unmäßigkeit!

Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch ihr Äußeres rein werde!
Matthäus 23,25–26 SLT


Jesus lehrte, die Wurzel der Sünde sei nicht in äußeren Handlungen, sondern in unserer Seele oder in unserem Herzen.

Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.

Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.

Das ist’s, was den Menschen verunreinigt! Aber mit ungewaschenen Händen essen, das verunreinigt den Menschen nicht.
Matthäus 15,18–20 SLT

Wenn du nicht nur immer nur die Wahrheit sprichst und nie lügst, wenn du immer Gottes Wahrheit verkündest, und immer nur mit Weisheit, Liebe und Mitgefühl, dann bist du gerecht.

Aber wer von seiner eigenen Tugend prahlt und andere Christen kritisch und ohne Mitgefühl kritisiert, dann entlarvt er sich als selbstgerechten Sünder.

Nur Jesus war ohne Sünde und sonst niemand. Er ist unser Vorbild.

Und als er hinausging, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Schwachen.
Mt 14,14  ELB


Wie sollen wir das tiefe Mitgefühl von Jesus verstehen? Im griechischen Urtext ist das Wort ``splagchnisthḗsomai´´.

Was bedeutet das?

Das Leiden der Kranken erregte so ein Mitgefühl in Jesus, dass ihm der Magen umdrehte.

Wenn wir verstehen wollen, was Gottes Gerechtigkeit bedeutet, sollten wir erkennen, dass Gottes Liebe unseren Charakter bestimmen und prägen muss.

Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.
1. Johannes 4,8 LU

Wenn du denkst, du hast keine Sünde, musst du dich fragen, ob du wie Jesus liebst.


Und als er hinausging, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Schwachen. Mt 14,14  ELB

Wie sollen wir das tiefe Mitgefühl von Jesus verstehen? Im griechischen Urtext ist das Wort ``splagchnisthḗsomai´´.

Was bedeutet das?

Das Leiden der Kranken erregte so ein Mitgefühl in Jesus, dass ihm der Magen umdrehte.

Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« .

Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« . Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
Markus 12,29–31 LU


Kein Mensch liebt wie Jesus. Deshalb brauchen wir alle täglich Gottes Gnade und Vergebung.