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Mittwoch, 11. Januar 2023

Verletzten Menschen Helfen

Im Neuen Testament lesen wir von vielen Menschen, die flüchtige Begegnungen mit Jesus hatten. Jesus heilte unzählige kranke und behinderte Menschen, aber als der Heilige Geist am ersten Pfingsttag auf die Jünger fiel, waren es nur 120 Jünger.

Die 120 Jünger verkündeten die frohe Botschaft von Jesus in verschiedenen nie gelernten Sprachen, und 3000 Juden aus verschiedenen Ländern bekehrten sich zu Jesus.

Aber so viele Juden in Israel waren gesegnet, befreit und geheilt worden. Von diesen Juden lesen wir hier kein Wort.

Johannes der Täufer war ein gesalbter Evangelist und ein großer Prophet. Alle in Israel hörten seine Botschaft.

Dann kam Jesus. Alle in Israel sahen seine Wunder oder erlebten selbst Heilung oder Befreiung.

Und ihr wisst auch, dass Gott Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat. Er zog umher, tat Gutes und heilte alle, die vom Teufel bedrängt waren, denn Gott war mit ihm. Apostelgeschichte 10,38 NLB

Was ist mit diesen unzähligen Menschen geschehen?

In Johannes Kapitel 8, wollten grausame Männer eine schuldige Frau wegen Ehebruch steinigen.

Was sagte Jesus?

Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Johannes 8,7 LU

Als sie das hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.

Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?
Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
Johannes 8,9–11 LU

Was ist mit dieser elenden Frau dann geschehen. Wer würde sie als Frau haben? Wer würde sie versorgen? Gab es damals Jobs für alleinstehende Frauen?

Wir wissen nicht, was mit dieser Frau geschah, aber als Christen in unserer Zeit sind wir von ähnlichen Situationen konfrontiert.

Wie können wir Frauen helfen, die aus häuslicher Gewalt, Prostitution, oder religiösem Mobbing aussteigen wollen?

Jesus hat vielen Menschen aus der Macht des Feindes befreit, aber das war für viele nur der erste Schritt in Gottes Prozess, ihr Leben wieder aufzubauen.

Das ist auch heute so. Wenn wir evangelisieren, Wunderheilungen vermitteln oder Opfer aus der Drogensucht, aus Bordellen oder grausamen Ehen befreien, ist unsere Aufgabe noch nicht beendet.

Jesus hat seine Kirche beauftragt, verwundete Schafe zu retten, aber das ist ein Prozess. Neu bekehrte Christen sind im geistlichen Bereich wie Babys. Sie brauchen Fürsorge und Liebe, und das nicht nur für ein paar Monate.

War der Heilungsdienst von Jesus vergebens? Nein. In den ersten Monaten und Jahren nach dem ersten Pfingsttag kamen zig Tausende Juden in Israel zum Glauben.

Sie hörten nicht auf, Gott zu loben, und waren bei den Leuten angesehen. Und jeden Tag fügte der Herr neue Menschen hinzu, die gerettet wurden. Apostelgeschichte 2,47 NLB

Meine Mutter hörte Billy Grahams Predigt als sie 37 Jahre alt war. Sie bekehrte sich erst 39 Jahre späte auf ihrem Sterbebett.

Ich sprach mit einer christlichen Frau in Deutschland, die einst Muslimin war. Sie erzählte, wie Jesus sie in einem Traum heimsuchte. Sie bekehrte sich zu Jesus, aber nicht sofort. Erst acht Jahre später wurde sich gläubig.

Jesus beauftragt uns nicht nur, Menschen zum Glauben zu führen.

Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und

lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.«
Matthäus 28,19–20 NLB

Verletzte Schafe und neu bekehrte Christen brauchen Lehre, aber bitte mit Sanftmut, Liebe und Respekt.

Montag, 19. Dezember 2022

Sünde und Gnade

 Wer an Jesus als seinen Herrn und Retter vertraut, gehört zu Gottes himmlischer Familie

Paulus schildert diese Familie als den Leib Christi. Jesus ist das Haupt und wir sind die Körperteile. Zusammen sind wir ein Leib.

Wir wissen, dass unsere sterblichen Körper nicht immer gesund sind. Wenn Christen sündhaft leben, ist der Leib Christi krank. Zum Beispiel, wenn viele Christen Pornosüchtig werden, ist diese Sucht wie eine Epidemie.

Paulus musste christliche Männer in seinem ersten Korintherbrief zurechtweisen, weil manche Männer auch nach ihrer Bekehrung Prostituierte besuchten.

Wisst ihr denn nicht, dass eure Körper zum Leib von Christus gehören? Darf da ein Mann seinen Körper, der doch Christus gehört, mit dem einer Prostituierten vereinigen? Niemals!

Oder wisst ihr nicht, dass ein Mann, der mit einer Prostituierten verkehrt, mit ihr eins wird? Denn in der Schrift heißt es: »Die beiden werden zu einer Einheit.«

Wer aber dem Herrn gehört, ist ein Geist mit ihm.
1. Korinther 6,15–17 NLB

Es ist merkwürdig, dass Paulus diese Männer nicht mit Exkommunikation bedroht.

Nur ein Mann in der Gemeinde sollte exkommuniziert werden. Der war in einer sexuellen Beziehung mit seiner Stiefmutter, und wollte nicht Buße tun.

Es gibt Gemeinden, wo alles toleriert wird, und andere Gemeinden, wo viele Sünden mit Exkommunikation bestraft werden. Beide sind auf dem Holzweg.

Wo die Sünde nicht ernst genommen ist, werden allerlei Sünden die Gemeinde verderben und Gottes Gnade außer Kraft setzen.

In diesem Brief hat Paulus nichts von Pastoren oder Ältesten geschrieben. Die Gemeinde sollte sich gemeinsam mit der Sünde auseinandersetzen.

Es gibt Gemeinden, wo die Pastoren oder Ältesten wie Diktatoren herrschen. Sie herrschen mit Einschüchterung, Bedrohung und harten Strafen. Paulus hatte keinen Bock auf diese Art Leiterschaft

In seinem zweiten Korintherbrief schrieb Paulus, die Christen sollten sich gegen diese Art Prediger wehren. Sie sollten sich nicht bedingungslos unterwerfen.

Ihr nehmt es hin, wenn sie euch zu ihren Sklaven machen, euch alles wegnehmen, was ihr besitzt, und euch übervorteilen, wenn sie vornehm tun und euch ins Gesicht schlagen. 2. Korinther 11,20 NLB

Wie sollen wir reagieren, wenn jemand in unserer Gemeinde oder christlicher Bekanntschaft sündigt?

Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst! Galater 6,1 SLT

Es gibt gefährliche Situationen, wo wir entschlossen eingreifen müssen. Eine weise Pastorin hat gewarnt, wenn jemand in der Gemeinde Kinder missbraucht, rufe ich ohne weiteres die Polizei.

Andererseits gibt es Gemeinden, wo Zigaretten verboten sind. Christen, die rauchen werden exkommuniziert. Das ist grausam.

Ich habe ein wunderbares Zeugnis von einer jungen Engländerin gehört. Ihre Eltern waren hingegebene Christen, aber sie war als Teenager ein rebellisches Party-Girl

Als ihr Vater am Sterben war, besuchte sie ihre Eltern. Als ihr Vater starb, wurde er mit Gottes Herrlichkeit beleuchtet. Sie war tief beeindruckt und bekehrte sich.

Sie entwickelte eine süße Beziehung mit Jesus, aber sie wurde nicht streng religiös. Sie saß oft im Garten und hielt freundliche Gespräche mit Jesus. Das störte ihre Gemeinschaft mit Jesus keineswegs, wenn sie eine Zigarette rauchte.

Eines Tages sagte Jesus, „Du brauchst diese Zigaretten nicht mehr.“ Sie rauchte nicht mehr.

Wir müssen Sünde ernst nehmen, aber wir müssen Gott vertrauen, seine Kinder zu erziehen und heiligen.