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Montag, 24. April 2023

Seelsorge und Psychiatrie

 Mein Vater war Psychiater, und zwar ein sehr guter. Er besuchte seine Patienten oft abends in der Klinik. Er war nicht nur ein sehr guter Facharzt, sondern auch ein barmherziger Mann. 

Er war kein Christ, aber er respektierte den Glauben seiner christlichen Patienten. Er selbst bekehrte sich erst mit 88 Jahren, als er im Seniorenheim bettlägerig war.

Er betreute allerlei Patienten. Er arbeitete auch in katholischen Kliniken, wo er oft Priester und Nonnen mit psychiatrischen Problemen betreute.

Als Student wohnte ich in einem Studentenheim. Wir waren ziemlich verwöhnt und wir aßen in  einem Speisesaal.

Eines Tages kam eine der Dienstmädchen zu mir. Sie erzählte mir, sie war eine Patientin meines Vaters gewesen.

Sie war eine baptistische Missionarin. Als sie von ihrem Dienst im Ausland heimkehrte, hatte sie einen Nervenzusammenbruch und brauchte psychiatrische Betreuung

Sie wollte mir sagen, wie dankbar sie war, dass mein Vater sie wieder aufgebaut hatte.

Es gibt manche Psychiater, die christlichen Glauben nicht respektieren, und das kann ein Problem sein, aber es gibt auch viele bibelgläubigen Christen, die psychische Krankheit komplett missverstehen.

Jesus ist unser Heiler. Ich glaube, dass Jesus alle unsere Krankheiten heilen kann und heilen will. Ich habe wunderbare Heilungen erlebt. In den letzten Jahren hatte ich eine schreckliche Krebsdiagnose. Gott heilte mich und die Tumoren sind verschwunden.  

Er vergibt dir alle deine Sünden und heilt alle deine Krankheiten. Ps 103,3 NLB

Aber es gibt Christen, die psychische Krankheit nicht als Krankheit verstehen. Sie versuchen in dem Fall einen Dämon auszutreiben.

Ich kenne Christen, die auf diese Weise behandelt wurden. Es hat keineswegs geholfen. Dann werden die Geisteskranken von Unglaube oder Sünde verurteilt. Absoluter Quatsch. Jesus hat schwache Menschen nie so missbraucht.

Ich habe mit einem Christen, der obdachlos, drogensüchtig und gebrochen war, bis er die gute Nachricht von Jesus hörte. Er bekehrte sich und wurde Schritt für Schritt normal. Er behauptete, wir sollen unsere Zeit und unser Geld mit Psychiatrie nicht verschwenden. Die elenden Leute brauchen nur von Jesus zu hören.

Aber ich spreche regelmäßig mit Christen, die in christlichen Familien oder Gemeinden Opfer von Missbrauch waren, und die traumatisiert und klinisch deprimiert oder geisteskrank sind.

Sie glauben an Jesus, aber sie sind Opfer von Missbrauch von anderen Christen. Wenn ich ihnen sagen würde, sie brauchen nur an Jesus zu glauben, stehen sie an der
Grenze der Verzweiflung und denken vielleicht nur an Selbstmord.

Es gibt Christen, die konsequente Gegner von psychiatrischen Medikamenten sind.

Kurz nach meiner Bekehrung wurde ich einer fanatischen christlichen Sekte drangsaliert und exkommuniziert. Ich war am Boden zerstört und ich hatte einen totalen Nervenzusammenbruch.

Ich bin dankbar, dass ich gute psychiatrische Betreuung hatte, gute Ergotherapie in einer Klinik und die notwendigen Tabletten nehmen konnte.

Wurde ich nur durch Psychiatrie gerettet? Nein. Viele Christen haben für mich gebetet und ich habe Gottes wunderbare Heilung erlebt.


Er heilt alle, deren Herz zerrissen ist, und verbindet ihre Wunden.
Ps 147,3 GN

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden

er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, Lk 4,18 SLT


Freitag, 6. August 2021

Gottes Lösung für Schuldkomplexe

Es gibt Christen, die in Scham und Schuld leben. Sie sind immer von ihren Sünden peinlich bewusst. Sie suchen Gottes Gnade, aber als Schuldigen, von Ferne.

Ich stimme Gottes Gesetz aus tiefster Überzeugung und mit Freude zu. 

Dennoch handle ich nach einem anderen Gesetz, das in mir wohnt. Dieses Gesetz kämpft gegen das, was ich innerlich als richtig erkannt habe, und macht mich zu seinem Gefangenen. Es ist das Gesetz der Sünde, das mein Handeln bestimmt. Römer 7,22–23 HfA

Das war die Erfahrung von dem Apostel Paulus. Alle, die Gott lieben, erleben solche inneren Konflikte.

Das fing mit Adam und Eva an.

Da gingen ihnen beiden die Augen auf, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren. Da flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen daraus.

Als sie nun aber die Stimme Gottes, des HERRN, hörten, der sich in der Abendkühle im Garten erging, versteckten sich Adam und seine Frau vor dem Angesicht Gottes mitten unter den Bäumen des Gartens.
Genesis 3,7–8 Bruns


Wir verletzen unser Gewissen und schämen uns für unsere Gedanken oder Handlungen. Wir schämen uns und ziehen uns aus Gottes Gegenwart zurück.

Dann denken wir, wir müssen Buße tun und uns selbst von unserer Sünde und Schuld reinigen, und erst dann dürfen wir Gottes Nähe suchen.

Du schämst dich für deine Wut oder deine sexuellen Gedanken. 

Du bittest Gott um Vergebung und versuchst, die Gefühle und Gedanken aus deinem Bewusstsein zu verbannen, aber es gelingt dir nicht. 

Die Gedanken und Gefühle kommen immer wieder zurück. Du erkennst eine giftige Pflanze in dir und schneidest die Blätter und Blüten ab, aber die Wurzeln sind noch da.

Gott hat dir ein Herz für Gerechtigkeit gegeben. Wenn dieser Hunger nach Gerechtigkeit dich zu Zorn und Bitterkeit führt, kannst du dieses Problem nicht ohne Gottes Gnade lösen. 

Du musst dein Herz öffnen und Gott bitten, dir bei deinen aufgewühlten Gedanken und Gefühlen zu helfen.

Du sollst wegen Ungerechtigkeit entrüstet sein, aber wir müssen auch unsere Feinde trotz ihrer Sünde vergeben und lieben. Du musst auch deine Frau oder deine Kinder lieben, auch wenn sie dich verletzen, oder deinen Chef in der Arbeit.

Wie können wir Ungerechtigkeit hassen, aber die Täter lieben? Nur indem wir Gott einladen, als treuen und liebevollen Therapeuten uns zu helfen.

Viele von uns haben auch Probleme mit sexuellen Gedanken und Gefühlen. 

Wir können von Scham und Schuldgefühlen überwältigt werden, bis wir versuchen, unsere gottgegebene sexuelle Natur völlig zu verdrängen. Aber das funktioniert nicht, denn Gott hat uns als sexuelle Wesen geschaffen.

Viele versuchen, das Problem mit rituellen Bekenntnissen und frommen Vorsätzen zu lösen, aber sie haben keinen Erfolg.
Die Scham und Schuld machen es noch schlimmer.  

Sie erwachen mitten in einem sexuellen Traum und befriedigen sich selbst. Das funktioniert wie ein Sicherheitsventil, aber sie haben von anderen Christen gehört, das sei Sünde, obwohl Selbstbefriedigung in keinem Bibeltext erwähnt ist.

Dann sind sie von Scham überwältigt und sie haben Schiss vor den Flammen der Hölle. Ihre sexuellen Gedanken werden nicht besser, sondern schlimmer, bis sie wirklich sündhaft sind.

Paulus hat eine Lösung für seine Schuldprobleme gefunden.

Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit. So befinde ich mich in einem Zwiespalt: Mit meinem Denken und Sehnen folge ich zwar dem Gesetz Gottes, mit meinen Taten aber dem Gesetz der Sünde.

Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott nicht mehr verurteilt.
Römer 7,25–8,1 HfA


Wenn du in deinem Herzen entschlossen bist, Jesus zu vertrauen und ihm zu folgen, bist du nicht verdammt und nicht verurteilt.

Du kannst zu Gott als deinem freundlichen Therapeuten kommen und ihn bitten, dir zu helfen, mit schwierigen Gedanken und Gefühlen umzugehen.