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Mittwoch, 31. Juli 2024

Frauen in Leiterschaft

 Warum ich nicht mit John MacArthurs Ansicht übereinstimme, dass Frauen in der Kirche nicht lehren oder leiten dürfen:

(Artikel von Bob Edwards. Kopiert mit Erlaubnis)

So beschreibt das griechische Neue Testament den Dienst der Frauen:

Phöbe: διάκονον (Diakon) und προστάτις (Leiterin), Römer 16:1-2
Priszilla: eine der συνεργούς (Mitarbeiterin) des Paulus, Römer 16:3; ἐξέθεντο (erklären, auslegen) "den Weg Gottes genauer", an einen Mann, Apg 18:26.
Junia: ἐπίσημοι ἐν τοῖς ἀποστόλοις (hervorragend unter den Aposteln), Römer 16:7
Mein Verständnis, warum 1. Timotheus 2:12 und 1. Korinther 14:34-35 Frauen nicht verbieten, in der Gemeinde zu lehren, zu leiten oder zu sprechen:

1. Timotheus 2,12 ist kein Verbot gegen "alle" Frauen, die in der Gemeinde von Ephesus lehren oder leiten.

Priszilla lehrte einen Mann in Ephesus den Weg Gottes, um genau zu sein.  Der Kontext des Verses steht in einem Brief gegen "falsche Lehren" (1. Timotheus 1,3), "gottlose Mythen" (1. Timotheus 4,7), "widersprüchliche Vorstellungen von dem, was man fälschlicherweise Wissen nennt" (1. Timotheus 6,20).  Eine Frau, die sich *mit falscher Lehre* beschäftigt, sollte lernen, bevor sie lehrt.

Ich glaube nicht, dass 1. Korinther 14,34-35 ein Befehl von Paulus war, der Frauen sagte, sie müssten in der Kirche schweigen; ich glaube auch nicht, dass Paulus sagte, es sei "schändlich" für Frauen, in der Kirche gehört zu werden.  Das mündliche rabbinische Gesetz der damaligen Zeit besagte diese Dinge:

"Die Stimme einer Frau ist verboten, weil sie sexuell aufreizend ist" (Talmud, Berachot 24a).  
"Es ist eine Schande für eine Frau, ihre Stimme unter Männern hören zu lassen" (Talmud, Traktat Kidduschin).

Ich glaube, dass Paulus' Antwort auf das mündliche Gesetz in 1 Korinther 14:36-39 zu finden ist:

"Was? Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen oder ist es nur zu euch gekommen? ... Darum, meine Brüder und Schwestern, seid eifrig am Prophezeien und verbietet nicht das Reden in Zungen."

Mit anderen Worten: Die mündliche Überlieferung sollte nicht dazu benutzt werden, Frauen daran zu hindern, ihre geistlichen Gaben in der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen; jeder muss einfach seine Gaben in geordneter Weise zum Ausdruck bringen (siehe Vers 40).

Die Ämter werden nicht nach dem Geschlecht vergeben. Sie werden nach der geistlichen Begabung vergeben:

Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen: Es sei Weissagung, in der Entsprechung zum Glauben;

es sei Dienst, im Dienen; es sei, der lehrt, in der Lehre;

es sei, der ermahnt, in der Ermahnung; der abgibt, in Einfalt; der vorsteht, mit Fleiß; der Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.
Röm 12,6–8 ELB 2006

„... der vorsteht, mit Fleiß..“

Das griechische Wort, das die Gabe der Leiterschaft (vorsteht) beschreibt, ist προϊστάμενος; es ist das verwandte Verb von προστάτις, dem Wort, das zur Beschreibung der Führungsrolle von Phöbe in Römer 16,2 verwendet wird.

"Da ist weder Jude noch Heide, weder Sklave noch Freier, noch Mann und Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus"
(Galater 3,28).  

Paulus hat das wirklich geglaubt.  Als Petrus in Galater 2,11-14 die Heidenchristen anders behandelte als die Judenchristen (indem er sich weigerte, mit ihnen zu essen), wies Paulus ihn zurecht.  Wie in 1. Korinther 14 erklärt Paulus, dass es falsch ist, "Heiden zu zwingen, jüdischen Bräuchen zu folgen" (Gal 2,14).

Wenn John MacArthur Frauen sagt, dass sie in der Gemeinde nicht lehren oder leiten dürfen, handelt er meiner Meinung nach wie Petrus in Galater 2, er setzt das Wort Gottes außer Kraft, indem er an der menschlichen Tradition festhält (siehe die Bemerkungen Jesu zu den religiösen Führern seiner Zeit in Markus 7,13

Samstag, 29. Juni 2024

Wir brauchen Auszeit.

 Vor einigen Jahren war ich Vollgas im christlichen Dienst, aber ich fühlte mich schuldig. Ich ging dreimal in der Woche in die Kirche, aber meinen alten Vater besuchte ich nur einmal im Monat.

Für viele Christen sind die Feiertage und Versammlungen zu einer anstrengenden Beschäftigung geworden. Man kann den Sabbat streng einhalten, aber niemals entspannen.

Für manche Christen ist Entspannung eine Sünde. Sie müssen sich immer bemühen, etwas Gutes und Notwendiges zu tun, sich immer anstrengen. Nichts zu tun, wäre Müßiggang. Ausschlafen heißt faul sein.

Aber wenn man überfordert, traumatisiert oder gar erschöpft ist, braucht man eine echte Auszeit.

Sonst könnte man im Krankenhaus landen. Manche halten das für eine große Schande, aber diese Scham ist nicht angebracht.

Wenn du Hilfe und Ruhe brauchst, brauchst du Hilfe und Ruhe.
Aber sollten wir nicht nur von Gott erwarten, dass er uns hilft?

Sicher, aber wenn unsere falsche christliche Einstellung uns nur ständig in Pflicht und Anstrengung verwickelt hat und wenn wir in der Kirche wenig Unterstützung oder Verständnis finden, dann stellt Gott uns andere Ressourcen zur Verfügung.

Es gibt Christen, die von ungläubigen Therapeuten in die Irre geführt werden, aber es gibt auch Christen, die in der Psychiatrie mehr Verständnis und Hilfe finden als in der Kirche.

Ich danke Gott für gute Kirchen, gute Seelsorger und für wundersame Heilungen!

Aber ich danke Gott auch für gute Kliniken, gute Ärzte und gute Betreuung.  

Für alles ist eine bestimmte Zeit; und es ist eine Zeit für jedes Anliegen unter den Himmeln: Koh 3,1 BidF

Arbeit, Gebet, Studium, praktische Nächstenliebe: Alles hat seine Zeit, aber es gibt auch eine Zeit, in der Nichtstun und Nachdenken wichtig sind.

Bei Gott allein findet meine Seele Ruhe, von ihm kommt meine Hilfe. Ps 62,2 NGÜ NT+PS