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Mittwoch, 31. Juli 2024

Frauen in Leiterschaft

 Warum ich nicht mit John MacArthurs Ansicht übereinstimme, dass Frauen in der Kirche nicht lehren oder leiten dürfen:

(Artikel von Bob Edwards. Kopiert mit Erlaubnis)

So beschreibt das griechische Neue Testament den Dienst der Frauen:

Phöbe: διάκονον (Diakon) und προστάτις (Leiterin), Römer 16:1-2
Priszilla: eine der συνεργούς (Mitarbeiterin) des Paulus, Römer 16:3; ἐξέθεντο (erklären, auslegen) "den Weg Gottes genauer", an einen Mann, Apg 18:26.
Junia: ἐπίσημοι ἐν τοῖς ἀποστόλοις (hervorragend unter den Aposteln), Römer 16:7
Mein Verständnis, warum 1. Timotheus 2:12 und 1. Korinther 14:34-35 Frauen nicht verbieten, in der Gemeinde zu lehren, zu leiten oder zu sprechen:

1. Timotheus 2,12 ist kein Verbot gegen "alle" Frauen, die in der Gemeinde von Ephesus lehren oder leiten.

Priszilla lehrte einen Mann in Ephesus den Weg Gottes, um genau zu sein.  Der Kontext des Verses steht in einem Brief gegen "falsche Lehren" (1. Timotheus 1,3), "gottlose Mythen" (1. Timotheus 4,7), "widersprüchliche Vorstellungen von dem, was man fälschlicherweise Wissen nennt" (1. Timotheus 6,20).  Eine Frau, die sich *mit falscher Lehre* beschäftigt, sollte lernen, bevor sie lehrt.

Ich glaube nicht, dass 1. Korinther 14,34-35 ein Befehl von Paulus war, der Frauen sagte, sie müssten in der Kirche schweigen; ich glaube auch nicht, dass Paulus sagte, es sei "schändlich" für Frauen, in der Kirche gehört zu werden.  Das mündliche rabbinische Gesetz der damaligen Zeit besagte diese Dinge:

"Die Stimme einer Frau ist verboten, weil sie sexuell aufreizend ist" (Talmud, Berachot 24a).  
"Es ist eine Schande für eine Frau, ihre Stimme unter Männern hören zu lassen" (Talmud, Traktat Kidduschin).

Ich glaube, dass Paulus' Antwort auf das mündliche Gesetz in 1 Korinther 14:36-39 zu finden ist:

"Was? Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen oder ist es nur zu euch gekommen? ... Darum, meine Brüder und Schwestern, seid eifrig am Prophezeien und verbietet nicht das Reden in Zungen."

Mit anderen Worten: Die mündliche Überlieferung sollte nicht dazu benutzt werden, Frauen daran zu hindern, ihre geistlichen Gaben in der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen; jeder muss einfach seine Gaben in geordneter Weise zum Ausdruck bringen (siehe Vers 40).

Die Ämter werden nicht nach dem Geschlecht vergeben. Sie werden nach der geistlichen Begabung vergeben:

Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen: Es sei Weissagung, in der Entsprechung zum Glauben;

es sei Dienst, im Dienen; es sei, der lehrt, in der Lehre;

es sei, der ermahnt, in der Ermahnung; der abgibt, in Einfalt; der vorsteht, mit Fleiß; der Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.
Röm 12,6–8 ELB 2006

„... der vorsteht, mit Fleiß..“

Das griechische Wort, das die Gabe der Leiterschaft (vorsteht) beschreibt, ist προϊστάμενος; es ist das verwandte Verb von προστάτις, dem Wort, das zur Beschreibung der Führungsrolle von Phöbe in Römer 16,2 verwendet wird.

"Da ist weder Jude noch Heide, weder Sklave noch Freier, noch Mann und Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus"
(Galater 3,28).  

Paulus hat das wirklich geglaubt.  Als Petrus in Galater 2,11-14 die Heidenchristen anders behandelte als die Judenchristen (indem er sich weigerte, mit ihnen zu essen), wies Paulus ihn zurecht.  Wie in 1. Korinther 14 erklärt Paulus, dass es falsch ist, "Heiden zu zwingen, jüdischen Bräuchen zu folgen" (Gal 2,14).

Wenn John MacArthur Frauen sagt, dass sie in der Gemeinde nicht lehren oder leiten dürfen, handelt er meiner Meinung nach wie Petrus in Galater 2, er setzt das Wort Gottes außer Kraft, indem er an der menschlichen Tradition festhält (siehe die Bemerkungen Jesu zu den religiösen Führern seiner Zeit in Markus 7,13

Mittwoch, 15. Mai 2024

Was ist deine Berufung?

Wenn ich die Apostelgeschichte und die Briefe im Neuen Testament lese, sehe ich viel darüber, was die Gläubigen taten und wozu sie berufen waren.

Wenn ich dagegen über prominente Führungskräfte oder Missionare lese, sehe ich sehr oft keinen Hinweis darauf, welchen Titel eine bestimmte Person hatte oder welchen Rang oder welche Position sie innehatte.

Wenn ich mir die Kirchen von heute anschaue, sehe ich, dass sehr viel Wert auf Titel, Ämter, Positionen und Grade der Autorität gelegt wird.

Eine Kirche sagt, der Pastor sei die oberste Autorität und der letzte Entscheidungsträger. Der Pastor ernennt auch die Ältesten.

Eine andere Kirche wird von Ältesten geleitet, und die Ältesten stellen den Pastor ein oder entlassen ihn.

Beide Kirchen behaupten, eine Regierung zu haben, die auf dem Neuen Testament basiert. Wer hat recht?

Das NT ist sehr ungenau, was Ämter und Systeme der Gemeindeleitung angeht. Einige der prominentesten Geistlichen im NT werden namentlich genannt, aber weder Lukas noch Paulus sagen uns, welche Titel oder Ämter sie innehatten.

Einige Beispiele: Silas, Epaphras, Markus, Lukas.

Paulus nennt oft sowohl Männer als auch Frauen beim Namen und sagt uns, dass sie Mitarbeiter im Werk des Evangeliums waren, aber das sagt uns nicht, welchen Amtstitel sie innehatten, wenn überhaupt.

Grüßt Priska und Aquila, die meine Mitarbeiter im Dienst für Christus Jesus gewesen sind.
Sie haben sogar ihr Leben für mich aufs Spiel gesetzt. Und nicht nur ich bin ihnen dankbar, sondern auch alle Gemeinden.
Röm 16,3–4 NLB

Es ist klar, dass beide sehr bedeutende Diener des Evangeliums waren und einen sehr fruchtbaren Dienst in vielen Gemeinden an verschiedenen Orten leisteten. Sie werden beide 6 Mal namentlich erwähnt. Kein anderes Paar im Neuen Testament wird wiederholt genannt.

Inzwischen war ein Jude mit Namen Apollos aus dem ägyptischen Alexandrien in Ephesus aufgetaucht, ein äußerst redegewandter Mann, der sich gut in der Schrift auskannte.

Er war im christlichen Glauben unterwiesen worden und erzählte den Menschen mit großer Begeisterung von Jesus. Allerdings kannte er nur die Taufe des Johannes.

Als Priszilla und Aquila ihn so furchtlos in der Synagoge predigen hörten, nahmen sie ihn beiseite und erklärten ihm den Weg Gottes genauer.
Apg 18,24–26 NLB


Welche Amtstitel oder Ämter hatten dieser Mann und diese Frau? Weder Lukas, noch Paulus, noch der Heilige Geist hielten es für wichtig, uns das zu sagen.

Als Paulus seine Briefe an die Gemeinde in Korinth schrieb, richtete er seine Briefe an die Gläubigen, nicht an die Pastoren, nicht an die Ältesten.

Wir haben das alles falsch verstanden. Wir konzentrieren uns auf Titel, Ämter, kirchliche Regierungsstrukturen, Hierarchien ...

Sind wir biblisch korrekt? Ganz und gar nicht. Wir brauchen organisatorische Strukturen, aber gute Theologie wird nicht nur durch eine Liste von Lehraussagen bestimmt, sondern durch unsere Prioritäten und das, was wir betonen.

In der jüdischen Religion zur Zeit Jesu hatte nur das Zeugnis von Männern Rechtskraft, aber Gott wählte Maria Magdalena als erste offizielle Zeugin für die Auferstehung Jesu.

Welchen dienstlichen Rang oder Titel hatte Maria Magdalena, wenn überhaupt? Gott hielt es nicht für wichtig, uns das zu sagen.

Wenn du gläubig bist, ob männlich oder weiblich, bist du dazu berufen, etwas zu tun, nicht jemand zu sein.

Aber bitte missverstehe mich nicht! Du bist ein Jemand, weil du ein Sohn oder eine Tochter Gottes bist, aber dein Amtstitel darf deine Identität nicht bestimmen. Und wenn du kein Amt hast, soll das dich von deiner Mission nicht ausschließen. 

Dienstag, 20. Dezember 2022

Bitte kein Mobbing unter Christen

 Vor zwei Jahren brauchte ich dringend eine Operation, um eine blockierte Halsschlagader zu entstauen. Es ging um Leben und Tod.

Es gibt Gesundheitsfreaks, die keinen Bock auf Medikamente oder Operationen haben. Manche gedeihen mit einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Entspannung und körperlicher Bewegung. 

Dennoch werden auch gesunde Menschen manchmal von lebensbedrohlichen Krankheiten befallen. 

Man braucht keine OP bis man eine OP braucht.

Aber stell dir vor, du hast einen Hausarzt, der für jedes Problem eine Lösung hat, eine Operation? 

Viele seiner Patienten würden sterben.

Einst war ich in einer Gemeinde, wo fast jede Predigt eine bedrohliche Ermahnung war. 

Wer Probleme hatte, sollte intensive Seelsorge mit zwei Pastoren bekommen. Man musste unbedingt die Anweisungen dieser Pastoren gehorchen.

Wer eine andere Meinung als der Pastor äußerte, wurde exkommuniziert. Die Pastoren haben sich selbst als heilige Männer Gottes dargestellt. Was sie sagten, war angeblich von Gott selbst.

Wir brauchen manchmal einen Chirurgen. Wir brauchen auch manchmal Evangelisten und Gastprediger, die von Heiligkeit und Gehorsam scharf reden. Wenn viele Christen in Pornosucht verstrickt sind, braucht man manchmal eine Warnung.

Das Wort Pastor bedeutet Hirte. Aber Pastoren und Ältesten müssen wie gute Hausärzte sein, die ermutigen und helfen. Ein guter Hirte bestraft seine Schafe nicht mit harten Schlägen.

Ein Prediger oder Leiter, der mit Einschüchterung herrscht, hat kein Recht, Autorität auszuüben.

Paulus gründete die Kirche in Korinth, aber später tauchten selbsternannte Prediger auf, die auf autoritäre Weise herrschten. Paulus sagte, dass man solchen Predigern nicht gehorchen soll.

Ihr ertragt es ja, wenn jemand euch versklavt, wenn jemand euch aufzehrt, wenn jemand euch einfängt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch ins Gesicht schlägt. 2. Korinther 11,20 SLT

Sollen wir dann alle Autorität und alle Leiterschaft verachten, wie manche eigensinnigen Christen?

Paulus lehrte gegenseitige Unterordnung.

Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus. Epheser 5,21 HfA

Christen sollen Pastoren respektieren und ernst nehmen, aber Pastoren müssen auch alle Christen respektieren und ernst nehmen.

Was sagte Jesus dazu?

Lasst euch niemals ›Rabbi‹ nennen. Ihr habt nur einen Meister, und ihr alle seid gleich, wie Brüder und Schwestern.

Und bezeichnet niemanden hier auf der Erde als ›Vater‹, denn nur Gott im Himmel ist euer geistlicher Vater.

Lasst euch auch nicht ›Lehrer‹ nennen, denn es gibt nur einen Lehrer, und das ist der Christus. 

Der Größte unter euch muss den anderen dienen. Matthäus 23,8–11 NLB

Gemeinden werden oft von arroganter Leiterschaft verdorben, aber Streit, Rebellion und Eigensinn sind keine Lösung. Wenn Leiter mit Einschüchterung und Mobbing herrschen, darfst du dich  entfernen. Geh einfach, wenn du kannst.

Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?
Matthäus 7,15–16 SLT

Jesus warnt nicht nur gegen Ketzer mit unbiblischen Lehrsätzen, sondern auch gegen Prediger, die ohne Liebe und Demut herrschen, auch wenn ihre Lehre korrekt ist.

Christliche Gemeinschaften brauchen Ordnung und Respekt, aber wo es Mobbing und Streit gibt, wird der Leib Christi wie ein kranker Mensch mit einer Autoimmunkrankheit. Der Leib verzehrt sich selbst.

Freitag, 1. April 2022

Dienst mit Demut und Glaube

Jesus diente wie ein König und regierte wie ein Diener. Er ist unser Vorbild.
Wer herrscht wie ein Promi, folgt Jesus nicht nach.


Da rief Jesus sie zusammen und sagte: »Ihr habt erfahren, dass in dieser Welt die Könige Tyrannen sind und die Herrschenden die Menschen oft ungerecht behandeln. 

Bei euch sollte es anders sein. Wer euch anführen will, der soll euch dienen… Markus 10,42–43 NLB

Wenn du deinen Dienst wie eine Berühmtheit darstellst und deine Anhänger wie ein diktatorischer Geschäftsführer regierst, folgst du nicht den Fußstapfen Jesu.

Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch oder überheblich, stolz
oder anstößig. Die Liebe ist nicht selbstsüchtig. Sie lässt sich nicht reizen, und wenn man ihr Böses tut, trägt sie es nicht nach. 1. Korinther 13,4–5 NLB


Jesus predigte zu großen Menschenmengen, aber er war auch offen für einzelne Frauen und Männer.
Sein Leben war total tugendhaft und komplett unbefleckt, aber wenn seine Jünger schiefgingen, war er liebevoll und geduldig.

Hier und da in dieser verdorbenen Welt sehen wir Spuren von dem Ebenbild Gottes.

Der Kaiser von Österreich war sehr alt. Sein Kammerdiener war noch älter. Für den Kaiser war sein Kammerdiener nicht nur für seinen effizienten Dienst wertvoll. Der Kaiser liebte seinen Diener und der Diener liebte den Kaiser.

Eines Tages sollte der Diener eine niedere Aufgabe verrichten, aber es war für seinen gebrechlichen Leib nicht mehr so einfach. Der Kaiser sah die Schwierigkeit und sagte:
„Lass mich das tun. Du bist älter als ich.“

Ich war zehn Jahre Lang in einer Gemeinde mit einem wunderbaren Hauptpastor. Er war extrem begabt. Ich fühlte, es war ein Privileg seine Predigten zuzuhören.

Er predigte über das Potenzial seiner Zuhörer. Ich wurde ermutigt, meine Gaben zu investieren, meine Berufung von Gott zu erkennen, mit Gottes Führung neue Wege im Leben zu finden.

Ich liebte klassische Musik von klein auf. Mein Vater war Australier, britischer Abstammung, aber ich hörte Mozart, Beethoven, Schubert und deutsche Volkslieder auf seinen Schallplatten.

Dann lernte ich Deutsch in der Schule und studierte Germanistik in der Uni. In Australien war das ein exzentrisches Hobby. Was sollte ich damit tun. Ich wurde Sprachlehrer. Vierzig Jahre lang war ich Englischlehrer für erwachsene Einwanderer und Flüchtlingen aus vielen Ländern.

Dann ermutigte mich dieser wunderbare Pastor, Gottes Weg für mein seltsames Leben zu finden. Gott hat mich dazu gebracht, meine Träume zu erfüllen. Ich hatte seit Jahren das Verlangen zu schreiben. Ich wollte Deutschland besuchen und in Deutschland missionarisch tätig sein.

Ich bin jetzt 73 und im Ruhestand. Ich war zwischen 2011 und 2016 fünfmal in Deutschland. Ich habe liebe Freunde in Deutschland und ich bin sehr dankbar für das Internet. Ich schreibe diesen Blog und ich weiß, dass viele Leser ermutigt werden. 

Gott hat dich nicht in diese Welt gebracht, um einen Promi-Prediger zu verherrlichen, sondern dein Potenzial zu erfüllen, indem du deine einmaligen Talente und Gaben für Jesus einsetzt.

Ein Herr gab seinen Dienern Talente zum Investieren. Nach einer langen Zeit kam er zurück und fragte die Diener, was sie mit ihren Talenten gemacht hätten.

Und es trat der hinzu, der die fünf Talente empfangen hatte, brachte noch fünf weitere Talente herzu und sprach: Herr, du hast mir fünf Talente übergeben; siehe, ich habe mit ihnen fünf weitere Talente gewonnen.

Da sagte sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über vieles setzen; geh ein zur Freude deines Herrn!
Matthäus 25,20–21 SLT


Der Diener, der zwei Talente investierte, gewann zwei mehr Talente, aber der Diener mit nur einem Talent hatte Angst, sein Talent zu investieren. Er wurde verdammt.

Glaube muss aktiv sein. Kann passiver Glaube retten?

Dienstag, 19. Oktober 2021

Nur Jesus ist Fehlerlos

 Wer ist fehlerlos? Nur Jesus.

... denn wir alle machen oft Fehler. Wer beim Reden keine Fehler macht, der ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper im Zaum halten. Jakobus 3,2 NeÜ

Wer hat nie ein verkehrtes Wort gesprochen? Nur Jesus.

Wer hat diese Wahrheit in der Bibel geschrieben? Jakobus, der Halbbruder von Jesus, ein Sohn von Maria und Josef. Er wusste, dass er ein fehlerhafter Mensch war. Vor der Auferstehung von Jesus war er nicht gläubig.

Irgendwann nach der Auferstehung von seinem Halbbruder kehrte er um und wurde ein Jünger. Dann wurde er der Gemeindeleiter der neuen Gemeinde in Jerusalem.

Gott hat ihm das Vorrecht gegeben, ein Buch im Neuen Testament zu schreiben, nicht wegen seiner natürlichen Verwandtschaft mit Jesus, sondern weil Gott ihn dazu berief und erwählte.

Jakobus wurde ein Mann mit herausragendem Charakter. Wenn ein solcher Mann sagt, dass wir alle oft Fehler machen, dass auch Petrus, Johannes und er selbst oft Fehler machten, dann müssen wir nie als Vater, Mutter, Pastor oder Manager vorgeben, immer recht zu haben.

Als Elternteil, Gemeindeleiter oder Manager müssen wir nie fehlerlose Perfektion erwarten. 

Wenn ich fehlerhaft bin, dann sind auch meine Kinder fehlerhaft.
Wenn ich als Prediger fehlerhaft bin, dann sind auch meine Zuhörer fehlerhaft.

Soll ich meine Fehler leichtfertig akzeptieren? Soll ich meine Sünden ignorieren oder schönreden? Nein.
Aber fanatische Perfektionismus ist auch eine Falle.

Ich kenne eine junge christliche Frau, die wunderbar begabt ist. Sie schrieb ein ausgezeichnetes Lehrbuch über Geistesgaben, aber sie wollte das Buch nicht veröffentlichen, weil es nicht vollkommen Fehlerlos in ihren Augen war.

Wenn wir so denken, werden wir nur die Bibel lesen, und vielleicht auch nicht die Bibel, denn es gibt keine perfekte Übersetzung.

Ich kenne einen Manager, der seine Mitarbeiter immer sehr hart kritisiert hat. Einmal hielt er eine Personalversammlung ab und kritisierte sich selbst dafür, dass er die Sitzung nicht rechtzeitig beendet hatte. Er war 2 Minuten zu spät.

Es gibt junge Lehrer, die keine Autorität ausüben können, weil sie nur an ihre eigenen Fehler denken.

Es gibt Manager und Prediger, die immer auf ihre Untergebenen oder Zuhörer herabblicken und immer so tun, als hätten sie immer Recht. Das ist grausam und lächerlich.

Es gibt Gemeinden wo alles toleriert wird. Wo Sünde nicht ernst genommen wird, kannst du Gottes Segen finden?  

Aber es gibt auch Gemeinden, wo Perfektionismus zu Gesetzlichkeit und Rechthaberei geführt hat.

Heiligkeit ist unerlässlich, aber wenn man keine Fehler machen darf, wird die Liebe Gottes blockiert und erstickt.

Dienstag, 18. Mai 2021

Nicht mehr entmündigte Kinder

Und er setzte sich und rief die Zwölf, und er sagt zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, dann soll er der Letzte von allen und der Diener aller sein. Markus 9,35 ZB 2007

und wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein.

Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Markus 10,44–45 ELB


Der Hauptpastor in der Gemeinde soll doch dazu da sein, allen zu dienen, oder? 

Es gibt treue Pastoren, von dem alles erwartet wird. Sie sollen 24 Stunden zur Verfügung sein. Viele geben nach ein paar Jahren wegen Burnout auf.

Für manche Christen ist der Pastor der allwissende Retter und auch der Sklave, der kein Leben für sich und seine Familie haben darf.

Einst erzählte unser Pastor von einem Telefonat in der Nacht. Ein Christ in der Gemeinde hatte ihn angerufen.

„Pastor. Es ist 2 Uhr und ich kann nicht schlafen. Kannst du für mich beten?“

Der Pastor antwortete: „Jetzt kann ich auch nicht schlafen.“

Der Pastor ist da, allen zu helfen, aber nicht wie eine junge Mutter mit hilflosen Babys, die nicht schlafen, sodass die Mutter auch nicht schläft.

Die Kehrseite von dieser krankhaften Situation ist, dass manche Mütter verlangen, dass ihre Kinder jahrelang abhängig und unterwürfig bleiben und nie selbständige Erwachsene werden. Die Mutter bleibt immer die Mutter, die immer zu helfen da ist, und die Kinder müssen sich immer unterwerfen.

Leider ist es auch so mit manchen Pastoren. Der Pastor arbeitet wie ein Sklave und erwartet permanente Abhängigkeit und unabdingbaren Gehorsam von den Mitgliedern.

Die meisten sind nicht so extrem und es gibt auch sehr gute Pastoren.

Er selbst, der Herr, hat die einen als Apostel bestellt, die andern als Propheten, wieder andere als Evangelisten oder als Hirten und Lehrer. Epheser 4,11 Bruns

Jesus hat uns begabte Leiter gegeben, aber nicht damit wir permanent abhängige Babys bleiben, und auch nicht, damit wir wie unabdingbar gehorsame Knechte bleiben sollen, die nichts ohne die Erlaubnis des Pastors unternehmen dürfen.

Was ist die Aufgebe der ordinierten Prediger und Leiter?

Sie sollen alle dazu beitragen, dass die Heiligen zur Ausübung ihres Dienstes zubereitet werden und dadurch der Leib Christi gebaut werde.
Epheser 4,12 Bruns

Jesus will auch dir geistliche Gaben schenken, damit du nicht nur dem Pastor in der Gemeinde hilfst, sondern auch dass du ein Scheinwerfer in der Welt sein kannst.

Die ordinierten Prediger sind von Gott beauftragt, unsere Gnadengaben freizusetzen, nicht damit wir permanent in der Gemeinde unauffällig abhängig und unterwürfig bleiben, sondern damit wir in der Welt mit Gottes übernatürlicher Kraft missionieren sollen.


Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Matthäus 28,19 ZB 2007

Und wer darf taufen? Nur ordinierte Prediger? Wo steht das geschrieben?

Einst brachte meine Frau und ich eine Familie in die Gemeinde. Sie waren Asylanten aus dem Nahen Osten. Sie wollten sofort taufen lassen, aber unser Pastor konnte das nicht kurz vor Weihnachten tun.

Der Pastor stellte mir eine radikale Frage.

„Warum nicht sollst du sie selbst taufen?“ Das haben wir im Ozean getan. Unser geliebter Pastor kam unerwartet als Zuschauer und Gott hat uns wunderbar gesegnet.
 

Mittwoch, 17. März 2021

Unehrliche Christliche Leiterschaft

Es tut weh, wenn man Christen in der Leitung sieht und sie die gleichen unehrlichen politischen Taktiken anwenden wie Ungläubige. 

Ich habe oft das Gefühl gehabt, von christlichen Leitern manipuliert zu werden, und ich hatte nicht Unrecht, so zu denken.

Es tut weh, wenn man unter Druck gesetzt wird, christliche Leiter zu unterstützen, die sich selbst und ihre Partei, Fraktion oder ihren Dienst mehr fördern als Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Jedes Mal, wenn eine Wahl ansteht, fühle ich mich gestresst wegen der Verdrehungen und Manipulationen, die um mich herum stattfinden.

Als ich Gott darüber befragte, glaube ich, dass der Heilige Geist mir eine sehr klare Antwort gab. 

In der Politik geht es meistens um Manipulation. Es ist, wie es ist.

Was sagt die Bibel dazu?

Es gibt Leiter, die ihre Fehler verbergen wollen, oder die Sünden ihrer Kollegen.

Alles, was jetzt noch verborgen ist, wird ans Licht kommen, und was jetzt noch geheim ist, wird aufgedeckt werden. Mk 4,22 NLB

Es gibt Leiter, die bedingungslose Unterwerfung verlangen.

Der Apostel Paulus war ein wahrer und treuer Leiter. Paulus selbst verurteilte die Praxis der diktatorischen Leiterschaft.

Denn ihr ertragt es, wenn jemand euch knechtet, wenn jemand euch aufzehrt, wenn jemand euch einfängt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch ins Gesicht schlägt. 2. Kor 11,20 ELB

Dann definiert Paulus die Grundlage für wahre christliche Gemeinschaft.

Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi,
Epheser 5,21 ELB

Einige Christen könnten behaupten, dass diese gegenseitige Unterordnung nur für gleichrangige Christen gelten sollte. Aber wie hat Jesus diese Wahrheit verstanden?

Die erste Christin, die von Gott auserwählt wurde, die Auferstehung zu bezeugen, war kein Apostel, sondern Maria Magdalena. 

Als sie und andere Frauen den ängstlichen Aposteln erzählten, sie hätten Jesus gesehen, glaubten sie nicht. Wie reagierte Jesus?

Danach offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch saßen, und tadelte ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, daß sie denen, die ihn auferstanden gesehen hatten, nicht geglaubt hatten.
Markus 16,14 SLT

Wenn ein Leiter schiefgeht, behaupten manche Christen, er wäre nicht von Gott erwählt worden, aber der König Saul wurde von Gott erwählt.

Es gibt Christen, die behaupten, man darf nie einen erwählten Leiter nie öffentlich kritisieren, aber David hat Saul ganz offen angeklagt.

Angenommen, du wurdest von christlichen Leitern, Pastoren oder Politikern missbraucht, schikaniert und ausgestoßen.

Was denkt Jesus darüber?

In Johannes 9 heilte Jesus einen blinden Mann. Als der Mann bezeugte, dass Jesus ihn geheilt hatte, wurde er von den religiösen Führern exkommuniziert.

Jesus hat den Mann nicht nur geheilt. Er suchte ihn auf, um ihm zu helfen, als er ein verfolgter Ausgestoßener geworden war.


Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten, und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes?

Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube?

Jesus aber sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es!

Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel anbetend vor ihm nieder. Johannes 9,35–38 SLT

Bist du von religiösen Leitern schikaniert und ausgestoßen? 

Bitte gib Jesus nicht die Schuld. Er möchte dir persönlich helfen. Die gleichen religiösen Führer kreuzigten Jesus, aber er kehrte aus dem Grab zurück.

Als junger Christ wurde ich exkommuniziert, aber ich lernte, dass nicht die grausamen Leiter die Quelle meiner Rettung waren, sondern Jesus selbst.

Der HERR baut Jerusalem auf, die Zerstreuten Israels sammelt er.
Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden. Psalm 147,2–3 ELB

Jesus sammelte die Ausgestoßenen Israels und er sammelt auch die christlichen Ausgestoßenen heute.

Montag, 26. Oktober 2020

Gott fördert Initiativ

Es war Ostersonntag und die große Kirche war gefüllt. Plötzlich stand ein Mann dramatisch auf, hörte auf zu atmen und brach zusammen. Die Pastoren taten nichts. 

Aber ein junger Mann kam sofort zur Hilfe. Er war zum Rettungssanitäter ausgebildet worden und er ergriff die Initiative.

Der junge Sanitäter führte schnell und kompetent die notwendige Erstversorgung durch. Sechs Männer legten den angeschlagenen Mann auf den Boden hinten in der Kirche. Ein Arzt aus der Gemeinde kam und half dem jungen Sanitäter, während er auf den Krankenwagen wartete.

Was ist passiert?

Im Notfall reagierten das große Leitungsteam und die Mitarbeiter der Gemeinde nur langsam und waren daher unwirksam. 

Der eigentliche Anführer war der junge Mann, der einfach auf die anstehende Notwendigkeit reagierte. Er wartete nicht auf die Genehmigung, sondern ergriff die Initiative.

Diese Geschichte stammt aus einem ausgezeichneten Buch von Max DePree. ´´Leadership is an Art.´´ ("Führung ist eine Kunst")

Der Autor bezeichnet die spontane Initiative des jungen Sanitäters als "Roving Leadership", das heißt buchstäblich ´´umherziehende Leiterschaft´´.

Die Gemeinde hatte natürlich auch eine hierarchische Leitung.
Hierarchische Führungskräfte müssen Initiativen fördern und Raum für Eigeninitiative schaffen. Spontane Initiativ muss gefeiert werden.


Wenn alle Initiativen von der Verwaltung kommen oder von der ordinierten Leiterschaft genehmigt werden müssen, kann kein Team und keine Gemeinde optimal funktionieren.

Für viele Gemeindeleiter ist der oberste Grundsatz ´´Ordnung muss sein.´´

Doch alles soll in Anstand und Ordnung geschehen. 1 Kor 14,40 EIN

Ein einsichtsvoller Prediger hat mir einst erklärt, dass dieser Text meistens missverstanden wird.

Paulus meinte: ´´Doch alles soll … geschehen.´´

Dieser Vers ist die Schlusserklärung einer langen Lehreinheit, von 1 Kor 11,1 bis 1 Kor 14,40.

Hier sehen wir, dass wir Ordnung zu erwarten ist. Die Frauen sollen anständig gekleidet sein.

Aber wir sehen, dass anständig gekleidete Frauen in dem Meeting laut weissagen sollen.

Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn sie ist ein und dasselbe wie die Geschorene. 1 Kor 11,5 ELB

Viele fokussieren nur auf die Frage der Ordnung. Die Frau soll anständig gekleidet sein, aber Petrus predigte, dass auch Frauen weissagen sollen, und zwar in der Öffentlichkeit.

›In den letzten Tagen, spricht Gott, werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen. Eure Söhne und Töchter werden weissagen,… 

... In diesen Tagen werde ich meinen Geist sogar über alle meine Diener, ob Mann oder Frau, ausgießen, und sie werden weissagen. Apostelgeschichte 2,17-18

´´Doch alles soll … geschehen.´´


Montag, 28. September 2020

Traditionen nicht in der Bibel

Fehlerhafte Denkweisen, die nicht von der Bibel kommen.

  • Nur reife, ausgebildete Christen sollen evangelisieren.


Jesus sprach mit einer Frau, die fünfmal verheiratet war und dann in einer unehelichen Beziehung war. Sie glaubte und erzählte allen ihren Nachbarn, dass Jesus der Messias war.

Viele Samaritaner aus dem Ort glaubten an Jesus, weil die Frau überall erzählt hatte: „Der Mann weiß alles, was ich getan habe.“ Johannes 4,39 NeÜ

Neu bekehrte Christen sind oft erfolgreiche Evangelisten.

  • Nur reife, ausgebildete Christen sollen weissagen oder andere Geistesgaben ausüben.


Paulus gründete eine Gemeinde in Korinth. Die meisten Gläubigen waren nicht jüdischen Griechen. Viele hatten sehr geringe Kenntnisse der Bibel, aber viele sprachen in Zungen. Viele konnten weißsagen oder andere Geistesgaben ausüben.

Paulus musste sie wegen ihrer Fehler mit Geistesgaben zurechtweisen, aber Paulus bestätigte, dass diese Gaben von Gott waren.

Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus gegeben ist,


dass ihr durch ihn in jeder Hinsicht reich gemacht seid, in aller Rede und aller Erkenntnis;
 

weil das Zeugnis von Christus in euch stark geworden ist,
 

sodass ihr keinen Mangel an irgendeiner Gabe habt und auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus wartet,  1 Kor 1,4-7

  • Neu bekehrte Christen brauchen intensive Ausbildung, bevor wir sie taufen sollen.


Im Neuen Testament wurden neu bekehrte Christen sofort oder möglichst bald getauft.

  • Nur ordinierte Pastoren dürfen neue Christen taufen.

Das steht nicht in der Bibel.

Da fällt mir ein, dass ich auch den Stephanas und seine Hausgemeinschaft getauft habe. Ob ich sonst noch jemand getauft habe, weiß ich nicht mehr. 1. Korinther 1,16 NeÜ

  • Nur ordinierte Pastoren dürfen das Abendmahl feiern.


Tag für Tag waren sie einmütig im Tempel zusammen, trafen sich in ihren Häusern zum Brechen des Brotes und zu gemeinsamen Mahlzeiten. Alles geschah mit jubelnder Freude und redlichem Herzen. Apostelgeschichte 2,46 NeÜ

Das war in den ersten Tagen der neuen christlichen Gemeinde in Jerusalem nach dem Pfingstentag. Es waren nur 12 ordinierte Prediger, die ersten Apostel, aber tausende neu bekehrte Gläubigen, die das Abendmahl in Privathäusern feierten. Natürlich konnten die Apostel nicht immer dabei sein.

  • Im Regelfall sollen nur ordinierte Pastoren predigen. Wenn nicht, soll der Prediger mit der Genehmigung oder unter der Aufsicht eines ordinierten Pastors predigen.


Was ist Predigt? Nur eine feierliche Rede von der Kanzel?

Wenn wir das Johannesevangelium lesen, sehen wir eine Reihe geniale Predigten von Jesus. Keine einzige dieser Predigten war von einer Kanzel. Alle waren spontane Kommunikationen mit verschiedenen Zuhörern.

Einer der genialsten Evangelisten in der Bibel war kein Apostel, sondern ein elender dämonisierter Mann, den Jesus von vielen Dämonen befreite.

Nun fragte ihn Jesus: „Wie heißt du?“ – „Ich heiße Legion“, antwortete der; denn es waren viele Dämonen in ihn gefahren. Lukas 8,30 NeÜ

Jesus befahl den Dämonen, in eine Herde Schweine zu fahren. Als die Schweine in dem See ertranken, waren die Schweinehirten entsetzt und bat Jesus, die Gegend zu verlassen. Der befreite Mann war sehr dankbar und wollte Jesus nachfolgen.

Da bat ihn der Mann, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, bei ihm bleiben zu dürfen. Doch er schickte ihn weg und sagte:

„Geh nach Hause und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat!“ Der Mann gehorchte und verbreitete in der ganzen Stadt, was Jesus an ihm getan hatte.
Lukas 8,38–39 NeÜ


Der dankbare Mann zog in der ganzen Gegend umher und erzählte von Jesus und von seiner Befreiung.

Als Jesus später diese Gegend besuchten, wollten alle zu ihm kommen.
 

Freitag, 18. September 2020

Frauen dürfen leiten und lehren.

 1 Tim 2,11 – 15. Die Unterordnung der Frauen in diesem Text ist situationsbedingt und kein ewiges Gesetz.

 So wie ich dich bat, als ich nach Mazedonien abreiste, in Ephesus zu bleiben, damit du EINIGEN (also nur manche Irrlehrer bzw Lehrerinnen) Weisung erteilen solltest, nichts anderes zu lehren noch mit Fabeln ...-. 1 Tim 1:3-4 ELB

Davon (von echter Liebe und echtem Glauben) sind EINIGE abgeirrt und haben sich leerem Geschwätz zugewandt. Sie wollen Gesetzeslehrer sein und verstehen nichts, weder was sie sagen noch was sie fest behaupten. 1 Tim 1:6-7 ELB

Es ist hier klar zu verstehen, dass nicht alle Anweisungen in 1 Timotheus für alle Christen in Ephesus gemeint sind und bestimmt nicht für alle Christen oder alle Frauen in allen Zeiten gemeint sind.

Ein Aspekt der gnostischen Lehre war die Erfindung von Fabeln über Adam und Eva. Einige davon sind in Dokumenten des 2. Jahrhunderts zu finden, aber die Ideen waren bereits in der späteren neutestamentlichen Zeit verbreitet.

Ein häufiges Merkmal dieser Geschichten ist, dass Eva idealisiert wird und oft vor Adam erscheint.

... denn Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva; und Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung. 1 Tim 2,13-14

Der Sinn dieser Verse ist die falschen Lehren der frühen Gnostiker zu widerlegen.

Eine Frau lerne in der Stille in aller Unterordnung. Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ich will, dass sie sich in der Stille halte, 1 Tim 2,11-12

Die dominante Frau (oder vielleicht manche dominanten Frauen) die nicht lehren, sondern demütig lernen sollte, war höchstwahrscheinlich eine der Irrlehrer, die gnostische Fabeln verbreitete.

Übrigens ist das Wort ERLAUBE eine Übersetzung von EPITREPEO, ein griechisches Wort, das immer auf situationsbedingte Anweisungen deutet.

Dienstag, 4. August 2020

Hat Jesus nur Petrus Ernannt?

Wer war der erwählte Chefapostel? Wem überließ Jesus die Leitung?

Abraham ernannte Isaak; Mose ernannte Josua;
Elija ernannte Elisa und David ernannte Salomo.

Aber ernannte Jesus einen obersten Leiter, der das Amt nach seiner Rückkehr in den Himmel übernehmen sollte?

Die Bibel erzählt uns von den Sünden und Fehlern der Apostel, und viele Prediger predigen gern darüber.

Unter ihnen entstand auch ein Streit darüber, wer von ihnen als der Größte zu betrachten sei.

Und sie fingen an zu streiten, wer von ihnen im kommenden Reich Gottes der Größte sein würde.

Unter euch aber soll der Größte den niedrigsten Platz einnehmen und der Leiter soll wie ein Diener sein.
Lukas 22,24-26


Worüber haben die Apostel gestritten? Behauptete jeder der zwölf, die Nummer eins zu sein? Das glaube ich nicht.

Was die meisten Prediger nicht bemerken, ist dies. Jesus hatte sich nicht der völlig vernünftigen Erwartung irgendeiner Gruppe von Leitern angepasst.

Hätte Jesus einen obersten Leiter ernannt, wäre diese Diskussion undenkbar gewesen.


Petrus, Jakobus und Johannes waren offensichtliche Favoriten, aber Jesus hatte keinen einzigen Mann zum obersten Leiter ernannt.

Aber wer war der Auserwählte? Da Jesus es ihnen nicht gesagt hatte, taten sie, was jede Gruppe von Männern tun würde. Sie versuchten, es selbst herauszufinden.

Nachdem Jesus in den Himmel zurückgekehrt war, schien Petrus die Führung in den Kapiteln 1 bis 3 der Apostelgeschichte zu übernehmen.

Trotzdem betont der Verfasser der Apostelgeschichte die kollektive Führung der "Apostel".

In Apostelgeschichte 2 predigte Petrus die erste Predigt, aber die Bibel betont die inspirierten und inspirierenden Einheit aller Jünger.

All dies ist nicht auf irgendeine Vernachlässigung oder Vergesslichkeit Jesu oder des Vaters im Himmel zurückzuführen.

Im Galaterbrief lesen wir, wie Paulus die Führer in Jerusalem besuchte. Er sprach von Petrus, Jakobus und Johannes, als ´´die als 'Säulen' gelten.`` Gal 2,9 ZUR

Jesus verkündete in Matthäus 23 einen ganz neuen Begriff von Leiterschaft.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Mt 23,8-9 EIN

Dies ist so radikal, dass die meisten von uns es noch nicht verstanden haben. Ich bin seit 35 Jahren in  Pfingstkirchen, und ich habe noch nie einen Prediger diesen wichtigen Text erklären hören.

Der Rätsel endet hier nicht.

Der erste Zeuge der Auferstehung Jesu Christi war kein Apostel.

Es war Maria Magdalena, eine Frau mit einer sündigen Vergangenheit und einem Zeugnis, aber keine ordinierte Leiterin.


Als sie es den Aposteln erzählte, glaubten sie ihr nicht. Dann kam Jesus und tadelte die Männer Gottes, weil sie ihr Zeugnis nicht angenommen hatten!

Leiterschaft ist wichtig, aber Gottes Vorstellung von Leiterschaft ist nicht immer das, was wir erwarten.

Die Gründer der ersten Mission bei den nichtjüdischen Heiden waren keine Apostel, und sie wurden nicht von den Aposteln ernannt oder gesandt.

Inzwischen waren die Gläubigen, die wegen der Verfolgung nach dem Tod des Stephanus aus Jerusalem geflohen waren, bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia in Syrien gelangt. Jedoch verkündeten sie die gute Botschaft nur den Juden.

Aber einige der Gläubigen, die aus Zypern und Kyrene nach Antiochia gekommen waren, fingen an, auch den Nichtjuden die Botschaft von Jesus, dem Herrn, zu erzählen.

Die Kraft des Herrn war mit ihnen, und viele Nichtjuden glaubten und bekehrten sich zum Herrn.

Apg 11,19-21

Diese vom Geist geführten Pioniermissionare waren keine ordinierten Prediger, und wir kennen nicht einmal ihre Namen.

Petrus tauchte als der leitende Apostel in Jerusalem auf, aber es gab keine strenge Hierarchie.

In der Apostelgeschichte sehen wir etwas Neues, Teamleitung und spontane Initiative unter der Leitung des Heiligen Geistes.

Was können wir daraus lernen?

Wenn der Heilige Geist dich dazu bewegt, deinen Nachbarn, deinen Arbeitskollegen oder wem auch immer die Hand zu reichen, dann warte nicht darauf, dass ein Leiter dir die Erlaubnis dazu gibt.

Tu es einfach!

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte. Mt 18,20


Samstag, 30. Mai 2020

Gold im Staub Finden

Nach unserer Erfahrung ist so gut wie alles eine Mischung aus Gut und Böse. 

Sogar in der natürlichen Welt, die Gottes eigene Schöpfung ist, sehen wir, dass Tiere oft grausam sind. Die stärkeren Hühner und Enten drangsalieren die Schwachen.

Alles auf Erden wurde der Vergänglichkeit unterworfen. Dies geschah gegen ihren Willen durch den, der sie unterworfen hat. Aber die ganze Schöpfung hofft auf den Tag,

an dem sie von Tod und Vergänglichkeit befreit wird zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.

Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt, wie unter den Schmerzen einer Geburt.
Römer 8,20-22


Die Bibel sagt uns, dass wir Führungskräfte und Regierungen respektieren und ehren sollen, aber wir müssen auch Korruption und Grausamkeit in Leiterschaft erkennen und dürfen uns nicht bedingungslos unterwerfen.

Ihr nehmt es hin, wenn sie euch zu ihren Sklaven machen, euch alles wegnehmen, was ihr besitzt, und euch übervorteilen, wenn sie vornehm tun und euch ins Gesicht schlagen. 2. Korinther 11,20

Nichtsdestoweniger ist jede menschliche Verwaltung und Leiterschaft unvollkommen. 


Um also die Autorität zu ehren, müssen wir in der Lage sein, Tugend inmitten von Unvollkommenheit und menschlicher Gebrechlichkeit zu erkennen.

Setzt euer Vertrauen nicht auf die Mächtigen dieser Welt; sie können euch nicht helfen. Ps 146,3

Wir können nicht bedingungslos auf menschliche Leiterschaft jeglicher Art vertrauen, auch nicht auf auserwählte und gesalbte Prediger.

Als König David sündigte, indem er eine Volkszählung anordnete, protestierte Joab, der militärische Befehlshaber, und gehorchte dann, aber er gehorchte nur teilweise. Er wurde weder von David bestraft noch von Gott verurteilt. (1. Chron 21)

Dennoch nannte Gott David trotz dieser Sünde, trotz seines Ehebruchs und Mordes und trotz seines Versagens als Familienvater einen Mann nach seinem eigenen Herzen. Davids Feinde hatten vielleicht manchmal Gründe, sich ihm entgegenzustellen, aber Gott vergab Davids Sünden und beförderte ihn.

Unterscheidung bedeutet, dass wir Irrtümer und Sünden wahrnehmen müssen, aber noch wichtiger ist, dass wir nach dem Gold im Sand suchen müssen, nach den guten Seiten eines fehlerhaften menschlichen Charakters.

Es gibt zwei Aspekte der göttlichen Unterscheidung, die Erkennung von Fehlern und die Suche nach dem Guten. Wenn die Fehlerfindung unser Hauptthema ist, sind wir auf einem gefährlichen Abweg.

Man kann getäuscht werden, wenn man den Fehler nicht wahrnimmt, aber man kann auch getäuscht werden, wenn man sich auf den Fehler konzentriert und das Gold im Sand nicht erkennt.


Es gibt Christen, die bestimmte Prediger oder politische Leiter auf ein Podest stellen und alles, was ihre bewunderten Leiter sagen oder tun, unkritisch verteidigen und loben. Das ist gefährlich.

Es gibt auch Christen, die in der Regierung ihres Landes nur das Böse sehen. Das kann in Nord Korea ganz verständlich sein, aber in West Europa ist solche Kritik übertrieben und fehl am Platz. Wenn wir mit der Regierung unzufrieden sind, können wir trotzdem dankbar sein, dass wir nicht in Iran oder Afghanistan sind.

Einige Christen wenden auch viel Zeit und Energie auf, um die Fehler in den Predigern zu analysieren. Sie sagen viel über vermeintliches geistliches Gift im Internet, aber sie selbst liefern nur sehr wenig geistliche Nahrung. Sie sagen viel über vermeintlich schlechte Lehre, aber sie sagen nicht viel über guten Dienst.

Wenn wir uns das Neue Testament ansehen, sehen wir, wie Jesus und die Apostel sehr harte Worte über fehlerhafte religiöse Leiter zu sagen hatten, aber vor allem verkündigten sie die Gute Nachricht

Wenn unser Hauptfokus nicht auf der Guten Nachricht liegt, werden wir getäuscht und führen andere in die Irre. In unserem Eifer für die Wahrheit können wir davon besessen werden, Fehler zu kritisieren. Dann verkündigen wir nicht mehr die Gute Nachricht.

Feste Nahrung dagegen ist für die Menschen, die erwachsen und reif sind, die aufgrund ihrer Erfahrung gelernt haben, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Hebräer 5,14

Samstag, 15. Februar 2020

Mobbing. Die Schlimmste Sünde.

So viele Christen werden von anderen Christen drangsaliert.

Jesus sprach sehr harte Worte gegen die Sünde des christlichen Mobbings.

Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen sagt: ›Mein Herr kommt noch lange nicht‹,
und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, mit den Betrunkenen isst und trinkt,

dann wird der Herr dieses Knechts an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht kennt,

und wird ihn entzweihauen und wird ihm sein Teil geben mit den Heuchlern. Da wird Heulen und Zähneklappern sein.« 
Mt 24,48-51 NLB

So hart! Aber Jesus hat das selbst gesagt!

Es gibt auch religiöse Tyrannen, die sich nicht betrinken oder den Sünden des Fleisches frönen, aber will Jesus damit sagen, dass Mobbing genauso schlimm ist wie sich zu betrinken und dem Fleisch zu frönen? Oder schlimmer?

Religiöser Legalismus führt oft zu Mobbing.

Was ist Legalismus? Es ist ein Versuch, Sünde durch menschliche Regeln und Strafen zu verhindern oder zu korrigieren.

Ihr Heuchler! Jesaja hat euch gemeint, als er sagte:
›Diese Menschen ehren mich mit ihren Worten, aber nicht mit ihrem Herzen.
Ihre Anbetung ist nutzlos, denn sie ersetzen die Gebote Gottes durch ihre eigenen Lehren.‹«

Mt 15,7-9
Jesus sprach sich stärker gegen Mobbing und Legalismus aus als jede andere Sünde. 

Ich bin nicht gegen Pastoren. Es gibt wunderbare Pastoren, und ich kenne einige als Freunde. Auch Pastoren können Opfer von Mobbing werden. Ich habe das schon mehrmals gesehen, und es ist furchtbar.

Auch der Apostel Paulus verurteilte das Mobbing auf das Schärfste. In seinem zweiten Brief an die korinthische Kirche weist Paulus die korinthischen Gläubigen zurecht. Warum? Nicht wegen sexueller Sünde. Das stand in seinem ersten Brief.

Er tadelt sie, weil sie sich bedingungslos brutal autoritären Predigern unterworfen haben.

Und ihr habt ja nichts dagegen, wenn man euch schindet und ausnutzt, wenn man euch einfängt, euch von oben herab behandelt oder gar ins Gesicht schlägt. 2. Kor 11,20 HfA

  • Kein Prediger darf unbegrenzte bedingungslose Unterwerfung verlangen.

  • Wenn ein Pastor auf Zwietracht mit Drohungen oder Einschüchterungen reagiert, warum nicht einfach weggehen?

  • Wenn ein Leiter den Menschen seinen Willen so weit aufzwingt, dass sein Wort Gesetz ist, dann usurpiert er die Herrschaft Jesu.


Es gibt viele Christen, die sich unbehaglich, nachtragend oder insgeheim verärgert über zu selbstbewusste, kontrollierende Führer fühlen, aber sie glauben, dass sie sich nicht widersetzen dürfen, denn das wäre die Sünde der Rebellion.

Dies ist ein falsches Verständnis der Schrift.


Als König Saul versuchte, David zu töten, floh David um sein Leben.

Wenn du in der Kirche drangsaliert wirst, hast du das Recht, die Kirche zu verlassen. Vielleicht ist es sogar deine Pflicht, die Kirche zu verlassen.

Du kannst nicht zwei Herren dienen.

Wenn du dich einem Tyrannen unterwirfst, unterwirfst du dich einem falschen Geist, denn der Geist Jesu ist nie grausam, sondern freundlich und liebevoll.

 

Aber es kann sein, dass man von religiösen Eltern oder einem rücksichtslos kontrollierenden Ehemann gefangen gehalten ist. 
Wenn du die Kirche verlässt, könntest du obdachlos werden oder deine Kinder verlieren.

Du kannst wie Josef im Gefängnis sein, der eine geheime Beziehung zu Gott pflegte. 

Er heilt die gebrochenen Herzen und verbindet ihre schmerzenden Wunden. Ps 147,3 EIN
Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt.


Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, Jes 61,1 EIN

Es ist gut, wenn man Tyrannen widersprechen kann, und es ist keine Sünde, aber manchmal ist eine sanfte Antwort besser.

In extremen Fällen ist die stärkste Antwort ein hartnäckiges, entschlossenes Schweigen, insbesondere wenn von dir erwartet wird, dass du zustimmst, dich unterwirfst oder dich entschuldigst, wenn du glaubst, dass du nicht im Unrecht bist.

Als Jesus um sein Leben vor Gericht stand, beantwortete er viele aggressive Fragen und Anschuldigungen mit Schweigen. Sein Schweigen war die stärkste Antwort.

Bist du von menschlicher Herrschaft geplagt? Gott steht zu dir.

Mittwoch, 22. Januar 2020

Zugang zu der Quelle der Liebe

Ihr seid das Licht der Welt… So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.«  Mt 5,14-16 Moses war das Licht seiner Generation. Nach vierzig Tagen allein mit Gott kam Mose als veränderter Mann vom Berg Sinai herab. Sein Gesicht strahlte.

»Das Auge gibt dem Körper Licht. Ist dein Auge gut, dann ist dein ganzer Körper im Licht. Mt 6,22 NGÜ

Wenn eine Frau verliebt ist, strahlen ihre Augen. Ihr ganzes Gesicht leuchtet. Wenn wir Jesus lieben und in seiner Gegenwart leben, sind wir wie verliebte Menschen und die Welt kann es sehen. 


Diese Liebe beruht nicht auf Leistung oder guter Arbeit. Sie kommt aus der Offenbarung, dass Gott dich von ganzem Herzen liebt.

Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. 1. Joh 4,19 SLT

Kindliches Vertrauen

Wie wächst ein Kind auf? Indem es die Liebe seiner Eltern erlebt und auf ihre Führung vertraut.

 Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, der wird nicht hineinkommen.«  Mk 10,15

In einer gesunden Familie üben die Eltern aufopfernde Liebe aus, und die Kinder genießen diese Liebe. Indem wir uns an der Liebe Gottes erfreuen, leuchten wir wie Lichter in einer dunklen Welt. 

Nichts macht das Gesicht eines Menschen so schön wie die Freude an der Liebe, weil man weiß, dass man geliebt wird.

Gott ist Liebe.
Wenn wir uns auf unser eigenes Streben nach der Einhaltung von Gottes Geboten konzentrieren, verlieren wir die kindliche Freude an Gott, die unsere Quelle der Liebe, Freude und Kraft ist.

Aber ist Gehorsam nicht auch wichtig?

Wenn ihr meine Gebote haltet, dann werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Joh 15,10

Ungehorsam ist kein kindliches Vertrauen an einen guten Vater. Jesus sprach über gute Werke, die Ungläubige an sein Licht ziehen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: ›Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Mt 25,37

Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: ›Wahrlich, ich sage euch: Was ihr für einen von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr für mich getan.‹ 
Mt 25,40

Wenn wir Kranke heilen oder Obdachlosen zu essen geben, können deine Mitmenschen durch deine echte Freundlichkeit die Liebe Gottes erkennen.

Der Gehorsam, den Jesus liebt, beruht nicht auf einer Verpflichtung zu einem Priester oder Prediger. Jesus ist nicht beeindruckt, wenn wir danach streben, Zustimmung zu gewinnen, Kritik zu entgehen oder Leitern zu gefallen.

Er aber sagte zu ihnen: »Die Könige der Völker herrschen über sie, und ihre Machthaber werden Wohltäter genannt. Lk 22,25

Aber ihr sollt euch nicht ›Rabbi‹ nennen lassen; denn einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid alle Brüder.
Mt 23,8

Prediger, die einschüchtern und kontrollieren, wollen tugendhafte Christen haben, aber sie zerstören die kindliche Liebe, Freude und den Glauben. Sie blockieren die wahre Quelle des christlichen Lebens.

Furcht ist das Gegenteil von Glauben. Die Angst vor dem Menschen (einschließlich der Kirchenführer) untergräbt das Gottesvertrauen.

 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollendete Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat mit Strafe zu tun. Wer sich fürchtet, der ist noch nicht vollendet worden in der Liebe. 1 Joh 4,18

Sollten Prediger immer weich und tröstlich sein? Jesus war es nicht. Gottesfürchtige Prediger leiten und lehren. Sie fordern ihre Zuhörer heraus, aber sie kontrollieren die Menschen nicht mit Schuld und Einschüchterung.

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.« 
Mt 11,28-30

Jeder Dienst, der mich nicht dazu führt, die Erfüllung von Matthäus 11,28-30 zu genießen, ist nichts für mich und ich hoffe nicht für dich.