Viele Christen lehren dogmatisch, dass es im Neuen Testament keine weiblichen Pastoren gab. Sie behaupten auch, dass das Neue Testament die Ordination von Frauen für das Amt des Pastors verbietet.
Solche dogmatischen Lehren bedürfen starker biblischer Beweise. Es ist jedoch sehr schwierig, eindeutige Beweise zu finden, die diesen Glauben stützen.
Im Epheserbrief, Kapitel 4, finden wir den einzigen Text, der als Grundlage für das fünffache Amt gilt.
Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten (Pastoren) und Lehrer,
damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden,
bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi, Eph 4,11–13 LU17
Hier wird nicht erwähnt, welche Qualifikationen oder Anforderungen jemand erfüllen muss, um Pastor oder Pastorin zu sein. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, was die Führungsposition eines Pastors beinhaltet oder in welchem Verhältnis Pastoren zu Aposteln, Propheten, Evangelisten oder Lehrern stehen.
Das Amt des Pastors in den Kirchen seit der Reformation basiert auf dem Amt des Priesters in der römisch-katholischen Kirche jener Zeit, aber dies ist in keiner Weise von der biblischen Lehre oder Praxis abgeleitet,
Protestantische Theologen lehren in der Regel, dass ein Pastor der vorsitzende Älteste in einer Gemeinde ist, aber dies basiert auf keinem biblischen Text. Es ist reine Spekulation. Die Bibel gibt uns einfach keine Definition oder Beschreibung der Autorität oder Führungsposition eines Pastors.
Kein einziger Geistlicher, Prediger oder Leiter im Neuen Testament wird als Pastor bezeichnet. Nicht ein einziger.
Wie können also christliche Leiter dogmatisch erklären, dass eine Frau keine Pastorin sein kann?
Konservative Bibellehrer setzen das Amt des Pastors gemeinhin mit einem Ältestenamt gleich. Es herrscht auch Unklarheit über die Bedeutung und Rolle der Ältesten. Es gibt zwei griechische Wörter, die austauschbar zu sein scheinen.
EPISCOPOS, das mit Aufseher oder Bischof übersetzt wird.
Nun muß aber ein Aufseher untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfreundlich, fähig zu lehren; 1. Tim 3,2 SLT
Bedeutet dies, dass ein Aufseher verheiratet sein muss? Dann würden Paulus und Jesus nicht infrage kommen.
Bedeutet es auch, dass ein Aufseher ein Mann sein muss? Eine wichtige Informationsquelle zu dieser Frage ist die Lehre von Johannes Chrysostomus, dem bedeutenden Patriarchen von Konstantinopel um 400 nach Christus. Er war sicherlich kein Feminist, aber sein Verständnis des griechischen Textes des Neuen Testaments war unübertroffen. Seine Muttersprache war Griechisch, das sich seit der Zeit des Paulus kaum verändert hatte.
Johannes Chrysostomus behauptete, dass 1 Tim 3,2 nicht bedeute, dass keine Frau eine Aufseherin könne.
In 1. Timotheus, Kapitel 3, das sich mit den Qualifikationen für ordinierte Ämter befasst, werden Frauen nur in konservativen Übersetzungen als Ehefrauen von Aufsehern oder Diakonen bezeichnet.
Desgleichen sollen ihre Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. 1. Tim 3,11 LU84
Das ist eigentlich gar nicht das, was der griechische Text des NT sagt. Einige moderne Übersetzungen sind wörtlich korrekt.
Die Frauen sollen ebenfalls ehrbar sein, nicht verleumderisch, sondern nüchtern, treu in allem. 1. Tim 3,11 SLT
Dies kann sich entweder auf die Ehefrauen von ordinierten Amtsträgern beziehen oder auf Frauen, die selbst ordinierte Amtsträger des Evangeliums sind. Der Text enthält keinen Hinweis darauf, dass Frauen vom ordinierten Predigtamt ausgeschlossen sind.
PRESBYTEROS, was mit Ältester übersetzt wird.
Die Ältesten, die gut vorstehen, sollen doppelter Ehre wert geachtet werden, besonders die, welche im Wort und in der Lehre arbeiten. 1. Tim 5,17 SLT
Die griechischen Wörter für ältere Männer oder ältere Frauen können auch männliche oder weibliche ordinierte Leiter bedeuten, sodass der griechische Text des NT nicht dazu verwendet werden kann, Frauen vom ordinierten Ältestenamt auszuschließen.
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Freitag, 22. November 2024
Frauen als Pastorinnen
Sonntag, 21. Februar 2016
Frauen in Leiterschaft
Die Rolle von Frauen in christlichem Dienst wird immer noch heftig umstritten. Viele Christen stimmen zu, dass Frauen auch unter Männern laut beten und prophezeien dürfen.
Im Griechischen Urtext steht der Name: IOUNIAN... die Akkusative Form von entweder JUNIAS oder JUNIA. JUNIAS ist männlich und JUNIA ist weiblich.
»Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen...Apg 2,17-18
Aber dürfen Frauen auch lehren?
Manche wollen Frauen erlauben, Kinder oder andere Frauen zu lehren aber nicht Männer.Wo finden wir eine Passage im NT, wo eine Frau einen Mann unterrichtet hat?
Eine gute Frage.Ein gewisser Jude aber, mit Namen Apollos, aus Alexandrien gebürtig, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften, kam nach Ephesus....
Und dieser fing an, freimütig in der Synagoge zu reden. Als aber Priszilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus. Apg 18, 24-26
Priszilla, die Frau und ihrem Mann Aquila haben beide zusammen als Bibellehrer gedient, um einen gesalbten Prediger zu unterrichten.
Priszilla und Aquila waren keine unwichtige Personen unter den Kirchenleiter im NT. Sie werden im NT sechsmal erwähnt und sie wurden von Paulus tief respektiert.
Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus (die für mein Leben ihren eigenen Hals preisgegeben haben, denen nicht allein ich danke, sondern auch alle Versammlungen der Nationen). Römer 16,3-4
In der Bibel ist es wichtig zu bemerken, welchen Namen zuerst kommt.Der Name von Priszilla kommt vor Aquila. Wir sollen deswegen verstehen, dass sie im Dienst und in ihren Begabungen prominenter und wichtiger war als ihr Mann.
In Römer 16 erwähnt Paulus eine Anzahl von Personen, die er als Diener Gottes für wichtig hielt.Eine sehr interessante Person ist Junia.
In der Züricher Bibel lesen wir:Grüßt Andronikus und Junia, meine Landsleute, die meine Gefangenschaft geteilt haben. Sie sind angesehen unter den Aposteln und haben schon vor mir zu Christus gehört. Römer 16,7
In vielen anderen Übersetzungen lesen wir nicht “Junia” sondern “Junias.”Im Griechischen Urtext steht der Name: IOUNIAN... die Akkusative Form von entweder JUNIAS oder JUNIA. JUNIAS ist männlich und JUNIA ist weiblich.
- Bis zum 13. Jahrhundert haben Schriftgelehrten immer den Weiblichen Namen Junia verstanden aber das machte ein Problem.
- Wie könnte eine Frau ein Apostel sein?
Aber der Name JUNIAS ist in keinem altgriechischen Manuskript zu finden. Der Name existiert einfach nicht.
- Der männliche Name JUNIAS wurde im Mittelalter erfunden. Warum? Um die unbequeme Idee zu vermeiden, dass eine Frau eine Apostel (oder Apostelin) sein könnte.
Im Gegenteil ist der weibliche Name in 250 alten Manuskripten zu finden.
In den ersten Jahrhundert nach Christus haben die Kirchenväter den Griechischen Urtext verstanden. Der angesehenste Prediger seiner Zeit war Johannes Chrysostomos. (347 – 407 nach Chr.)“Ein Apostel sein, ist schon etwas Großes: denke nun welch ein Lob es sei, unter den Aposteln ausgezeichnet sein! Ausgezeichnet waren sie aber durch ihre Werke, durch ihre Tugenden. Wahrlich, groß muss auch die Tugend dieser Frau gewesen sein, dass sie sogar den Namen Apostel verdiente!”
Je mehr ich dieses Thema studiere, desto fester wird meine Überzeugung, dass für gläubige Frauen kein Dienst und keine Rolle in Leiterschaft ausgeschlossen ist.
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