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Montag, 10. Juli 2023

Wohlstand und Armut

 Manche Christen glauben fest, dass Gott sie mit Wohlstand versorgen will, dass Christen in Luxus leben sollen. 

Abraham glaubte Gott und wurde sehr reich. Wir haben einen besseren Bund als die Juden im Alten Testament. Deshalb sollen wir noch reicher sein.

Stimmt das immer? Jesus hat einem reichen Mann gesagt, er sollte alles weggeben. Er versprach nicht, dass der Mann dann alles zurückbekommen würde.

Aber das war nur der Fall mit einem Mann. Sicher hören wir Zeugnisse von reichen Leuten, die alles weggeben mussten, um Jesus zu folgen, aber wir sehen im Neuen Testament auch andere Jünger, die reich waren und Gott mit ihrem Reichtum dienten.

In Bezug auf Reichtum hat Gott kein Schema F.  In Gottes Reich gibt es keine Einheitsgröße. 

Paulus schrieb,

Sag allen, die in dieser gegenwärtigen Welt reich sind, sie sollen nicht stolz sein und nicht auf ihr Geld vertrauen, das bald vergehen wird. Stattdessen sollen sie ihr Vertrauen auf den lebendigen Gott setzen, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen, damit wir uns daran freuen und es genießen können.

Fordere sie auf, ihr Geld zu nutzen, um Gutes zu tun. Sie sollen reich an guten Taten sein, die Bedürftigen großzügig unterstützen und immer bereit sein, mit anderen zu teilen, was Gott ihnen gegeben hat.

Auf diese Weise legen sie mit ihrem Besitz ein gutes Fundament für die Zukunft, um das wahre Leben zu ergreifen.
1. Tim 6,17–19 NLB


Paulus sagt hier nicht, dass wir prominente Prediger unterstützen sollen, obwohl das auch gut sein kann. Er sagt, wir müssen unser Hab und Gut benutzen, bedürftige Menschen zu unterstützen.

Es gibt doch wohlhabende Christen, die das tun. Gott sei Dank. Aber ich höre oft Wohlstandesprediger, die kein Wort davon sprechen. Das finde ich entsetzlich.

Es gibt wohlhabende Christen, die so wenig Steuern wie möglich zahlen wollen und sich beschweren, wenn die Regierung den Armen eine kostenlose medizinische Versorgung bietet. Sie halten das für bösen Sozialismus. Wie kann diese Sichtweise christlich sein?

Es gibt aber auch ein anderes Extrem.
Ein Prediger zitiert Paulus:

Schließlich haben wir bei unserer Geburt nichts in die Welt mitgebracht und wir können auch nichts mitnehmen, wenn wir sterben.
Deshalb wollen wir zufrieden sein, solange wir nur genug Nahrung und Kleidung haben.
1. Tim 6,7–8 NLB

Wenn jemand obdachlos ist, soll er Gott dafür danken, weil er vielleicht nicht nackt oder hungrig ist? Wenn er keine Toilette in der Stadt findet, soll er nicht für bessere Umstände beten?

Wenn man in Europa oder England oder den USA arbeitet, aber nicht genug Geld verdient, eine Wohnung zu mieten, muss man im Winter in seinem Auto oder einem Zelt schlafen. Ist das in Ordnung?

Es gibt doch extreme Situationen, wo Christen wegen Verfolgung im Knast leiden müssen. Göttliche Zufriedenheit ist in diesem Fall ist eine große Gnadengabe.

Aber Paulus hat auch geschrieben.

Und mein Gott wird euch aus seinem großen Reichtum, den wir in Christus Jesus haben, alles geben, was ihr braucht. Phil 4,19 NLB

Wenn du Essen und Kleider hast, aber ein Auto brauchst, um einen Job zu finden, sollst du ohne Auto zufrieden sein?

Wenn du kein Arbeitslosengeld bekommen kannst, weil du obdachlos bist, keine Adresse und deshalb kein Bankkonto haben kannst, ist das OK?

Gott ist ein guter Vater. Wenn du zu Hause arbeiten musst, um Geld zu verdienen und dich um deine Kinder zu kümmern, kannst du Gott für ein bisschen Wohlstand glauben, dass du dir einen guten Computer und eine gute Internetverbindung leisten kannst.

Und mein Gott wird euch aus seinem großen Reichtum, den wir in Christus Jesus haben, alles geben, was ihr braucht. Phil 4,19 NLB

Ich glaube an kein extremes Wohlstandesevangelium aber auch nicht an eine Theologie, die Armut  schönredet. 

Freitag, 21. April 2023

Wohlstandsevangelium?

Glaubst du an das Wohlstandsevangelium? Ich nicht, aber soll ich denn an ein Armut-Evangelium glauben?

Jesus sagte:

Jesus blickte auf seine Jünger und sagte: »Glückselig seid ihr, die ihr arm seid. Denn euch gehört das Reich Gottes.

Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert. Denn ihr werdet satt werden. Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint. Denn ihr werdet lachen.
Lk 6,20–21 BB

»Wehe euch, ihr Reichen! Denn ihr habt euren Trost bereits erhalten.
Wehe euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet weinen und klagen.
Lk 6,24–25 BB

Sollen wir also alle arm sein? Im Alten Testament lese ich, dass Armut ein Fluch ist.

Soll Reichtum eine Sünde sein?

Die erste Person in Europa, die sich durch Paulus bekehrte, war eine reiche Händlerin, Lydia.

Unter den Zuhörerinnen war auch eine Frau namens Lydia. Sie handelte mit Purpurstoffen und kam aus der Stadt Thyatira. Lydia glaubte an den Gott Israels. Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie den Worten von Paulus aufmerksam zuhörte.

Sie ließ sich taufen, zusammen mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft. Danach bat sie: »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich wirklich an den Herrn glaube, dann kommt in mein Haus. Ihr könnt bei mir wohnen!« Sie drängte uns, die Einladung anzunehmen.
Apg 16,14–15 BB

Die meisten Gemeinden in den ersten christlichen Jahrhunderten waren Hauskirchen. Die großen Häuser der wohlhabenden Christen wurden Hauskirchen.

Die Frage ist nicht, ob man reich sein darf, sondern was man mit seinem Reichtum macht.

Meine Brüder und Schwestern! Was nützt es, wenn jemand behauptet zu glauben, sich der Glaube aber nicht in Taten zeigt? Kann ihn dann der Glaube retten?

Stellt euch vor, ein Bruder oder eine Schwester hat nichts anzuziehen. Es fehlt ihnen sogar das tägliche Brot.

Nun sagt einer von euch zu ihnen: »Geht in Frieden, ihr sollt es warm haben und euch satt essen.« Ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen. – Was nützt das?

So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er sich nicht in Taten zeigt, bleibt er für sich allein und ist tot.
Jak 2,14–17 BB

Es gibt reiche Christen, die politisch konservativ sind. Sie wollen weniger Steuern zahlen. Sie können die beste Versorgung durch einen Spezialisten bezahlen, aber sie sorgen sich nicht darum, dass arme Leute sterben, weil sie sich eine gute Versorgung nicht leisten können.

Was sagt die Bibel?

Glücklich ist, wer sich um den Hilflosen kümmert. Wenn er eines Tages selbst ins Unglück stürzt, wird der HERR ihn retten.

Der HERR wird ihn behüten und am Leben halten. Dafür wird man ihn glücklich preisen im Land. Du überlässt ihn nicht der Willkür seiner Feinde.

Wenn er krank auf seinem Lager liegt, lässt der HERR ihn wieder zu Kräften kommen. Wenn die Krankheit ihn ans Bett fesselt, sorgst du für seine Genesung.
Ps 41,2–4 BB

Samstag, 2. Juli 2022

Was kann der Mensch ohne Gott leisten?

     „What the mind of man can conceive and believe, it can achieve.“ – Napoleon Hill
    Übersetzung: „Was der Verstand eines Menschen begreifen und glauben kann, kann er erreichen.“ – Napoleon Hill

Viele Menschen in der sogenannten Erfolgsszene richten heute ihr Leben nach diesem Prinzip aus.

Aber funktioniert dieses Prinzip auch in der Realität? 

Für viele stimmt es. Nicht wenige reiche Menschen predigen diesen Glauben, und ihre Erfolge sind unbestreitbar.

Das sehen wir auch in der Bibel.

In 1. Mose 11, haben Männer sich entschlossen, einen großen Turm zu bauen, um sich zu verherrlichen. Sie haben dann ihren Plan ausgeführt.

Und sie sprachen: Wohlan, lasst uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, dass wir uns einen Namen machen, damit wir ja nicht über die ganze Erde zerstreut werden! 1 Mose 11,4 SLT

Sie hatten ein Ziel und einen Plan, und sie hatten Erfolg, aber sie haben einen großen Fehler gemacht. Wie viele Erfolgsmenschen in unserer Zeit wollten sie sich selbst verherrlichen. Sie wollten ihren Schöpfer nicht verehren, sondern so leben, als ob sie selbst die Schöpfer wären.

Gott hatte Adam und Eva befohlen, fruchtbar zu sein und ihre Nachkommenschaft die ganze Erde zu bewohnen.

Sie wollten den Turm bauen, „damit (sie) ja nicht über die ganze Erde zerstreut werden!“ (SLT 2000)

Man kann ohne Gott große Leistungen vollbringen, aber diese Leistungen führen nicht zu dauerhafter Erfüllung. 

Warum wollten sie den Turm aufrichten? „Dass wir uns einen Namen machen.“

Wir alle wissen von Nebukadnezar, von Alexander dem Großen, von den römischen Kaisern, aber wer waren diese Leute? Ihr Name ist verschollen.

Jesus sagte seinen Jüngern, dass sie nichts ohne Ihn tun könnten.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Johannes 15,5 SLT

Ein Pastor in Amerika baute eine große Gemeinde auf. Sein Dienst galt als sehr erfolgreich. Dann besuchte er eine Gemeinde, wo der Heilige Geist mächtig am Werk war. Viele haben Buße getan. Viele bekehrten sich. Es gab viele Wunderheilungen.

Ein junges Mädchen in der Kirche ging auf den Pastor zu, legte ihm die Hand auf und betete: "Lieber Gott, nimm den Müll aus seinem Leben!"

Der Pastor erlebte eine starke Heimsuchung vom Heiligen Geist. Er kehrte zu seiner eigenen Gemeinde zurück, ein ganz anderer Mann.

Früher baute er seinen Dienst auf seine eigene starke Persönlichkeit und seine Führungsqualitäten auf. Doch nach seiner Wandlung diente er mit der Liebe und der starken Führung des Heiligen Geistes.

Viele Mitglieder waren unzufrieden und verließen die Gemeinde, aber viele wurden mächtig gesegnet. Die Gemeinde wurde anfangs kleiner, dann aber viel größer.