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Freitag, 10. Mai 2024

Gott liebt deine Gegner

 Mein Vater wurde einmal eingeladen, einer antikommunistischen Gruppe beizutreten. Er lehnte ab. Er sympathisierte sicher nicht mit dem Kommunismus, aber er wollte sein Leben nicht auf etwas Negatives gründen, sich auf das konzentrieren, wogegen er war.

Die Leute, die meinen Vater einluden, waren Flüchtlinge vor der russischen Unterdrückung im Nachkriegsungarn, sodass ihr antikommunistisches Anliegen leicht zu verstehen war.

Viele christliche Frauen kämpfen für die Befreiung vom unterdrückenden religiösen Patriarchat. Das ist notwendig und gut.

Aber es ist wichtig, sich auf Gott selbst zu konzentrieren. Ein bekannter Prediger sagte: "Jesus ist die perfekte Theologie". Jesus war der große Befreier der Menschen und besonders der Frauen.

Ich lese gerade ein hervorragendes Buch von Dan Kimball. "Wie man die Bibel nicht liest".
Trotz des negativen Wortes NICHT konzentriert er sich darauf, wie positiv Gott zu Frauen ist.

Viele seiner Ideen sind gemäßigten christlichen Feministinnen vertraut, aber er geht die Geschlechterfrage von einem anderen Standpunkt aus an.

Er wendet sich nicht an Evangelikale, die gegen das Patriarchat kämpfen. Er wendet sich vielmehr an Menschen, die die Bibel und Gott selbst ablehnen, weil Gott das unterdrückerische Patriarchat zu billigen scheint. Er zeigt den Lesern, wie sie die Bibel in ihrem historischen Kontext verstehen können.

Als Josua die Hebräer ins Gelobte Land führte, erhielt er Besuch von Gott, dem Heerführer des Herrn.

Als Josua in der Nähe von Jericho war, sah er plötzlich einen Mann, der ihm mit gezücktem Schwert in der Hand gegenüberstand. Josua ging auf ihn zu und fragte: »Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?«

»Weder noch«, antwortete er. »Ich bin der Anführer der Heerscharen des HERRN und bin eben eingetroffen.« Da warf sich Josua voller Ehrfurcht vor ihm nieder. »Welche Befehle hast du für mich, deinen Diener?«, fragte er.

Der Heerführer des HERRN antwortete: »Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden.« Da gehorchte Josua.
Jos 5,13–15 NLB

Der himmlische Heerführer muss Jesus gewesen sein, denn Josua betete ihn an. Engel dürfen nicht angebetet werden.

Gott hatte Josua befohlen, alle Götzenanbeter im Gelobten Land zu töten. Eine von ihnen war Rahab. Sie war eine Prostituierte. Aber sie kehrte um und half den Hebräern. Sie heiratete einen hebräischen Leiter. Sie wurde eine Vorfahrin von Jesus.

Es ist einfach, sich so sehr für eine politische Partei oder eine christliche Sache zu engagieren, dass wir denken, Jesus würde zu unserer Partei gehören. Jesus liebt auch deine Gegner. Du bist nicht fehlerlos und deine Widersacher sind vielleicht nicht alle böse.

Heute gibt es unter Christen zwei Fraktionen. Viele von uns definieren sich über das, wogegen wir sind. Auf beiden Seiten gibt es Recht und Unrecht.

Billy Graham war konservativ. Er hat aber darauf bestanden, dass schwarze und weiße Christen in seinen Versammlungen nicht getrennt sitzen sollten. Er hat auch US-Präsidenten auf beiden Seiten der Politik gedient.

Martin Luther King Jr. wurde von vielen konservativen Christen bekämpft, weil sie sein Engagement für die Rechtsgleichheit als Rebellion gegen Gottes Ordnung ansahen.

Samstag, 17. Dezember 2022

Entfremdungen zwischen Christen

 Es gibt so viele Missverständnisse und Entfremdungen zwischen Christen.

Ein amerikanischer Prediger hat eine Vision bekommen, indem christliche Soldaten von beiden Seiten des amerikanischen Bürgerkriegs zu Jesus kamen. 

Sie zeigten Jesus ihre Schwerter, und wischten das Blut ihrer Feinde von den Klingen. Sie glaubten an Jesus, und sie hatten ihre Glaubensbrüder geschlachtet.

Es gibt Katholiken, die Jesus lieben, und es gibt Christen in Landeskirchen und Freikirchen, die Jesus lieben.

Vielen Katholiken wurde beigebracht, dass alle Protestanten Ketzer sind, die auf dem Weg zur Hölle sind. Nicht wenige Protestanten verurteilen alle Katholiken auf dieselbe Weise.

Auf beiden Seiten gibt es einige Bibellehrer, die behaupten, dass alle ihre Lehren fehlerfrei sind und dass alle Andersdenkenden Ungläubige und Verdammte sind.

Wenn wir die christliche Geschichte studieren, sehen wir, dass sich Christen verschiedener Konfessionen nicht nur missverstanden, sondern nicht selten gehasst oder abgeschlachtet haben.

Nicht nur die Katholiken, sondern auch Luther und Zwingli haben Wiedertäufer sehr grausam verfolgt.

Wir missverstehen Jesus oft total. Jesus hat nie gesagt, dass man in Gottes Himmel kommt, wenn man theologisch korrekt ist.

Für Paulus war Theologie sehr wichtig, aber Paulus schrieb auch nie, dass nur theologisch korrekte Denker eine Eintrittskarte in Gottes Reich haben.

Gerecht gemacht also aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Römer 5,1–2 EÜ

Eine wunderschöne Veranschaulichung dieser Wahrheit finden wir in der Geschichte von Jesus Tod am Kreuz.

Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns!

Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.

Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!

Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Lukas 23,39–43 EÜ

Der sterbende Verbrecher hatte keine Ahnung von Theologie. Er war wahrscheinlich kein frommer Jude, der mit der Heiligen Schrift vertraut war, aber er erlebte eine persönliche Begegnung mit Jesus, mit der Liebe des Sohnes Gottes.

Wenn du eine persönliche Begegnung mit Jesus hast, und ihm dein ganzes Leben anvertraust, hast du schon die freie Gebe des Ewigen Lebens empfangen.

Jesus verspricht dir, was er einst in der Bibel sagte:

Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Johannes 11,25–26 EÜ

Mit dieser Begegnung und mit dieser Entscheidung, hast du einen neuen Anfang im Leben, aber das ist nur der Anfang.

Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,

und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
Johannes 8,31–32 SLT


Sonntag, 4. Juli 2021

Unsere Suche nach Identität und Gemeinschaft

Wir alle haben eine Sehnsucht nach Gemeinschaft. Ohne das Gefühl der Zugehörigkeit sind wir oft verunsichert und einsam.

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht! 1 Mose 2,18 SLT

Andrerseits haben wir Angst vor Ablehnung, indem wir von unserer Familie oder Gemeinschaft ausgeschlossen sind.

Unsere Identität ist kaum von unserem Gefühl der Zugehörigkeit zu trennen.

Dein Name bezeichnet dich als Mitglied einer Nation oder Religion. Ahmed oder Mohammed Ali ist wahrscheinlich Moslem. Aaron Goldstein ist wahrscheinlich Jude, und zwar Aschkenasisch. Siobon ist eine Frau irischer Herkunft und Wladimir ist Russisch.

Bei einem Fußballspiel sehen wir nicht nur die Fußballspieler, sondern auch die meisten Zuschauer gehören der einen oder anderen Mannschaft an.

Innerhalb einer Nation identifizieren viele mit ihrer Region. Viele Bayern betrachten Norddeutscher als Außenseiter. Im Rheinland gibt es eine Rivalität zwischen Düsseldorf und Köln.

In England, Italien, Deutschland und in den Vereinigten Staaten sehen wir immer noch eine Rivalität zwischen Nord und Süd. In Deutschland spricht man heute von Ossis und Wessis.

Im Neuen Testament haben die religiösen Leiter in Jerusalem auf die Galiläer herabgeschaut.
Der Konflikt zwischen Nord und Süd in Israel dauerte Jahrhunderte.

Muslime haben mir gesagt, dass Muslime niemals andere Muslime töten dürfen. Ich habe gefragt, warum es so viele Kriege zwischen Muslimen gibt. Die übliche Antwort ist, dass die Feinde keine wahren Muslime sind. 

Einmal fragte ich, warum die Feinde in einem Krieg nicht als Muslime angesehen werden, aber wenn sich die Pilger jedes Jahr in Mekka versammeln, werden alle Arten von Muslimen anerkannt. Der Muslim konnte das nicht erklären.

Aber wir Christen sind manchmal nicht anders. Manche evangelischen Christen sind überzeugt, dass kein Katholik in den Himmel kommen kann. Es gibt auch Katholiken, die meinen, nur Katholiken können wahre Christen sein.

Es gibt Lutheraner, die alle Freikirchen als Sekten verurteilen, und es gibt Freikirchen, die auf Lutheraner herabschauen.

Es gibt auch Freikirchen, die Pfingstler nicht als Christen anerkennen.

Aber du bist nicht wegen deiner Angehörigkeit zu einer Konfession errettet, sondern durch deine persönliche Beziehung zu Jesus.

Kurz vor seiner Verhaftung und Hinrichtung hielt Jesus eine sehr wichtige Rede.

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Johannes 15,1 SLT

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Johannes 15,5 SLT

Deine Zugehörigkeit besteht in erster Linie nicht aus deiner Mitgliedschaft deiner Familie, deiner Gemeinde, deiner Konfession oder deiner Nation. 

Wenn du in enger Gemeinschaft mit Jesus lebst, kannst du deine Unsicherheit loswerden. Gott liebt dich als sein eigenes Kind.

Bist du dann nicht mehr wer du bist? Du bleibst immer noch Deutscher oder Schweizer, Mann oder Frau, Lehrer oder Taxifahrer, vielleicht Pfingstler oder Baptist oder …. 

Du bist du und Gott hat dich einmalig geschaffen. Keiner ist wie du.

Aber du gehörst zu Gottes Familie, und du bist nicht mehr Otto Normalbürger, sondern ein Sohn oder eine Tochter des allmächtigen Königs im Himmel.