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Montag, 19. Juni 2023

Cancel Culture, Kultur abschaffen.

 Viele traditionelle Konservative in den westlichen Ländern wollen uns glauben lassen, dass Cancel Culture eine böse revolutionäre Bewegung ist, die von wütenden Schwarzen und linken Aktivisten erfunden wurde.

Manchmal kann die Cancel Culture zu weit gehen. Einige sehr bedeutende Männer in der Geschichte haben sehr schlimme Dinge getan. Wenn wir ihre positiven Errungenschaften nicht mehr feiern, wird unser Geschichtsverständnis darunter leiden.

  • König David hatte zu viele Frauen, und er war nicht immer ein guter Vater.

  • George Washington war der erste Präsident der USA, aber er besaß eine Menge Sklaven.

  • Martin Luther verfolgte Juden und Wiedertäufer.

  • Johannes Brahms war Frauenfeindlich.


Aber Moment mal. Ist "Cancel Culture" wirklich eine neue Sache?

Ich bin ein Liebhaber der klassischen Musik. Vor über 100 Jahren gab es keine Frauen, die in einigen Elite-Sinfonieorchestern spielten. Jetzt gibt es zahlreiche wunderbare Komponisten und Dirigenten, die Frauen sind.

Ich bin 74 Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang klassische Musik geliebt, aber erst in den letzten Jahren habe ich eine Menge hervorragender Musik von Komponistinnen gehört, die vorher ignoriert wurde.

Einer der berühmtesten klassischen Komponisten ist Felix Mendelssohn. Seine ältere Schwester Fanny war mindestens ebenso begabt. Einige ihrer wunderbaren Werke sind wiederbelebt worden.
Sie war gezwungen, eine traditionelle Ehefrau und Mutter zu sein, und durfte keine Vollzeit-Musikkarriere verfolgen. Kultur abbrechen.

Vor kurzem hörte ich von einer Frau, die eng mit Einstein zusammenarbeitete. Sie war ein Genie und ihre Ideen hatten einen großen Einfluss auf Einstein, aber er bekam die ganze Anerkennung, während sie vergessen wurde.

Als die spanischen Konquistadoren Mexiko und Südamerika eroberten, machten sie sich systematisch daran, die Sprachen und die Kultur der Eingeborenen zu unterdrücken. Kultur abschaffen.

Als europäische Kolonisten in Nordamerika und Australien einfielen, begingen sie Völkermord und unterdrückten die Sprachen und die Kultur der Eingeborenen. Kultur streichen.

Im 19. Jahrhundert ließen sich nordamerikanische Missionare auf Hawaii nieder. Ihre Nachkommen stürzten die einheimische hawaiianische Monarchie und machten Hawaii erst zur amerikanischen Kolonie und dann zu einem Staat der USA. 

Noch vor kurzem wurden hawaiianische Kinder für das Sprechen der hawaiianischen Sprache bestraft. Kultur abbrechen.

Ich habe einmal einen afrikanischen Prediger getroffen, der nach Australien ausgewandert ist. Er sagte mir, dass Tanzen für Christen nicht erlaubt sei. Für Afrikaner ist Tanzen wie Atmen. Kultur streichen.

Als ich ein Kind in Australien war, ging ich auf ein Church of England-Gymnasium. Wir lernten über britische Helden und Kolonialpioniere.

Wir haben gelernt, dass Alexander Fleming das Penicillin entdeckte, aber wir erfuhren nicht, dass sich ein australischer Professor und ein deutsch-jüdischer Flüchtling den Nobelpreis für Penicillin teilten, als sie Flemings Entdeckung in ein lebensrettendes Medikament umwandelten. Kultur unterdrücken.

Als Christ hatte ich schon viel über die walisische Erweckung im Jahr 1904 gehört.

Vor einigen Jahren besuchten einige walisische Prediger unsere Kirche in Australien.

Wenn sie in den Straßen der Stadt predigte, kamen viele Menschen, um sich segnen zu lassen: Politiker, Wirtschaftsführer, Prostituierte und alle dazwischen. In den meisten christlichen Geschichtsbüchern wird sie ignoriert. Kultur abschaffen.

Die Cancel Culture wird seit Jahrhunderten von konservativen weißen Christen praktiziert.

Nun gibt es nicht mehr Juden oder Nichtjuden, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen. Denn ihr seid alle gleich – ihr seid eins in Jesus Christus.
Gal 3,28 NLB

Dienstag, 23. Mai 2023

Kulturkämpfer oder Menschenfischer?

Und Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! Mk 1,17 LUT84

Menschenfischer retten Sünder, denn wir alle sind ohne Jesus Sünder und brauchen seine Rettung und Vergebung.

Wie hat Jesus gegen Sünde gekämpft? Er predigte nicht gegen Prostitution oder Saufen. Er wurde als Freund der Sünder verleumdet.

Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagen sie: Siehe, was ist dieser Mensch für ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden aus ihren Werken. Mt 11,19 LUT84

Paulus hat in dem heidnischen römischen Reich missioniert. Da gehörte Homosexualität und Sklaverei zu der Weltordnung, die nicht infrage gestellt wurde.

Unter den Griechen und Römern wurden viele Ehefrauen so unterworfen, wie heute in manchen sehr gesetzlichen islamischen Kulturen.

Wie in manchen Kulturen heute schaute man auf Frauen und Mädchen herab. Ein wohlhabender römischer Familienvater befahl seiner schwangeren Frau, sie musste ihr Baby behalten, wenn es ein Junge war, aber wenn es ein Mädchen war, sollte sie es draußen in der Kälte sterben lassen.

Die weiblichen Babys wurden dann von Menschenhändlern sozusagen geerntet und als Sklaven und Zwangsprostituieren erzogen.

Es war undenkbar, dass seine Frau nicht gehorchen sollte. Die Familie war eine männliche Diktatur.

Wenn wir die Predigten von Paulus in der Apostelgeschichte lesen, sehen wir kein Wort darüber. Paulus war ein Menschenfischer und kein Kulturkämpfer.

Die Berufung von Paulus war, Menschen zu retten und christliche Gemeinde zu gründen, nicht das römische Reich umzustürzen.

Heute werden Babys nach 8 Monaten Schwangerschaft ans Licht gebracht und dann umgebracht.

Das nennt man Teilgeburtsabtreibung. Sollen wir das befürworten? Natürlich nicht.

Aber wenn die nicht mehr christliche Welt nur unsere Proteste gegen Gendermainstreaming und Abtreibung hört, werden wir als Pharisäer verurteilt und nicht ernst genommen.

Wir müssen Jesus darstellen, wie er war und wie er ist. Jesus als Mensch auf der Erde sorgte für die Armen, Behinderten, Kranken und auch psychisch Kranken

Er war auch mit verachteten Sündern freundlich. Wenn wir nicht so denken und handeln wie Jesus, werden wir als rechthaberische Pharisäer angesehen.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. 

Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten. Joh 3,16–17 NLB

Dienstag, 14. März 2023

Missbrauch, Sünde und Gnade

 So viele Mädchen werden sexuell missbraucht, aber auch Jungen. Es gibt Männer, die Kinder missbrauchen, aber nicht nur Männer.

Johannes Brahms, der große deutsche Komponist, musste als Junge in einer Kneipe in Hamburg Klavier spielen, weil seine Familie nicht wohlhabend war. Die Kneipe war auch ein Bordell für Matrosen. Der Junge war ungefähr 13 Jahre alt, also in Pubertät.

Er musste viele aufreizende Verlockungen beobachten. Die Prostituierten haben auch den jungen Musiker angemacht. Brahms war sein Leben lang frauenfeindlich. Er heiratete nie aber besuchte ab und zu Bordellen.

Heute ist Porno wie eine Pandemie. Sehr viele Kinder sind im Internet Porno ausgesetzt. 

Viele Pastoren sind Pornosüchtig, aber äußerlich sind sie anständige Christen. 

Es gibt viele Kinder, die in sehr strickten Gemeinden heimlich missbraucht werden. Niemand will den Opfern glauben.

Ein Teenager hat sich im Internet Pornos angesehen. Als sein christlicher Vater die Fotos sah, sagte er seinem Sohn er soll sein Studium ernst nehmen, wenn er wirklich Frauenarzt sein wollte.

Es ist wichtig, christliche Gerechtigkeit beizubringen, aber nie ohne Liebe und Gnade. 

Wir müssen Gottes Heiligkeit ernst nehmen. Sünde bleibt immer noch Sünde. Aber Puritanische Gesetzlichkeit und prüde Keuschheit funktionieren nicht mehr.

Der Sohn eines Pastors wurde von einem Mann missbraucht. Als er mit seiner Mutter sprach, war sie entsetzt, dass er von solchen unheiligen Dingen sprach. Sie hat seinen Mund mit Seife gewaschen.
Er wurde schon von einem Mann missbraucht und dann auch von seiner Mutter traumatisiert.

Viele Kinder werden missbraucht, deren Mütter entweder wegschauen oder das Kind direkt oder indirekt beschuldigen.

Es gibt auch Frauen, die Jungen Sex beibringen.

So viele Christen haben traumatische und verwirrende Erfahrungen hinter sich. Es gibt auch Frauen, die drogensüchtig sind und dann sich bekehren. Sie schämen sich, von ihren Erfahrungen in Prostitution zu sprechen.

Puritanische Gesetzlichkeit und schamhafte Prüderie funktionieren nicht mehr.


Traumatisierte Christen brauchen empathische Hilfe.

Eine junge Frau arbeitete in einer großen Gemeinde. Ein junger Mann, mit der sie im Dienst war, hat sie vergewaltigt. Die hat das Verbrechen mit einem Jugendpastor gemeldet, aber er sagte, er wollte von solchen unheiligen Sachen nichts hören.

Puritanische Gesetzlichkeit und schamhafte Prüderie funktionieren nicht mehr.Damit ist nicht gemeint, dass wir Sünde entschuldigen oder schönreden dürfen. Sex vor der Ehe ist immer noch Sünde.

Aber warum wird das Opfer so oft beschuldigt und nicht den Täter, besonders wenn der Täter ein äußerlich anständiger Mensch ist, oder vielleicht ein Elternteil oder Pastor? 

Die Pharisäer wollten nichts von Sünde wissen. Sie schauten auf Sünder herab, aber Jesus war der Freund der Sünder und behandelte Opfer als Opfer, nicht als böse Menschen.

Jesus begegnete einer Frau an einem Brunnen in Samaria.

Jesus sprach zu ihr: „Geh hin, ruf deinen Mann und komm her!“

Die Frau antwortete ihm: „Ich habe keinen Mann.“ Jesus sprach zu ihr: „Du hast richtig gesagt: ‚Ich habe keinen Mann.‘

Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; damit hast du Wahres gesagt.“
Joh 4,16–18 lut.heute

Diese Frau war fünfmal verheiratet. Ein Mann hatte das Recht, seiner Frau loszuwerden. 

Eine geschiedene Frau war nicht schuldig, sondern ein Opfer. Wer wollte eine fünfmal verheiratete Frau heiraten? Aber sie brauchte einen Mann, um sie zu versorgen, wenn sie keine Prostituierte sein wollte.

Jesus verstand die Klemme, in der eine abgelehnte Frau gefangen war.

Die Pharisäer wollten nichts von Sünde wissen. Sie schauten auf Sünder herab, aber Jesus war der Freund der Sünder und behandelte Opfer als Opfer, nicht als böse Menschen.

Puritanische Gesetzlichkeit und schamhafte Prüderie funktionieren nicht mehr. 

Heute sind die Homo-Ehe und das Gender-Mainstreaming heikle aktuelle Themen. Christen verkünden biblisch begründete Urteile, aber wo sehen wir Mitgefühl, wie es bei Jesus in der Bibel zu finden ist?