Donnerstag, 15. August 2024

Mission mit Schwierigen Menschen

Ich war einige Jahre lang in einer wunderbaren Gemeinde, wo allerlei Menschen willkommen waren. Freaks, Prostituierte, ex Gefangene waren immer in Treffen zu sehen.

Es war in der Gemeinde ein Mann, der 23 Jahren im Knast verbracht hatte. Wahrscheinlich war er ein Mörder.

Er besuchte regelmäßig Gefängnisse und brachte immer ex Gefangene zu den Gottesdiensten.
Das bisherige Leben dieses Mannes war zweifellos schrecklich, aber nach seiner Bekehrung war er wie ein Engel für gebrochene Männer.

Als Jesus bei einem Pharisäer zu Gast war, kam eine Frau hinein, die ein sündhaftes Leben führte.

Sie kniete vor Jesus nieder und weinte. Ihre Tränen fielen auf seine Füße, und sie trocknete sie mit ihren Haaren. Dann küsste sie ihm wieder und wieder die Füße und salbte sie mit dem Öl. Lk 7,38 NLB

Der religiöse Gastgeber war entrüstet.

Jesus wusste, was er dachte, und sagte zu dem Pharisäer: »Simon, ich habe dir etwas zu sagen.« Simon nickte: »Ja, Meister, sprich nur.«

Darauf erzählte Jesus: »Ein Mann lieh zwei Leuten Geld – dem einen fünfhundert Denare und dem anderen fünfzig.

Als keiner der beiden ihm das Geld zurückzahlen konnte, erließ er ihnen ihre Schulden. Wer von den beiden liebte ihn danach wohl mehr?«


Simon antwortete: »Ich nehme an, derjenige, dem er die größere Schuld erließ.« Jesus sagte ihm: »Das stimmt.« Lk 7,40–43 NLB

Der Pharisäer war offensichtlich erschrocken, als Jesus dann erklärte, dass die Sünden dieser Frau vergeben waren.

Die religiösen Streber sagten, Jesus sei ein Freund der Sünder, aber in ihren Augen war das kein Kompliment. Aber Gott ist ganz anders als viele religiöse Rechthaber und Perfektionisten.

Wie können wir diese Vorgehensweise von Jesus heute umsetzen?

Ich kenne Frauen, die Bordellen besuchen und Prostituierten mit Freundlichkeit helfen, aber nicht alle Christen können das tun, und viele Christen sollen das nicht tun.

Ich habe einen Stammtisch in einer Kneipe regelmäßig besucht und hielt freundliche Gespräche mit einem New Age Mystiker. Nicht alle Christen können oder sollen das nicht versuchen.

Ein Mann in unserer Gemeinde erzählte von einem Freund, der ein Haus mietete, wo die Nachbarn sein Leben zur Hölle machten. Er betete regelmäßig für die Nachbarn und behandelte sie Höflich. Nach und nach wurden böse Nachbarn menschlich und freundlich.

Wenn du allerlei Menschen mit Respekt und Freundlichkeit behandelst, wirst du manchmal erstaunt, wie Gott böse Menschen transformieren kann.

Aber wir müssen auch vorsichtig sein.

Es gibt Menschen, die dich nur manipulieren und ausbeuten wollen. Vorsicht vor Narzissten mit kalten Herzen.

Es gibt auch egozentrische Kriminelle, die christliche Kirchen ausnutzen, um sexuelle Opfer zu finden, insbesondere Kinder und junge Frauen.

Nicht nur Männer können gefährlich sein, sondern auch manche bösen Frauen.

Ich kenne ein christliches Ehepaar. Sie wollten immer freundlich sein und Außenseiter helfen. Sie fuhren ein Ehepaar regelmäßig zu Gottesdiensten, aber es stellte sich heraus, dass die Frau eine Hexe war, die in der Gemeinde großen Schaden anrichtete.

Gefährliche  Menschen können Außenseiter sein, die Gottesdienste besuchen, oder es gibt auch Priester oder Prediger, die wirklich Wölfe in Schafkleidung sind.

Vorsicht vor Predigern, die alles und jeden in der Kirche beherrschen und persönlich kontrollieren wollen, egal wie heilig sie erscheinen mögen.

Mittwoch, 14. August 2024

Gottes Medikament gegen Stress

 Jesus war von seiner Geburt in Bethlehem bis zu seinem Tod am Kreuz von Konflikten und Ablehnung umgeben. Er wurde in einem Stall geboren. Maria und Josef mussten nach Ägypten fliehen, um ihr Kind vor der Ermordung zu retten.

Als Jesus sein Wirken begann, wurde er drei Jahre lang von den religiösen Machthabern bekämpft und verfolgt, bis sie ihn unter falschen Anschuldigungen hinrichten ließen.

Sein Land war von brutalen römischen Soldaten besetzt. Das jüdische Volk war in religiöse und politische Fraktionen gespalten. Es waren religiöse Legalisten, gewalttätige Freiheitskämpfer und korrupte Kollaborateure, die für die römischen Besatzer arbeiteten.

In diesem chaotischen Umfeld hat Jesus die Menschen geliebt, sich um sie gekümmert, Vergebung praktiziert und gelehrt und seine Feinde geliebt.

Die Welt, in der wir heute leben, ist auf katastrophale Weise chaotisch.

Unsere Umwelt ist stressig. In Familien, Gemeinden und Facebook-Gruppen gibt es Konflikte, Konflikte wegen unterschiedlicher politischer oder religiöser Sichtweisen, wegen Geschlechtsidentität und allerlei schwieriger Themen.

Wir sehen in der Bibel Jesus als Vorbild. Er lebte auch in einer extrem stressigen Zeit. Er liebte Juden und nicht Juden, römische Offiziere und Prostituierte.

Paulus war ein echter Jünger und auch ein wunderbares Vorbild. Er liebte und respektierte Männer und Frauen, Sklaven und Intellektuellen.

Nun gibt es nicht mehr Juden oder Nichtjuden, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen. Denn ihr seid alle gleich – ihr seid eins in Jesus Christus. Gal 3,28 NLB

In dem Leben von Jesus und dann Paulus sehen wir immer Freundlichkeit. Natürlich war Freundlichkeit nicht immer möglich. Jesus und Paulus konnten auch konfrontieren, aber sie wollten so weit wie möglich, alle Menschen mit Freundlichkeit zu behandeln.
 
Die Freundlichkeit geht in dieser Zeit oft verloren. So viele Menschen sind von Stress und Verletzungen überwältigt. Ablehnung ist zu einer Epidemie geworden. So viele Menschen werden zurückgewiesen, und dann werden sie immer defensiver.

 Viele Menschen hassen sich selbst. Wie können sie dann ihre Mitmenschen lieben?

Das Gegengift ist nicht Kulturkrieg, sondern Freundlichkeit und Liebe.

In den Tagesnachrichten und in Sozialmedien sehen wir immer wieder Krieg, Kulturkrieg, Hass und Gewalt, Mord und Korruption. Natürlich reagieren wir oft mit Entrüstung, aber wir stehen dann in Gefahr, gewohnheitsmäßig entsetzt zu sein.

Ärgere dich nicht über die schlechten Menschen. Beneide die nicht, die Unrecht tun.

Denn sie werden wie Gras verdorren und wie Blumen verwelken.


Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, dann wirst du im Lande sicher leben, und es wird dir gut gehen. 

Freu dich am HERRN, und er wird dir geben, was dein Herz wünscht. Ps 37,1–4 NLB

… »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken lieben.‹ Und: ›Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.‹« Lk 10,27 NLB

Das Gegengift, das wir brauchen ist nicht Kulturkrieg, sondern Liebe. Du kannst Gott nicht lieben, ohne Gottes Liebe zu empfangen.

Und das ist die wahre Liebe: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns zuerst geliebt und hat seinen Sohn gesandt, damit er uns von unserer Schuld befreit.
Liebe Freunde, weil Gott uns so sehr geliebt hat, sollen wir auch einander lieben.
1. Joh 4,10–11 NLB


Aber wer sich selbst hasst, kann Gottes Liebe nicht empfangen, und auch seinen Nächsten nicht lieben.

Wir müssen unsere Gedankenwelt reinigen. Denke an schöne Erinnerungen. Danke Gott für Menschen, die dir geliebt oder geholfen haben. Lass die Schrecken in dieser Welt die von Gott gegebenen Segen in deinem Leben nicht beseitigen.

Dienstag, 13. August 2024

Hoffnung mit Jesus

Du bist schwach, aber du hörst nicht auf zu glauben. Gott wird dich belohnen.

Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Mt 5,3 LU84

Du bist zerbrochen, missverstanden, misshandelt, aber du weigerst dich, Gott die Schuld zu geben. Gott möchte dich trösten.

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Mt 5,4 LU84

Du bist an einem finsteren Ort. Du siehst keinen Ausweg, aber das Licht der Liebe Gottes leuchtet in der Finsternis.

Das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen.
Joh 1,5 NLB

Es leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.
Joh 1,5 HfA

Du steckst in Schwierigkeiten, aber Jesus ist auf deiner Seite. Gib nicht auf!

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!
Joh 16,33 SLT

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?
Röm 8,31 SLT

Wenn du misshandelt wirst, gib dich niemals dem Hass und der Bitterkeit hin. Gott liebt dich immer noch. Gib niemals nach.

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Röm 12,21 LU84

Glücklich ist, wer die Prüfungen des Glaubens geduldig erträgt. Wenn er sich bewährt hat, wird er das ewige Leben empfangen, das Gott denen versprochen hat, die ihn lieben.
Jak 1,12 NLB

Donnerstag, 1. August 2024

Gebet und Willensfreiheit

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. 1 Mose 1,27 LU84

Gott gab Adam und Eva die Macht, die erstaunlichste aller Entscheidungen zu treffen: Gott zu gehorchen oder nicht zu gehorchen!!! 

Die Menschen wurden ermächtigt, echte Entscheidungen zu treffen, sonst würden sie nicht das Bild des obersten Entscheidungsmachers, Gott, widerspiegeln.

Er befahl dem Menschen jedoch: »Du darfst jede beliebige Frucht im Garten essen,
abgesehen von den Früchten vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Wenn du die Früchte von diesem Baum isst, musst du auf jeden Fall sterben.«
1 Mose 2,16–17 NLB

Gott gab Adam und Eva die Fähigkeit zu sündigen, sich seinem eigenen Willen zu widersetzen. Das ist es, was Sünde ist.

Das ist die Realität des freien Willens. Gott hat diesen freien Willen, seinem Willen zu gehorchen oder sich ihm zu widersetzen, nie abgeschafft. 

Warum sündigen wiedergeborene Christen immer noch, wenn sie ein neues Herz und eine neue Natur bekommen haben? Weil wir immer noch einen freien Willen haben, den Gott souverän bestimmt hat, dass wir ihn haben sollen.

Wenn der Mensch keinen freien Willen hat, um dem Willen Gottes zu gehorchen oder sich ihm zu widersetzen, wenn alle unsere Handlungen von Gott bestimmt sind, dann müssten wir Calvin zustimmen, der sagte:

"Gott hat nicht nur vorhergesehen, dass Adam fallen würde, sondern auch verfügt, dass er fallen sollte." (Calvin Inst., b. 3, c. 23, sec. 7.) .... "Er fiel nicht nur mit der Zulassung, sondern auch mit der Bestimmung Gottes." (Calvin Responsio ad Calumnias Nebulonis cujusdam ad Articulum primum.) "Er sündigte, weil Gott es so bestimmt hat,“ (Calvin Inst., b. 3, c. 24, sec. 8.) (Calvin: Christliche Glaubenslehre)

Bedeutet das, dass jeder Mensch die völlige Freiheit hat, die Wahl zu erkennen, mit der er oder sie konfrontiert ist? Leider nicht.

Wenn aber unser Evangelium doch verdeckt ist, so ist es nur bei denen verdeckt, die verloren gehen,
den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen.
2. Kor 4,3–4 ELB 2006

  • Es ist sehr schwer zu glauben, wenn man in einem kommunistischen Land in dem Glauben erzogen wird, dass es keinen Gott gibt.

  • Es kann sehr schwer sein zu glauben, wenn man von klein auf gelehrt bekommt, dass Christen schlechte Menschen sind, die an drei Götter glauben.

  • Es kann schwierig sein, an die Güte Gottes zu glauben, wenn du in einer brutalen, misshandelnden Familie aufgewachsen bist, in der du dazu gebracht wurdest, an Jesus als strengen Richter zu glauben, der dich hasst, wenn du sündigst.

Hier zeigt sich die Notwendigkeit der mächtigen Gnade Gottes, um blinde geistliche Augen zu öffnen.

Wie können wir als Gläubige in diese Finsternis eindringen?

Es gibt viele Menschen, die nicht glauben können, wenn sie nur eine Botschaft hören. Sie brauchen eine persönliche Erfahrung oder eine direkte Begegnung mit Gott.

Millionen von Menschen bekehren sich in unserer Zeit von anderen Religionen durch Heilungswunder und Träume und Visionen, in denen sich Jesus persönlich offenbart.

Dies ist das Ergebnis von Millionen von Christen, die für die Bekehrung von Atheisten und Gläubigen anderer Religionen beten. Gott befiehlt uns zu beten und an seine Bereitschaft zu glauben, mit großer übernatürlicher Kraft zu antworten.

Mittwoch, 31. Juli 2024

Frauen in Leiterschaft

 Warum ich nicht mit John MacArthurs Ansicht übereinstimme, dass Frauen in der Kirche nicht lehren oder leiten dürfen:

(Artikel von Bob Edwards. Kopiert mit Erlaubnis)

So beschreibt das griechische Neue Testament den Dienst der Frauen:

Phöbe: διάκονον (Diakon) und προστάτις (Leiterin), Römer 16:1-2
Priszilla: eine der συνεργούς (Mitarbeiterin) des Paulus, Römer 16:3; ἐξέθεντο (erklären, auslegen) "den Weg Gottes genauer", an einen Mann, Apg 18:26.
Junia: ἐπίσημοι ἐν τοῖς ἀποστόλοις (hervorragend unter den Aposteln), Römer 16:7
Mein Verständnis, warum 1. Timotheus 2:12 und 1. Korinther 14:34-35 Frauen nicht verbieten, in der Gemeinde zu lehren, zu leiten oder zu sprechen:

1. Timotheus 2,12 ist kein Verbot gegen "alle" Frauen, die in der Gemeinde von Ephesus lehren oder leiten.

Priszilla lehrte einen Mann in Ephesus den Weg Gottes, um genau zu sein.  Der Kontext des Verses steht in einem Brief gegen "falsche Lehren" (1. Timotheus 1,3), "gottlose Mythen" (1. Timotheus 4,7), "widersprüchliche Vorstellungen von dem, was man fälschlicherweise Wissen nennt" (1. Timotheus 6,20).  Eine Frau, die sich *mit falscher Lehre* beschäftigt, sollte lernen, bevor sie lehrt.

Ich glaube nicht, dass 1. Korinther 14,34-35 ein Befehl von Paulus war, der Frauen sagte, sie müssten in der Kirche schweigen; ich glaube auch nicht, dass Paulus sagte, es sei "schändlich" für Frauen, in der Kirche gehört zu werden.  Das mündliche rabbinische Gesetz der damaligen Zeit besagte diese Dinge:

"Die Stimme einer Frau ist verboten, weil sie sexuell aufreizend ist" (Talmud, Berachot 24a).  
"Es ist eine Schande für eine Frau, ihre Stimme unter Männern hören zu lassen" (Talmud, Traktat Kidduschin).

Ich glaube, dass Paulus' Antwort auf das mündliche Gesetz in 1 Korinther 14:36-39 zu finden ist:

"Was? Ist das Wort Gottes von euch ausgegangen oder ist es nur zu euch gekommen? ... Darum, meine Brüder und Schwestern, seid eifrig am Prophezeien und verbietet nicht das Reden in Zungen."

Mit anderen Worten: Die mündliche Überlieferung sollte nicht dazu benutzt werden, Frauen daran zu hindern, ihre geistlichen Gaben in der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen; jeder muss einfach seine Gaben in geordneter Weise zum Ausdruck bringen (siehe Vers 40).

Die Ämter werden nicht nach dem Geschlecht vergeben. Sie werden nach der geistlichen Begabung vergeben:

Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben nach der uns gegebenen Gnade, so lasst sie uns gebrauchen: Es sei Weissagung, in der Entsprechung zum Glauben;

es sei Dienst, im Dienen; es sei, der lehrt, in der Lehre;

es sei, der ermahnt, in der Ermahnung; der abgibt, in Einfalt; der vorsteht, mit Fleiß; der Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit.
Röm 12,6–8 ELB 2006

„... der vorsteht, mit Fleiß..“

Das griechische Wort, das die Gabe der Leiterschaft (vorsteht) beschreibt, ist προϊστάμενος; es ist das verwandte Verb von προστάτις, dem Wort, das zur Beschreibung der Führungsrolle von Phöbe in Römer 16,2 verwendet wird.

"Da ist weder Jude noch Heide, weder Sklave noch Freier, noch Mann und Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus"
(Galater 3,28).  

Paulus hat das wirklich geglaubt.  Als Petrus in Galater 2,11-14 die Heidenchristen anders behandelte als die Judenchristen (indem er sich weigerte, mit ihnen zu essen), wies Paulus ihn zurecht.  Wie in 1. Korinther 14 erklärt Paulus, dass es falsch ist, "Heiden zu zwingen, jüdischen Bräuchen zu folgen" (Gal 2,14).

Wenn John MacArthur Frauen sagt, dass sie in der Gemeinde nicht lehren oder leiten dürfen, handelt er meiner Meinung nach wie Petrus in Galater 2, er setzt das Wort Gottes außer Kraft, indem er an der menschlichen Tradition festhält (siehe die Bemerkungen Jesu zu den religiösen Führern seiner Zeit in Markus 7,13

Sonntag, 7. Juli 2024

Die Liebe wird Kalt

 Und wegen der Vermehrung der Gesetzlosigkeit wird die Liebe der Vielen erkalten… Mt 24,12 BidF

Bandengewalt, Terrorismus, häusliche Gewalt, Korruption in Politik und Wirtschaft, brutaler Rassismus, Geschlechterverwirrung, chaotische sexuelle Promiskuität, sadistische Pornografie, Menschenhandel, brutale Diktaturen, aggressive Militärmächte, Kriege und die Angst vor Kriegen, Abtreibungen bei Lebendgeburten.

Die Gesetzlosigkeit nimmt immer mehr zu.

Die Massenmedien und das Internet machen uns mehr denn je die Schrecken der Welt bewusst. 

Es ist so überwältigend, dass wir oft unsere Emotionen abschalten oder in der Unterhaltung Zuflucht suchen.

Andererseits können wir uns emotional auf dieses oder jenes Thema einlassen und bekommen einen Tunnelblick. Wir können es nicht ertragen, uns mit mehr als einer kleinen Auswahl von Themen auseinanderzusetzen.

Was ist die Folge? Manche Menschen sind wütend über die Abtreibung, aber sie schauen nicht auf einige der Probleme, die oft zur Abtreibung führen.

Niedrige Löhne, Armut, häusliche Gewalt, Immobilienspekulationen, unbezahlbarer Wohnraum, Obdachlosigkeit und Prostitution führen zu ungewollten Schwangerschaften und zu Frauen, die mit weiteren Kindern nicht zurechtkommen.

Wenn wir von den Schrecken in einer Welt, die außer Kontrolle geraten ist, überwältigt werden, werden unsere Gefühle stumpf oder aus dem Lot geraten und unsere Liebe wird kalt. Wenn wir uns um ungeborene Babys kümmern, aber nicht um das Leid vieler schwangerer Frauen, zeigt das, dass unsere Liebe erkaltet ist.

Wenn wir uns über korrupte Gewerkschaften aufregen, aber die Korruption in den Vorstandsetagen von Unternehmen ignorieren, zeigt das, dass wir unsere Fähigkeit, gerecht zu urteilen, verloren haben.

Wenn unsere Liebe erkaltet ist, ist unsere Weisheit verdorben.
Wir kennen vielleicht den Bibeltext über die Frucht des Heiligen Geistes.


Aber die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, GlaubeGal 5,22 BidF

Wenn wir emotional in die Kulturkriege verwickelt werden, die um uns herum toben, kann das dazu führen, dass wir unsere zarten Gefühle verlieren, die Gefühle, die die Frucht des Geistes sind.

Stattdessen sehen wir die Werke des Fleisches, Manifestationen der sündigen Natur, sogar bei eifrigen Christen.


Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen
Gal 5,19–20 ELB 2006

Wir erleben, dass christliche Leiter in Kulturkriege verwickelt sind, aber wegen geheimer sexueller Sünden bloßgestellt werden.

Wir sehen eifrige Christen, die sich in moralischer Selbstgerechtigkeit üben, kulturelle oder theologische Gegner hassen und christliche Gruppierungen, die sich gegenseitig wütend anprangern.

Und wegen der Vermehrung der Gesetzlosigkeit wird die Liebe der Vielen erkalten…
Mt 24,12 BidF

Einige amerikanische Prediger versuchen, die Menschen auf die Bergpredigt, auf Demut, Mitgefühl und Feindesliebe zu verweisen, aber sie kämpfen auf verlorenem Posten. So viele Christen nehmen die Kulturkriege jeden Tag im Internet auf.

Wenn der Pastor Demut und Sanftmut predigt, erhält er manchmal eine feindselige Antwort von den Kulturkriegern in seiner Gemeinde.

Und wegen der Vermehrung der Gesetzlosigkeit wird die Liebe der Vielen erkalten…
Mt 24,12 BidF


Mittwoch, 3. Juli 2024

Gott und Politik

 Die brutalen Konflikte in Afrika und im Nahen Osten sind schrecklich, aber nicht neu. Der politische Konflikt in Nordamerika, Großbritannien und Europa ist ganz was anderes.

Nationale Einigkeit und gegenseitige Toleranz schwinden schnell. Die Konservativen hassen die Progressiven und die Progressiven hassen die Konservativen. Die christlichen Kirchen werden durch interne ideologische Konflikte zerrissen, die die weitere Gesellschaft widerspiegeln.

Viele britische Christen haben den Brexit leidenschaftlich unterstützt, während andere Christen entsetzt waren und in der EU bleiben wollten.

Als ein amerikanischer Prediger über die Bergpredigt predigte, wandten viele aggressiv konservative Mitglieder ein, dass diese pazifistischen Lehren zu schwach und nicht umsetzbar seien.

Viele amerikanische Konservative wollen jeden Leiter unterstützen, der ihre Überzeugungen vertritt, unabhängig davon, wie autoritär, unehrlich oder unmoralisch er sein mag.

Auf der anderen Seite lassen einige progressive Politiker Abtreibungen bei Lebendgeburten zu und fördern eine extreme postchristliche Politik in Geschlechterfragen.

Früher waren Christen für eine starke militärische Verteidigung der USA gegen eine mögliche russische Aggression. Jetzt unterstützen viele konservative Christen Putin, weil er in die Kirche geht und Homosexuelle verfolgt. Sie vergessen, dass auch Hitler Homosexuelle verfolgte und sich der Unterstützung der Kirchen versicherte.

Es gibt Christen, die für Mindestlohngesetze, Rechtsschutz für Gewerkschaften, staatliche Hilfe für kranke, behinderte und benachteiligte Menschen, soziale Gerechtigkeit für rassische Minderheiten und gleiche Rechte für Frauen eintreten, aber auch gegen unbegrenzte Abtreibung und postchristliche Geschlechterideologie. Wen können sie wählen?

Als ich heute früh im Bett lag, kam mir ein Bibeltext in den Sinn.

Gott ist für uns eine starke Zuflucht. In höchster Not steht er uns bei.
Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Fundamente der Erde schwanken und die Berge mitten im Meer wanken.
Sollen die Wellen doch toben und schäumen und die Berge vor seiner Majestät beben! SELA.
Frisches Wasser strömt durch die Kanäle zur Freude der Menschen in Gottes Stadt. Dort hat der Höchste seine heilige Wohnung.
Ps 46,2–5 BB


Alles ist in Aufruhr. In den reichen Ländern gibt es eine Epidemie von Obdachlosigkeit aufgrund ungerechter Steuergesetze, Immobilieninvestitionen, niedriger Löhne und unzureichender Sozialleistungen.

Gott ist unsere Zuflucht. Gott ist immer noch Gott. Gott schläft nicht in diesen verwirrten Zeiten.

Gott ist weder ein linker Progressiver noch ein rechter Kapitalist. Gott ist Gott, und er ist gut.


Samstag, 29. Juni 2024

Wir brauchen Auszeit.

 Vor einigen Jahren war ich Vollgas im christlichen Dienst, aber ich fühlte mich schuldig. Ich ging dreimal in der Woche in die Kirche, aber meinen alten Vater besuchte ich nur einmal im Monat.

Für viele Christen sind die Feiertage und Versammlungen zu einer anstrengenden Beschäftigung geworden. Man kann den Sabbat streng einhalten, aber niemals entspannen.

Für manche Christen ist Entspannung eine Sünde. Sie müssen sich immer bemühen, etwas Gutes und Notwendiges zu tun, sich immer anstrengen. Nichts zu tun, wäre Müßiggang. Ausschlafen heißt faul sein.

Aber wenn man überfordert, traumatisiert oder gar erschöpft ist, braucht man eine echte Auszeit.

Sonst könnte man im Krankenhaus landen. Manche halten das für eine große Schande, aber diese Scham ist nicht angebracht.

Wenn du Hilfe und Ruhe brauchst, brauchst du Hilfe und Ruhe.
Aber sollten wir nicht nur von Gott erwarten, dass er uns hilft?

Sicher, aber wenn unsere falsche christliche Einstellung uns nur ständig in Pflicht und Anstrengung verwickelt hat und wenn wir in der Kirche wenig Unterstützung oder Verständnis finden, dann stellt Gott uns andere Ressourcen zur Verfügung.

Es gibt Christen, die von ungläubigen Therapeuten in die Irre geführt werden, aber es gibt auch Christen, die in der Psychiatrie mehr Verständnis und Hilfe finden als in der Kirche.

Ich danke Gott für gute Kirchen, gute Seelsorger und für wundersame Heilungen!

Aber ich danke Gott auch für gute Kliniken, gute Ärzte und gute Betreuung.  

Für alles ist eine bestimmte Zeit; und es ist eine Zeit für jedes Anliegen unter den Himmeln: Koh 3,1 BidF

Arbeit, Gebet, Studium, praktische Nächstenliebe: Alles hat seine Zeit, aber es gibt auch eine Zeit, in der Nichtstun und Nachdenken wichtig sind.

Bei Gott allein findet meine Seele Ruhe, von ihm kommt meine Hilfe. Ps 62,2 NGÜ NT+PS

Montag, 24. Juni 2024

Verachte die Armen nicht!

Wer sich über den Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und Er wird ihm seine Wohltat vergelten. Spr 19,17 SLT

Vor einigen Jahren war ich zu Besuch in einer anderen Stadt. Ein Mann bat mich um Geld. Als ich ihn nach seiner Situation fragte, sagte er mir, dass er arbeitslos und obdachlos sei. Er hatte einen schlecht bezahlten Job und lebte von einem Gehaltsscheck zum nächsten. Die konservative Regierung ließ ihn sechs Wochen warten, bevor er Arbeitslosenunterstützung erhielt. Er konnte seine Miete nicht mehr bezahlen und wurde obdachlos.

Manche Menschen können von ihrem Lohn sparen, geben aber alles aus, während andere wirklich nicht sparen können und von herzlosen Regierungen bestraft werden.

Wenn wir alle Sozialhilfeempfänger als faule Almosenempfänger oder Schmarotzer betrachten, machen wir uns der Arroganz schuldig. Die Bibel sagt uns, dass Gott nicht erfreut ist.

Es ist Sünde, einen anderen Menschen zu verachten; glücklich ist, wer den Armen hilft! Spr 14,21 NLB

Wir können die Armen verachten, wenn wir alle Sozialhilfeempfänger für faul und verantwortungslos halten. Manche sind es, aber viele nicht. Viele sind psychisch oder physisch krank.

Wir können grausam zu den Armen sein, wenn wir versuchen, so wenig Steuern wie möglich zu zahlen und eine Politik unterstützen, die Löhne und Sozialleistungen so niedrig wie möglich hält.

Schlimm wird es denen ergehen, die Haus an Haus bauen und Feld an Feld rücken, bis im Land kein Platz mehr für andere ist. Dadurch werden sie zu den alleinigen Besitzern des Landes.
Jes 5,8 NLB

Die sozialistische Diktatur ist teuflisch, aber die Marktwirtschaft ohne humane Regulierung hat zu hemmungslosen Profiten aus der Immobilienspekulation geführt, die in den reichen Ländern eine Epidemie der Obdachlosigkeit ausgelöst hat.

Samstag, 22. Juni 2024

Denke aktiv nach. Sei nicht passiv.

Wer gute Eltern hat, ist gesegnet. Ein Kind vor der Pubertät, das gute Eltern hat, wird oft in den meisten, wenn nicht in allen Dingen mit seinen Eltern übereinstimmen. Gott will, dass wir respektvoll und belehrbar sind.

Aber Gott will auch, dass wir lernen, selbstständig zu denken. Wenn Du wahlberechtigt bist und immer noch in allem mit Deinen Eltern, Deinem Kirchenleiter oder Deinen bevorzugten politischen Leitern übereinstimmst, dann frage ich mich, ob Du jemals gelernt hast, für Dich selbst zu denken.

Paulus fordert Timotheus auf, die Bibel sorgfältig zu studieren, um sich zu vergewissern, dass seine Lehre richtig ist. Timotheus war von Paulus gut gelehrt worden, aber Paulus wollte nicht, dass Timotheus nur wiederholte, was er gelehrt worden war, sondern dass er für sich selbst studierte.

Setz alles daran, dass Gott in dir einen zuverlässigen Arbeiter findet und du dich für nichts schämen musst. Erweise dich als jemand, der Gottes Botschaft von der Wahrheit richtig und klar verkündet. 2. Tim 2,15 HfA

Denke über meine Worte nach. Der Herr wird dir in all diesen Dingen das nötige Verständnis geben.
2. Tim 2,7 NLB

Paulus wollte Timotheus nicht passiv von seinen eigenen Worten abhängig machen, sondern er sollte über seine Lehre nachdenken und Gott selbst um Verständnis bitten.

So viele Christen lassen sich passiv von den Vorstellungen beeinflussen, die sie von ihren Eltern, Lehrern oder Predigern erhalten. Das macht die Gemeinde schwach und unreif.

Paulus schrieb an die Bekehrten in Ephesus und betete dafür, dass sie Weisheit und Offenbarung direkt von Gott empfangen und sich nicht passiv mit dem zufriedengeben, was Paulus sie gelehrt hat.

.. (Ich) bitte den Gott unseres Herrn Jesus Christus, den Vater der Herrlichkeit, euch den Geist der Weisheit und Einsicht zu schenken, damit eure Erkenntnis von Gott immer größer wird. Eph 1,17 NLB

Justin Giboney ... @JustinEGiboney. (Aus dem Englischen in Twitter übersetzt.)
Die Vorstellung, dass wir bei jedem Thema entweder völlig progressiv oder konservativ sein müssen, ist ein Trick, um unsere kulturellen und politischen Ansichten zu kontrollieren.

Sobald wir uns darauf einlassen und stolz das Etikett tragen, ist kritisches Denken nicht mehr nötig. Das Denken übernehmen die Beeinflusser für uns.


Dienstag, 18. Juni 2024

Gottes Plan. Eine Neue Erde.

 Vor ein paar Tagen kam mir eine wilde Stelze bis auf einen Schritt nahe. Meine Frau hat mir dann etwas Futter hingehalten und der süße kleine Wildvogel hat ihr aus der Hand gefressen. 

Ich liebe Online-Videos, die zeigen, wie Wellensittiche mit der Familienkatze spielen oder wie die Familienkatze und der Hund spielerisch ihre Zuneigung zueinander zeigen.

In den sozialen Medien gibt es eine Geschichte über einen Hund, der ein australisches Flötenvögelchen entdeckt, das aus dem Nest gefallen ist. 

Die Hündin adoptierte das Vögelchen und sorgte mithilfe des Hundebesitzers wie eine Mutter um das ungewöhnliche Baby. Der Flötenvogel wuchs heran und liebte ihre Hundemutter und ihre menschliche Familie.

Der Flötenvogel konnte frei herumfliegen, kam und ging und spielte mit ihrer menschlichen Familie und ihren geliebten Hunden. Er lernte, wie ein Hund zu bellen.

(Man kann diesen Vogel googeln. "Molly and Peggy".)

In der Bibel schuf Gott alle Tiere und übertrug dem ersten Mann und der ersten Frau die Verantwortung, über die natürliche Welt zu herrschen, die Tiere zu lieben, für sie zu sorgen und sie nicht auszubeuten.

Als Adam und Eva auf den Fürsten der Finsternis hörten, wurden sie sterblich, und der Tod hielt auch in der Tierwelt Einzug. Katzen töteten Vögel, Füchse töteten Hühner und Löwen töteten Antilopen.

Im Alten Testament finden wir Prophezeiungen, in denen Gott verspricht, den Frieden und die Freundschaft zwischen den Tieren wiederherzustellen.

Der Wolf und das Lamm werden zusammen weiden. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Schlangen werden sich von Staub ernähren. Auf meinem ganzen heiligen Berg wird nichts Böses und nichts Unheilvolles mehr getan«, spricht der HERR. Jes 65,25 NLB

Wir wissen nicht genau, wann und wie es geschehen wird, aber auf Gottes Verheißungen ist Verlass. Einen Vorgeschmack sehen wir schon jetzt. Auf YouTube sehe ich Videos von Tieren, die Menschen und andere Tiere vor dem Tod retten, sogar Tiere anderer Arten.

Es ist eine Welt voller Gewalt und Töten. Hühner und Enten tyrannisieren ihre Artgenossen und drangsalieren die Schwachen, aber diese Welt ist nur vorübergehend.

Gott hat etwas viel Besseres vor, eine neue Schöpfung. Sie wird kommen.

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der alte Himmel und die alte Erde waren verschwunden. Und auch das Meer war nicht mehr da.

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen wie eine schöne Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat.

Ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: »Siehe, die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein.

Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. Denn die erste Welt mit ihrem ganzen Unheil ist für immer vergangen.«

Und der, der auf dem Thron saß, sagte: »Ja, ich mache alles neu!« Und dann sagte er zu mir: »Schreib es auf, denn was ich dir sage, ist zuverlässig und wahr!«
Offb 21,1–5 NLB


Mittwoch, 15. Mai 2024

Was ist deine Berufung?

Wenn ich die Apostelgeschichte und die Briefe im Neuen Testament lese, sehe ich viel darüber, was die Gläubigen taten und wozu sie berufen waren.

Wenn ich dagegen über prominente Führungskräfte oder Missionare lese, sehe ich sehr oft keinen Hinweis darauf, welchen Titel eine bestimmte Person hatte oder welchen Rang oder welche Position sie innehatte.

Wenn ich mir die Kirchen von heute anschaue, sehe ich, dass sehr viel Wert auf Titel, Ämter, Positionen und Grade der Autorität gelegt wird.

Eine Kirche sagt, der Pastor sei die oberste Autorität und der letzte Entscheidungsträger. Der Pastor ernennt auch die Ältesten.

Eine andere Kirche wird von Ältesten geleitet, und die Ältesten stellen den Pastor ein oder entlassen ihn.

Beide Kirchen behaupten, eine Regierung zu haben, die auf dem Neuen Testament basiert. Wer hat recht?

Das NT ist sehr ungenau, was Ämter und Systeme der Gemeindeleitung angeht. Einige der prominentesten Geistlichen im NT werden namentlich genannt, aber weder Lukas noch Paulus sagen uns, welche Titel oder Ämter sie innehatten.

Einige Beispiele: Silas, Epaphras, Markus, Lukas.

Paulus nennt oft sowohl Männer als auch Frauen beim Namen und sagt uns, dass sie Mitarbeiter im Werk des Evangeliums waren, aber das sagt uns nicht, welchen Amtstitel sie innehatten, wenn überhaupt.

Grüßt Priska und Aquila, die meine Mitarbeiter im Dienst für Christus Jesus gewesen sind.
Sie haben sogar ihr Leben für mich aufs Spiel gesetzt. Und nicht nur ich bin ihnen dankbar, sondern auch alle Gemeinden.
Röm 16,3–4 NLB

Es ist klar, dass beide sehr bedeutende Diener des Evangeliums waren und einen sehr fruchtbaren Dienst in vielen Gemeinden an verschiedenen Orten leisteten. Sie werden beide 6 Mal namentlich erwähnt. Kein anderes Paar im Neuen Testament wird wiederholt genannt.

Inzwischen war ein Jude mit Namen Apollos aus dem ägyptischen Alexandrien in Ephesus aufgetaucht, ein äußerst redegewandter Mann, der sich gut in der Schrift auskannte.

Er war im christlichen Glauben unterwiesen worden und erzählte den Menschen mit großer Begeisterung von Jesus. Allerdings kannte er nur die Taufe des Johannes.

Als Priszilla und Aquila ihn so furchtlos in der Synagoge predigen hörten, nahmen sie ihn beiseite und erklärten ihm den Weg Gottes genauer.
Apg 18,24–26 NLB


Welche Amtstitel oder Ämter hatten dieser Mann und diese Frau? Weder Lukas, noch Paulus, noch der Heilige Geist hielten es für wichtig, uns das zu sagen.

Als Paulus seine Briefe an die Gemeinde in Korinth schrieb, richtete er seine Briefe an die Gläubigen, nicht an die Pastoren, nicht an die Ältesten.

Wir haben das alles falsch verstanden. Wir konzentrieren uns auf Titel, Ämter, kirchliche Regierungsstrukturen, Hierarchien ...

Sind wir biblisch korrekt? Ganz und gar nicht. Wir brauchen organisatorische Strukturen, aber gute Theologie wird nicht nur durch eine Liste von Lehraussagen bestimmt, sondern durch unsere Prioritäten und das, was wir betonen.

In der jüdischen Religion zur Zeit Jesu hatte nur das Zeugnis von Männern Rechtskraft, aber Gott wählte Maria Magdalena als erste offizielle Zeugin für die Auferstehung Jesu.

Welchen dienstlichen Rang oder Titel hatte Maria Magdalena, wenn überhaupt? Gott hielt es nicht für wichtig, uns das zu sagen.

Wenn du gläubig bist, ob männlich oder weiblich, bist du dazu berufen, etwas zu tun, nicht jemand zu sein.

Aber bitte missverstehe mich nicht! Du bist ein Jemand, weil du ein Sohn oder eine Tochter Gottes bist, aber dein Amtstitel darf deine Identität nicht bestimmen. Und wenn du kein Amt hast, soll das dich von deiner Mission nicht ausschließen.