Dienstag, 18. Juni 2024

Gottes Plan. Eine Neue Erde.

 Vor ein paar Tagen kam mir eine wilde Stelze bis auf einen Schritt nahe. Meine Frau hat mir dann etwas Futter hingehalten und der süße kleine Wildvogel hat ihr aus der Hand gefressen. 

Ich liebe Online-Videos, die zeigen, wie Wellensittiche mit der Familienkatze spielen oder wie die Familienkatze und der Hund spielerisch ihre Zuneigung zueinander zeigen.

In den sozialen Medien gibt es eine Geschichte über einen Hund, der ein australisches Flötenvögelchen entdeckt, das aus dem Nest gefallen ist. 

Die Hündin adoptierte das Vögelchen und sorgte mithilfe des Hundebesitzers wie eine Mutter um das ungewöhnliche Baby. Der Flötenvogel wuchs heran und liebte ihre Hundemutter und ihre menschliche Familie.

Der Flötenvogel konnte frei herumfliegen, kam und ging und spielte mit ihrer menschlichen Familie und ihren geliebten Hunden. Er lernte, wie ein Hund zu bellen.

(Man kann diesen Vogel googeln. "Molly and Peggy".)

In der Bibel schuf Gott alle Tiere und übertrug dem ersten Mann und der ersten Frau die Verantwortung, über die natürliche Welt zu herrschen, die Tiere zu lieben, für sie zu sorgen und sie nicht auszubeuten.

Als Adam und Eva auf den Fürsten der Finsternis hörten, wurden sie sterblich, und der Tod hielt auch in der Tierwelt Einzug. Katzen töteten Vögel, Füchse töteten Hühner und Löwen töteten Antilopen.

Im Alten Testament finden wir Prophezeiungen, in denen Gott verspricht, den Frieden und die Freundschaft zwischen den Tieren wiederherzustellen.

Der Wolf und das Lamm werden zusammen weiden. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Schlangen werden sich von Staub ernähren. Auf meinem ganzen heiligen Berg wird nichts Böses und nichts Unheilvolles mehr getan«, spricht der HERR. Jes 65,25 NLB

Wir wissen nicht genau, wann und wie es geschehen wird, aber auf Gottes Verheißungen ist Verlass. Einen Vorgeschmack sehen wir schon jetzt. Auf YouTube sehe ich Videos von Tieren, die Menschen und andere Tiere vor dem Tod retten, sogar Tiere anderer Arten.

Es ist eine Welt voller Gewalt und Töten. Hühner und Enten tyrannisieren ihre Artgenossen und drangsalieren die Schwachen, aber diese Welt ist nur vorübergehend.

Gott hat etwas viel Besseres vor, eine neue Schöpfung. Sie wird kommen.

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der alte Himmel und die alte Erde waren verschwunden. Und auch das Meer war nicht mehr da.

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen wie eine schöne Braut, die sich für ihren Bräutigam geschmückt hat.

Ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: »Siehe, die Wohnung Gottes ist nun bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein.

Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben. Denn die erste Welt mit ihrem ganzen Unheil ist für immer vergangen.«

Und der, der auf dem Thron saß, sagte: »Ja, ich mache alles neu!« Und dann sagte er zu mir: »Schreib es auf, denn was ich dir sage, ist zuverlässig und wahr!«
Offb 21,1–5 NLB


Mittwoch, 15. Mai 2024

Was ist deine Berufung?

Wenn ich die Apostelgeschichte und die Briefe im Neuen Testament lese, sehe ich viel darüber, was die Gläubigen taten und wozu sie berufen waren.

Wenn ich dagegen über prominente Führungskräfte oder Missionare lese, sehe ich sehr oft keinen Hinweis darauf, welchen Titel eine bestimmte Person hatte oder welchen Rang oder welche Position sie innehatte.

Wenn ich mir die Kirchen von heute anschaue, sehe ich, dass sehr viel Wert auf Titel, Ämter, Positionen und Grade der Autorität gelegt wird.

Eine Kirche sagt, der Pastor sei die oberste Autorität und der letzte Entscheidungsträger. Der Pastor ernennt auch die Ältesten.

Eine andere Kirche wird von Ältesten geleitet, und die Ältesten stellen den Pastor ein oder entlassen ihn.

Beide Kirchen behaupten, eine Regierung zu haben, die auf dem Neuen Testament basiert. Wer hat recht?

Das NT ist sehr ungenau, was Ämter und Systeme der Gemeindeleitung angeht. Einige der prominentesten Geistlichen im NT werden namentlich genannt, aber weder Lukas noch Paulus sagen uns, welche Titel oder Ämter sie innehatten.

Einige Beispiele: Silas, Epaphras, Markus, Lukas.

Paulus nennt oft sowohl Männer als auch Frauen beim Namen und sagt uns, dass sie Mitarbeiter im Werk des Evangeliums waren, aber das sagt uns nicht, welchen Amtstitel sie innehatten, wenn überhaupt.

Grüßt Priska und Aquila, die meine Mitarbeiter im Dienst für Christus Jesus gewesen sind.
Sie haben sogar ihr Leben für mich aufs Spiel gesetzt. Und nicht nur ich bin ihnen dankbar, sondern auch alle Gemeinden.
Röm 16,3–4 NLB

Es ist klar, dass beide sehr bedeutende Diener des Evangeliums waren und einen sehr fruchtbaren Dienst in vielen Gemeinden an verschiedenen Orten leisteten. Sie werden beide 6 Mal namentlich erwähnt. Kein anderes Paar im Neuen Testament wird wiederholt genannt.

Inzwischen war ein Jude mit Namen Apollos aus dem ägyptischen Alexandrien in Ephesus aufgetaucht, ein äußerst redegewandter Mann, der sich gut in der Schrift auskannte.

Er war im christlichen Glauben unterwiesen worden und erzählte den Menschen mit großer Begeisterung von Jesus. Allerdings kannte er nur die Taufe des Johannes.

Als Priszilla und Aquila ihn so furchtlos in der Synagoge predigen hörten, nahmen sie ihn beiseite und erklärten ihm den Weg Gottes genauer.
Apg 18,24–26 NLB


Welche Amtstitel oder Ämter hatten dieser Mann und diese Frau? Weder Lukas, noch Paulus, noch der Heilige Geist hielten es für wichtig, uns das zu sagen.

Als Paulus seine Briefe an die Gemeinde in Korinth schrieb, richtete er seine Briefe an die Gläubigen, nicht an die Pastoren, nicht an die Ältesten.

Wir haben das alles falsch verstanden. Wir konzentrieren uns auf Titel, Ämter, kirchliche Regierungsstrukturen, Hierarchien ...

Sind wir biblisch korrekt? Ganz und gar nicht. Wir brauchen organisatorische Strukturen, aber gute Theologie wird nicht nur durch eine Liste von Lehraussagen bestimmt, sondern durch unsere Prioritäten und das, was wir betonen.

In der jüdischen Religion zur Zeit Jesu hatte nur das Zeugnis von Männern Rechtskraft, aber Gott wählte Maria Magdalena als erste offizielle Zeugin für die Auferstehung Jesu.

Welchen dienstlichen Rang oder Titel hatte Maria Magdalena, wenn überhaupt? Gott hielt es nicht für wichtig, uns das zu sagen.

Wenn du gläubig bist, ob männlich oder weiblich, bist du dazu berufen, etwas zu tun, nicht jemand zu sein.

Aber bitte missverstehe mich nicht! Du bist ein Jemand, weil du ein Sohn oder eine Tochter Gottes bist, aber dein Amtstitel darf deine Identität nicht bestimmen. Und wenn du kein Amt hast, soll das dich von deiner Mission nicht ausschließen. 

Samstag, 11. Mai 2024

Wir brauchen den Heiligen Geist

Heute Morgen habe ich klassische Musik im Radio gehört. Ich liebe diese Musik und der Moderator war hervorragend.

Dieser Moderator wurde als Frau geboren, ist aber jetzt ein Mann, der mit einer Frau verheiratet ist. Er wurde operiert und unterzieht sich einer ständigen männlichen Hormontherapie.

Als ich diese Moderatorin zum ersten Mal hörte, war sie eine Frau und, wie ich später erfuhr, lesbisch.

Als ich heute Morgen seine Stimme im Radio hörte, war meine Reaktion, ernsthaft für ihn zu beten, um Segen, Barmherzigkeit und Rettung.

In der Vergangenheit habe ich manchmal ihre (oder in letzter Zeit seine) musikalischen Kommentare genossen, aber mich manchmal unwohl gefühlt, wenn es um ihre oder seine sexuelle Identität ging, aber ich habe nicht ernsthaft gebetet.

Wie soll man auf solche Menschen reagieren?

Viele Christen reagieren als Moralapostel oder Kulturkämpfer, aber ich bezweifle, dass das effektiv ist. 

Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Johannes 14,6

Aber im Johannesevangelium lesen wir, dass Jesus voller Gnade und Wahrheit ist.

Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.

Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Joh 1,16–17 LU84

Jesus ist die Verkörperung der Wahrheit, aber die Gnade kommt vor der Wahrheit. Jesus ist auch für Homosexuelle und Transsexuelle gestorben.

Wenn ich Pastor wäre und einen solchen Menschen zu betreuen hätte, wie würde ich reagieren? Keine Ahnung.

Wenn du glaubst, dass die Bibel dir genaue Anweisungen gibt, dann sollst du noch einmal darüber nachdenken.

Ich glaube, dass wir in jeder Situation im Gebet um Führung bitten müssen. Das traditionelle evangelikale Denken, das auf der Bibel basiert, funktioniert in diesen verwirrenden Zeiten einfach nicht mehr.

Angenommen, ein muslimischer Mann mit zwei oder drei Frauen bekehrt sich zum Glauben an Jesus Christus. Was würdest du ihm und seinen Frauen raten?

Wir brauchen die direkte Führung des Heiligen Geistes, wenn es darum geht, biblische Prinzipien anzuwenden.

Oft müssen wir auch einen Schritt zurücktreten, beten und den Heiligen Geist direkt auf die Person einwirken lassen, die wir erreichen wollen. Das kann nur Gott selbst.

Freitag, 10. Mai 2024

Gott liebt deine Gegner

 Mein Vater wurde einmal eingeladen, einer antikommunistischen Gruppe beizutreten. Er lehnte ab. Er sympathisierte sicher nicht mit dem Kommunismus, aber er wollte sein Leben nicht auf etwas Negatives gründen, sich auf das konzentrieren, wogegen er war.

Die Leute, die meinen Vater einluden, waren Flüchtlinge vor der russischen Unterdrückung im Nachkriegsungarn, sodass ihr antikommunistisches Anliegen leicht zu verstehen war.

Viele christliche Frauen kämpfen für die Befreiung vom unterdrückenden religiösen Patriarchat. Das ist notwendig und gut.

Aber es ist wichtig, sich auf Gott selbst zu konzentrieren. Ein bekannter Prediger sagte: "Jesus ist die perfekte Theologie". Jesus war der große Befreier der Menschen und besonders der Frauen.

Ich lese gerade ein hervorragendes Buch von Dan Kimball. "Wie man die Bibel nicht liest".
Trotz des negativen Wortes NICHT konzentriert er sich darauf, wie positiv Gott zu Frauen ist.

Viele seiner Ideen sind gemäßigten christlichen Feministinnen vertraut, aber er geht die Geschlechterfrage von einem anderen Standpunkt aus an.

Er wendet sich nicht an Evangelikale, die gegen das Patriarchat kämpfen. Er wendet sich vielmehr an Menschen, die die Bibel und Gott selbst ablehnen, weil Gott das unterdrückerische Patriarchat zu billigen scheint. Er zeigt den Lesern, wie sie die Bibel in ihrem historischen Kontext verstehen können.

Als Josua die Hebräer ins Gelobte Land führte, erhielt er Besuch von Gott, dem Heerführer des Herrn.

Als Josua in der Nähe von Jericho war, sah er plötzlich einen Mann, der ihm mit gezücktem Schwert in der Hand gegenüberstand. Josua ging auf ihn zu und fragte: »Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden?«

»Weder noch«, antwortete er. »Ich bin der Anführer der Heerscharen des HERRN und bin eben eingetroffen.« Da warf sich Josua voller Ehrfurcht vor ihm nieder. »Welche Befehle hast du für mich, deinen Diener?«, fragte er.

Der Heerführer des HERRN antwortete: »Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden.« Da gehorchte Josua.
Jos 5,13–15 NLB

Der himmlische Heerführer muss Jesus gewesen sein, denn Josua betete ihn an. Engel dürfen nicht angebetet werden.

Gott hatte Josua befohlen, alle Götzenanbeter im Gelobten Land zu töten. Eine von ihnen war Rahab. Sie war eine Prostituierte. Aber sie kehrte um und half den Hebräern. Sie heiratete einen hebräischen Leiter. Sie wurde eine Vorfahrin von Jesus.

Es ist einfach, sich so sehr für eine politische Partei oder eine christliche Sache zu engagieren, dass wir denken, Jesus würde zu unserer Partei gehören. Jesus liebt auch deine Gegner. Du bist nicht fehlerlos und deine Widersacher sind vielleicht nicht alle böse.

Heute gibt es unter Christen zwei Fraktionen. Viele von uns definieren sich über das, wogegen wir sind. Auf beiden Seiten gibt es Recht und Unrecht.

Billy Graham war konservativ. Er hat aber darauf bestanden, dass schwarze und weiße Christen in seinen Versammlungen nicht getrennt sitzen sollten. Er hat auch US-Präsidenten auf beiden Seiten der Politik gedient.

Martin Luther King Jr. wurde von vielen konservativen Christen bekämpft, weil sie sein Engagement für die Rechtsgleichheit als Rebellion gegen Gottes Ordnung ansahen.

Sonntag, 5. Mai 2024

Die Rolle der Frauen im NT

 Im Alten Testament waren die Priester Mittler zwischen den hebräischen Gläubigen und Gott. Sie waren also Fürbitter. Die Juden brachten auch die Opfertiere zu den Priestern, die sie dann im Namen des Volkes Gott darbrachten.

Als Christen sind wir alle, Männer und Frauen, aufgerufen, füreinander zu beten. Gott erhört unsere Gebete durch das Blutopfer seines Sohnes Jesus am Kreuz.

Die Priester waren auch geistliche Lehrer. Sie studierten die Heilige Schrift und lehrten die Menschen, wie sie Gott gefallen können. Da im Neuen Testament christliche Männer und auch Frauen zu Priestern ernannt werden, sind christliche Männer und Frauen dazu berufen, die Bibel zu studieren und zu lehren.

Manche werden jedoch einwenden, dass Paulus die Frauen angewiesen hat, still und unterwürfig zu lernen. Das heißt nicht, dass Frauen keine Lehrerinnen sein können. 

Es bedeutet, dass Frauen erst lernen müssen, bevor sie qualifiziert sind zu lehren. Natürlich dürfen auch Männer nicht zu lehren beginnen, bevor sie als Jünger ausgebildet worden sind.

Eine Frau soll in der Stille und in aller Unterordnung lernen.
Ich erlaube der Frau nicht, zu lehren oder über den Mann zu herrschen; sie soll sich still zurückhalten.
1. Tim 2,11–12 NLB

Hier spricht Paulus eine Situation in Ephesus an, in der Menschen, darunter auch Frauen, eine falsche Lehre vertraten. Es handelte sich um Neubekehrte, die zuvor die heidnische Göttin Artemis verehrt hatten, eine jungfräuliche Göttin, die angeblich eine Quelle der Weisheit und Zauberkraft war.

Viele unverheiratete, jungfräuliche Frauen dienten im Tempel der Artemis und wurden als spirituelle Lehrerinnen geachtet. Als sie Christen wurden, gaben einige von ihnen offenbar weiterhin spirituelle Lehren weiter, aber ihre Lehren waren mit den heidnischen Vorstellungen vermischt, an die sie vor ihrer Bekehrung geglaubt hatten. 

Paulus schrieb an Timotheus und forderte ihn auf, diese Situation zu korrigieren.

Damals, bei meiner Abreise nach Makedonien, habe ich darum gebeten: Du solltest in Ephesus bleiben, um gewissen Leuten dort die Verbreitung von falschen Lehren zu verbieten. 

Sie sollen sich nicht mit erfundenen Geschichten und endlosen Stammbäumen befassen. Denn das führt nur zu sinnlosen Gedankenspielereien. Es dient aber nicht dem Auftrag Gottes, den Glauben zu fördern.

Das Ziel der richtigen Lehre ist vielmehr Liebe. Sie erwächst aus reinem Herzen, gutem Gewissen und aufrichtigem Glauben.
Dieses Ziel haben einige aus dem Auge verloren und sich auf leeres Geschwätz verlegt.
Sie wollen Gesetzeslehrer sein. Aber sie verstehen nichts von dem, was sie sagen und was sie so selbstsicher behaupten.
1. Tim 1,3–7 BB

Welche falschen Lehren wollte Paulus korrigieren?

Die Heiden in Ephesus glaubten, Artemis sei vom Himmel herabgestiegen und die Frauen seien zuerst erschaffen worden. Paulus deutet auf die Schöpfungsgeschichte, nach der Adam vor Eva erschaffen wurde.

Denn zuerst wurde Adam geschaffen, danach erst Eva.
Und nicht Adam hat sich verführen lassen. Sondern die Frau ließ sich verführen und übertrat damit Gottes Gebot.
1. Tim 2,13–14 BB

Heißt das, dass alle Frauen leichter zu verführen sind als Männer? Die Bibel berichtet immer wieder von Männern und Frauen, die verführt oder werden.

Aber hat Paulus nicht auch ausdrücklich gesagt, dass reife Frauen jüngere Frauen lehren sollen?

Entsprechendes gilt für die älteren Frauen: Sie sollen sich ebenfalls würdevoll verhalten, andere nicht verleumden und nicht dem Wein verfallen sein. Sie sollen fähig sein, Gutes zu lehren. 

Dann können sie die jungen Frauen anleiten, ihre Männer und Kinder zu lieben. Tit 2,3–4 BB

Wenn Frauen andere Frauen lehren sollen, heißt das nicht, dass sie nur Frauen lehren sollen.

Da Frauen ebenso wie Männer zum Priestertum berufen sind, müssen auch Frauen lernen, sich für die biblische Lehre zu rüsten. Paulus schickte Phöbe, um seinen berühmten Brief an die Gemeinde in Rom zu überbringen. Ihre Aufgabe bestand darin, der Gemeinde den Brief vorzulesen und Fragen zu beantworten. Es war ein priesterlicher Lehrauftrag.

Paulus sagt der römischen Gemeinde, dass Phöbe ein Diakon und keine Diakonin ist. Das zeigt, dass Phöbe eine Dienerin des Evangeliums war, d.h. eine Predigerin

Das griechische Wort DIAKONOS ist ein Maskulinum. In den Evangelien kann es sich auf eine Dienerin oder einen Hausdiener beziehen, aber in den Schriften des Paulus bezieht es sich immer auf einen Diener des Evangeliums, d.h. auf einen Geistlichen.

Dienstag, 30. April 2024

Gegenseitige Unterordnung

 Viele Christen glauben, dass die christliche Kirche auf einer strengen Befehlskette beruhen muss, wie eine Armee. Führung, Leitung und Kontrolle müssen auf der Unterwerfung unter eine ranghöhere Person beruhen.

Vor einigen Jahren wechselte ich in eine neue Gemeinde. Ich hatte einige Jahre in verschiedenen Kirchen verbracht und versuchte, Gott und die Bibel im Lichte der unterschiedlichen Ansätze in den verschiedenen Kirchen zu verstehen. 

Ich erzählte meinem neuen Pastor von dem Prozess, mit dem ich zu kämpfen hatte, aber seine Antwort war enttäuschend.

Er sagte, Gott führe die Christen in erster Linie durch die Leiterschaft. Das Problem ist, dass die Leiter anderer Kirchen ebenfalls behaupteten, von Gott zu hören, aber ihre Lehre war oft sehr unterschiedlich. Da sie alle an denselben Gott glaubten, mussten sie alle sehr unvollkommen hören.

Die Unterschiede in den Glaubensätzen waren oft nicht sehr groß, aber die Mentalität war anders, die Prioritäten waren anders, die Schwerpunkte waren anders, oft sehr anders.

Jesus sagte, dass jeder Gläubige persönlich von Gott, von ihm selbst, geführt werden muss. Wenn deine primäre Quelle der geistlichen Führung die Lehre der Leiter deiner Kirche ist, bist du ein sehr unreifer Gläubiger, und wenn du so bleibst, bist du leider auf dem falschen Weg.

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; Joh 10,27 LU84

Das bedeutet nicht, dass jeder Gläubige nur direkt von Gott hören und nicht von anderen Gläubigen lernen sollte. Jesus und die Apostel lehrten das Prinzip der gegenseitigen Unterordnung.

Allerdings gibt es heute Theologen, und zwar nicht nur römisch-katholische, die glauben, dass die biblische Unterordnung ein einseitiger Prozess ist.

  • Der Pastor sagt dir, was du denken, sagen und tun sollst, und du gehorchst einfach.

  • Der Mann sagt der Frau, was sie zu tun hat, und sie gehorcht einfach.

  • Dann gibt es eine etwas gemäßigte Version dieses Autoritarismus, bei der ein Ehepaar versucht, eine gemeinsame Entscheidung zu treffen, aber wenn sie sich nicht einig sind, trifft der Mann die Entscheidung und seine Frau muss gehorchen.

    Andererseits gibt es eine Reihe von Texten im Neuen Testament, die ein völlig anderes Bild von christlichen Beziehungen zeichnen.

    Seid nicht selbstsüchtig; strebt nicht danach, einen guten Eindruck auf andere zu machen, sondern seid bescheiden und achtet die anderen höher als euch selbst. Phil 2,3 NLB

    Ordnet euch aus Achtung vor Christus bereitwillig einander unter.
    Eph 5,21 NLB

    Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Seid sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn! Jak 1,19 HfA

    Wer ist denn bedeutender? Wer am Tisch sitzt und sich bedienen lässt oder wer bedient? Doch wohl derjenige, der sich bedienen lässt. Ich aber bin unter euch wie ein Diener.
    Lk 22,27 HfA

    Doch Jesus rief sie zu sich und sagte: »Ihr wisst, dass in dieser Welt die Könige Tyrannen sind und die Herrschenden die Menschen oft ungerecht behandeln. 

  • Bei euch soll es anders sein. Wer euch anführen will, soll euch dienen,und wer unter euch der Erste sein will, soll euer Sklave werden. 

    Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu         lassen, sondern um anderen zu dienen und sein Leben als             Lösegeld für viele hinzugeben.« Mt 20,25–28 NLB

Wenn wir diese Bibeltexte sorgfältig betrachten, müssen wir zu dem Schluss kommen, dass die hierarchische Denkweise völlig im Widerspruch zu den Lehren Jesu im Neuen Testament steht.

Aber hat Jesus nicht Apostel eingesetzt? Hat Paulus nicht Älteste eingesetzt? Ist Leiterschaft nicht wichtig?

Natürlich brauchen wir Leiterschaft, aber wahre Leiter führen. Sie kontrollieren nicht. Sie heben Menschen auf. Sie halten die Menschen nicht unten.  

Mittwoch, 17. April 2024

Wer hat das Sagen, der Mann oder die Frau?

 Warum meinen viele Christen, dass Männer in der Kirche immer das Sagen haben müssen und Frauen nicht? Warum sagen sie, dass eine Frau immer ihrem Mann gehorchen muss?

Man kann hier und da Bibelverse zitieren, oft mit fragwürdigen Interpretationen. Jeder Vers kann auch so interpretiert werden, dass er kein allgemeingültiges Gesetz Gottes ist, oder dass manche Verse sogar falsch übersetzt wurden.  Es sind Bücher geschrieben worden, um dies im Detail zu erklären.  

Paulus befiehlt auch den Sklaven, ihren Herren zu gehorchen. Wenn wir den Frauen sagen, dass sie sich unterordnen sollen, müssten wir, um konsequent zu sein, die Sklaverei befürworten.

Es gibt jedoch eine einfache biblische Erklärung, die zeigt, dass Männer und Frauen in jeder Hinsicht gleich sein sollten.

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde; nach dem Bilde Gottes schuf er sie; als Mann und Frau schuf er sie.

Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. 1. Mose
1,27–28 SLT

Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!

Gott schuf den Menschen … nicht den Mann allein. Gott segnete sie (beide), nicht ihn allein.

Wen hat Gott als Herrscher eingesetzt? Nur den Mann? Nur die Frau? Nein. Er hat sowohl den Mann als auch die Frau zu Herrschern eingesetzt, ohne dass eine Hierarchie erkennbar wäre.

Aber manche Christen verweisen auf 1. Mose 3,16.

Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen! 1. Mose 3,16 SLT

Hat Gott angeordnet, dass der Mann über seine Frau herrschen soll? Manche sehen darin ein göttliches Gebot. 

Andere glauben, Gott habe die ungerechte Unterordnung der Frau traurig vorausgesagt, weil die Sünde die ursprüngliche göttliche Natur des Menschen verdorben habe. Adam und Eva waren ursprünglich beide ohne Sünde und daher nach dem Bilde Gottes geschaffen.

Aber Gott sandte seinen Sohn Jesus, um am Kreuz zu sterben und die Strafe für die Sünde zu bezahlen.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Joh 3,16 NLB

Wenn du an Jesus glaubst, wenn du dein Leben der Liebe und Wahrheit Gottes anvertraust, wenn du dein Leben der Führung Gottes anvertraust, dann bist du bei Gott kein Außenseiter mehr.

Aber das ist nicht alles.

All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Joh 1,12 NLB

Als Nachfolger Jesu bist du ein Kind Gottes, ein Sohn oder eine Tochter. Gott diskriminiert nicht.

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden! 2. Kor 5,17 SLT

In dieser Übersetzung heißt es, dass jeder, der in Christus ist, eine neue Schöpfung ist. Das maskuline Pronomen ER steht nicht im griechischen Originaltext.

Als Gott zum ersten Mal Mann und Frau schuf, gab es nicht einmal eine Andeutung einer Rangordnung oder einer geschlechtsspezifischen Hierarchie

Die Erlösung nach dem Kreuz stellt die ursprüngliche Absicht Gottes wieder her. Beide, Mann und Frau, sind Gottes Ebenbild und dazu bestimmt, gemeinsam zu herrschen.

Gott will, dass Männer und Frauen Partner sind, gleichberechtigt in jeder Hinsicht, auch in Bezug auf die Autorität, so wie in Eden, bevor die Sünde alles verdarb.

Auch die Kirche sollte diesen Grundsatz der völligen Gleichheit der Geschlechter im geistlichen Dienst und in der Kirchenleitung widerspiegeln.

Montag, 25. März 2024

Gott will Dich segnen.

 Was hat Gott mit dir vor? Er will segnen.

›Der HERR segne dich und beschütze dich.
Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.
Der HERR wende dir sein Angesicht zu und schenke dir Frieden!‹
So sollen sie meinen Namen unter den Israeliten weitergeben. Und ich – ich werde sie segnen!«

Gott befahl Aaron, dem Hohenpriester Israels, einen Segensspruch über Israel zu verkünden. Wenn ich diesen Segensspruch heute lese, merke ich, dass Gott nicht nur das Volk als Kollektiv anspricht. 

„Der Herr segne DICH.“ Nicht Euch, sondern Dich. Gott wollte jeden einzelnen Hebräer segnen.

Wenn Du durch deinen persönlichen Glauben an Jesus zum Volk Gottes gehörst, dann gilt dieser Segen für Dich.

Als die Hebräer Ägypten mit Mose verließen, waren sie alle von allen Krankheiten geheilt.

Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. Ps 105,37 LU84

Die Hebräer in Ägypten waren bettelarm und versklavt. Zweifellos waren viele krank, verletzt oder behindert. Aber Gott hat sie nicht nur von der Sklaverei befreit, sondern übernatürlich geheilt und finanziell versorgt.

Gott will sein Volk nicht nur mit Vergebung und Heiligung segnen. Wenn du im Glauben mit Jesus verbunden bist, will Gott deine natürlichen Bedürfnisse ernst nehmen. Gott liebt dich einfach.
 

  • Welcher gute Vater würde seinem Kind Nahrung, Medikamente oder Kleidung vorenthalten?  

  • Wenn ein junger Sohn ein Auto braucht, um Arbeit zu finden, würde ein reicher Vater nicht helfen?

  • Wenn eine intelligente Tochter studieren möchte, würde ein reicher Vater nicht helfen, indem er die Kosten übernimmt?

Wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte in euch bewahrt, dann gilt: Ihr dürft bitten, was immer ihr wollt – und eure Bitte wird erfüllt werden.
Die Herrlichkeit meines Vaters wird darin sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.«
Joh 15,7–8 BB

Gott ist unser liebender Vater, der für uns sorgt. Er will dich mit himmlischen Geistesgaben ausstatten, aber auch im natürlichen Bereich für dich sorgen.

Alles, was Gott uns gibt, ist gut und vollkommen. Er, der Vater des Lichts, ändert sich nicht; niemals wechseln bei ihm Licht und Finsternis. Jak 1,17 HfA

Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht.
Mt 6,33 NLB

denn mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Das sage ich, der HERR.
Jer 29,11 GN

Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!
Jer 29,11 HfA

Mittwoch, 13. März 2024

Die Neue Natur

 Vor zweihundert Jahren gab es in Europa eine Zeit des romantischen Idealismus. Die berühmten Dichter und Denker beteten nicht mehr den Gott der Bibel an, wie Martin Luther. Sie verherrlichten stattdessen die Natur.

Wie herrlich leuchtet mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne, wie lacht die Flur!
...
Und Freud' und Wonne aus jeder Brust.
O Erd', o Sonne, o Glück, o Lust! (JW von Goethe)


In der Bibel lesen wir auch von der Schönheit der Natur. Aber von einem anderen Standpunkt.

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ps 19,2 LU84

In der Bibel finden wir auch die nicht so erfreulichen Aspekten der Natur.

Im Garten von Eden war alles perfekt. Adam und Eva regierten zusammen mit Gott in der wunderschönen Schöpfung, bis sie ungehorsam waren.

Dann hat Gott ihnen ihren Traumjob im Garten weggenommen, und sie mussten sich mit Mühe und Not in einer viel schwierigeren Welt der Natur zurechtfinden.

Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. 1 Mose 3,23 LU84

Dein ganzes Leben lang wirst du im Schweiße deines Angesichts arbeiten müssen, um dich zu ernähren – bis zu dem Tag, an dem du zum Erdboden zurückkehrst, von dem du genommen wurdest. Denn du bist aus Staub und wirst wieder zu Staub werden
1 Mose 3,19 NLB

Im Garten von Eden gab es keinen Tod, sodass nicht nur die Menschen, sondern die Tiere unsterblich sein sollten. Auch die Löwen und Wölfe waren nicht Raubtiere.

Die idealistischen Dichter und Denker betonten die Schönheit der Natur. Ich liebe auch Bäume, Blumen und Berge, aber ich sehe eine andere Seite der Natur.

Wir züchteten Hühner und Enten. Die Schikanen waren grausam. Wir hatten ein Huhn einer fremden Rasse. Anstatt einen Kamm zu tragen, trug sie Federn auf dem Kopf.

Die anderen Hennen haben sie brutal gehackt und verworfen. Sie verkroch sich in einer Ecke. Sie traute sich nicht, mit den anderen Hennen zu fressen. 

Ich musste die anderen Hühner füttern und dann das einsame Huhn, während die anderen beim Fressen abgelenkt waren.

Die Natur ist schön, aber auch oft grausam. Wie ist es möglich, dass ein guter Schöpfer eine solche Grausamkeit geschaffen hat?

Die Philosophen können keine Antwort finden, aber in der Bibel finde ich eine Erklärung.

Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt, wie unter den Schmerzen einer Geburt.

Und selbst wir, obwohl wir im Heiligen Geist einen Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit erhalten haben, seufzen und erwarten sehnsüchtig den Tag, an dem Gott uns in unsere vollen Rechte als seine Kinder einsetzen und uns den neuen Körper geben wird, den er uns versprochen hat.
Röm 8,22–23 NLB

Gott schuf den Menschen als Verwalter der Natur. Als die Menschen Gottes Wege verließen, ließ Gott Schmerz und Tod die Natur verderben, aber Gott hat einen Plan, um alles wiedergutzumachen.

In der Bibel finden wir auch Hinweise auf Gottes gute Pläne. Noah sollte die Tiere während der Sintflut in einem riesigen Schiff retten. Voraussetzung dafür war die zahme Kooperation von Wildtieren und Raubtieren. In der verdorbenen Natur kommen und gehen Tiger nicht auf Befehl. Wieso haben die Wölfe keine Schafe gefressen?

Ein gläubiger Bekannter erzählte mir, wie eine Taube durch ein offenes Fenster in seine Wohnung flog. Die Taube landete auf seiner aufgeschlagenen Bibel.

Eine christliche Freundin von uns fand eine Biene in ihrer Wohnung. Sie sprach die Biene an, die sofort auf den Boden fiel. Sie hob die Biene vorsichtig auf und trug sie in den Garten.

In der Bibel finden wir prophetische Verheißungen einer neuen Zeit, in der auch die Grausamkeit in der Natur ein Ende haben wird.

Dann werden der Wolf und das Lamm einträchtig zusammenleben; der Leopard und die Ziege werden beieinander lagern. Kalb, Löwe und Mastvieh werden Freunde und ein kleiner Junge wird sie hüten.

Kuh und Bär werden miteinander weiden. Ihre Jungen werden nebeneinander ruhen. Der Löwe wird Stroh fressen wie das Vieh.

Der Säugling spielt am Schlupfloch der Otter. Ja, ein Kleinkind steckt seine Hand in eine Giftschlangenhöhle.
Jes 11,6–8 NLB

Kindische Fantasie, oder? Wer hat vor 200 Jahren das Internet erwartet?

Samstag, 2. März 2024

Deine Mission in der Welt

 Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und

lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.«
Mt 28,19–20 NLB

War diese Berufung nur für die ersten Apostel?

Wenn das so wäre, haben sie versagt. Sie haben alle Völker nicht erreicht. Nicht Japan, nicht Amerika und nicht Indonesien oder Australien.

Aber Jesus sagte, Gott liebt die Welt, nicht nur die Länder, welche die ersten Apostel erreichten.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Joh 3,16 NLB

Aber wenn der Heilige Geist über euch gekommen ist, werdet ihr seine Kraft empfangen. Dann werdet ihr von mir berichten – in Jerusalem, in ganz Judäa, in Samarien, ja bis an die Enden der ErdeApg 1,8 NLB

Die ersten Apostel haben die Enden der Erde nicht erreicht, aber wir sind heute auf dem Weg, alle Völker zu erreichen.

Die Botschaft vom Reich Gottes wird auf der ganzen Welt gepredigt werden, damit alle Völker sie hören, und dann erst wird das Ende kommen. Mt 24,14 NLB

Was ist deine Rolle in diesem weltweiten Abenteuer? Gott spricht durch die Bibel, aber du wirst in der Bibel keine Lehre finden, die erklärt, ob gerade du berufen bist, in China oder Brasilien zu missionieren.

Sollst du die Muslime in deiner Stadt missionieren oder die Prostituierte im Bordell um die Ecke? Dieser Dienst ist wichtig, aber nicht für alle bestimmt.

Jesus lehrte, dass Gott ganz persönlich mit jedem Gläubigen sprechen will.  

Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;
Joh 10,27 LU84

Echte Jünger des Herrn sind bereit, ihr Leben von Gott verwandeln zu lassen.

Sucht den HERRN, solange er sich finden lässt. Ruft zu ihm, solange er nahe ist.
Jes 55,6 NLB

Wenn wir uns von Gott führen lassen wollen, müssen wir keine passiven Kirchgänger sein. Es reicht nicht, nur tugendhaft zu leben und die Erwartungen von Pastoren zu erfüllen.

Gott hat dich auf eine einzigartige Art und Weise geschaffen und mit einer Aufgabe betraut, die nur du erfüllen kannst.

Bittet, und ihr werdet erhalten. Sucht, und ihr werdet finden. Klopft an, und die Tür wird euch geöffnet werden.
Denn wer bittet, wird erhalten. Wer sucht, wird finden. Und die Tür wird jedem geöffnet, der anklopft.
Mt 7,7–8 NLB

Suche eine enge Beziehung zu Jesus durch Gebet und Nächstenliebe. Versuche, Jesus in der Bibel zu verstehen. Er wird dir deinen Weg zeigen.

Dienstag, 20. Februar 2024

Lieblose Wahrheit ist keine Wahrheit

 Jesus ist vollkommene Theologie. Die ganze Bibel ist vollkommene Theologie, aber es ist wichtig, nicht nur das Gesamtbild zu betrachten, sondern sich auch auf die zentralen Themen zu konzentrieren.

Gott selbst offenbart sich in der Bibel, aber wir können biblische Texte missverstehen und missbrauchen und dadurch unser Gottesbild verzerren und verfälschen.

Als Jesus in der Wüste fastete, kam der Teufel zu ihm und zitierte aus der Bibel, um Jesus in die Irre zu führen.

Darauf nahm ihn der Teufel mit nach Jerusalem, auf den höchsten Punkt der Tempelmauer

Dort sagte er: »Wenn du der Sohn Gottes bist, dann spring hinunter! Denn die Schrift sagt: ›Er befiehlt seinen Engeln, dich zu beschützen. Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit deine Füße niemals stolpern.‹«

Jesus antwortete: »Die Schrift sagt aber auch: ›Fordere den Herrn, deinen Gott, nicht heraus.‹«
Mt 4,5–7 NLB

Die ganze Bibel ist Gottes Wahrheit, aber nicht nur Gott, sondern auch der Teufel spricht durch biblische Texte zu uns.

Paulus lehrte, dass wir Gottes Wahrheit nicht mit unserem eigenen theologischen Verstand, sondern unter der Führung des Heiligen Geistes weitergeben müssen.

Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott,

der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
2. Kor 3,5–6 LU84

Paulus will damit sagen, dass wir nicht mehr allen Gesetzen des Alten Testaments gehorchen müssen. Es besteht auch die Gefahr, die Schriften des Neuen Testaments als unflexible und unbarmherzige Gesetze misszuverstehen.

Jesus sagte einem reichen jungen Mann, er soll alles den Armen schenken, aber manche Christen haben das missverstanden und als Gesetz für alle Christen interpretiert.

In 1. Korinther sagte Paulus, die Frauen in der Gemeinde sollen schweigen, weil sie den Gottesdienst unterbrochen haben. Sie haben ihren Ehemännern mitten im Gottesdienst mit lauten Stimmen Fragen gestellt.

Manche Christen haben damit verstanden, dass alle Frauen in allen Versammlungen schweigen sollen und nie predigen oder laut beten dürfen.

Aber in der Apostelgeschichte am ersten Pfingstgentag haben nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen gesprochen.

Petrus hat das mit einem Bibeltext vom Alten Testament bestätigt.

»Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben;

und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.
Apg 2,17–18 LU84

Wenn wir das Wort Gottes richtig verstehen und anwenden wollen, müssen wir zwei Prinzipien Priorität geben.

Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. 1.
Joh 4,8 LU84

Frauen sind oft gezwungen, unter männlicher Herrschaft zu leiden. Diese Gesetzlichkeit hat nichts mit Liebe zu tun.

Frauen werden verpflichtet, autoritäre männliche Herrschaft zu akzeptieren, obwohl Paulus das Gegenteil lehrte.


Ordnet euch aus Achtung vor Christus bereitwillig einander unter.
Eph 5,21 NLB

Die Frau soll sich unterordnen, aber der Mann soll seine Frau lieben. Wenn er seine Frau wirklich liebt, wird er sie als Partner respektieren. Sonst liebt er sie nicht. Er wird in einer Partnerschaft mit gegenseitiger Unterordnung leben.

Das andere Prinzip, das wir in den Vordergrund stellen müssen, ist der Charakter Jesu, der in einem einzigen Text auf den Punkt gebracht wird.


Und von seiner Fülle haben wir alle genommen, Gnade um Gnade.
Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.
Joh 1,16–17 LU84

Wenn wir streitsüchtig die biblische Wahrheit als Waffe gebrauchen, vertreten wir nicht Gottes Gnade. Die Wahrheit muss immer mit Gnade proklamiert.

Willst du alle, die mit Abtreibung zu tun haben, als Mörder verurteilen? Aber Jesus liebt das 12-jährige Mädchen, das wegen sexuellen Missbrauchs schwanger ist und Selbstmord begehen wird, wenn sie gezwungen wird, das Kind zu gebären.