Montag, 24. April 2023

Seelsorge und Psychiatrie

 Mein Vater war Psychiater, und zwar ein sehr guter. Er besuchte seine Patienten oft abends in der Klinik. Er war nicht nur ein sehr guter Facharzt, sondern auch ein barmherziger Mann. 

Er war kein Christ, aber er respektierte den Glauben seiner christlichen Patienten. Er selbst bekehrte sich erst mit 88 Jahren, als er im Seniorenheim bettlägerig war.

Er betreute allerlei Patienten. Er arbeitete auch in katholischen Kliniken, wo er oft Priester und Nonnen mit psychiatrischen Problemen betreute.

Als Student wohnte ich in einem Studentenheim. Wir waren ziemlich verwöhnt und wir aßen in  einem Speisesaal.

Eines Tages kam eine der Dienstmädchen zu mir. Sie erzählte mir, sie war eine Patientin meines Vaters gewesen.

Sie war eine baptistische Missionarin. Als sie von ihrem Dienst im Ausland heimkehrte, hatte sie einen Nervenzusammenbruch und brauchte psychiatrische Betreuung. 

Sie wollte mir sagen, wie dankbar sie war, dass mein Vater sie wieder aufgebaut hatte.

Es gibt manche Psychiater, die christlichen Glauben nicht respektieren, und das kann ein Problem sein, aber es gibt auch viele bibelgläubigen Christen, die psychische Krankheit komplett missverstehen.

Jesus ist unser Heiler. Ich glaube, dass Jesus alle unsere Krankheiten heilen kann und heilen will. Ich habe wunderbare Heilungen erlebt. In den letzten Jahren hatte ich eine schreckliche Krebsdiagnose. Gott heilte mich und die Tumoren sind verschwunden.  

Er vergibt dir alle deine Sünden und heilt alle deine Krankheiten. Ps 103,3 NLB

Aber es gibt Christen, die psychische Krankheit nicht als Krankheit verstehen. Sie versuchen in dem Fall einen Dämon auszutreiben.

Ich kenne Christen, die auf diese Weise behandelt wurden. Es hat keineswegs geholfen. Dann werden die Geisteskranken von Unglaube oder Sünde verurteilt. Absoluter Quatsch. Jesus hat schwache Menschen nie so missbraucht.

Ich habe mit einem Christen, der obdachlos, drogensüchtig und gebrochen war, bis er die gute Nachricht von Jesus hörte. Er bekehrte sich und wurde Schritt für Schritt normal. Er behauptete, wir sollen unsere Zeit und unser Geld mit Psychiatrie nicht verschwenden. Die elenden Leute brauchen nur von Jesus zu hören.

Aber ich spreche regelmäßig mit Christen, die in christlichen Familien oder Gemeinden Opfer von Missbrauch waren, und die traumatisiert und klinisch deprimiert oder geisteskrank sind.

Sie glauben an Jesus, aber sie sind Opfer von Missbrauch von anderen Christen. Wenn ich ihnen sagen würde, sie brauchen nur an Jesus zu glauben, stehen sie an der
Grenze der Verzweiflung und denken vielleicht nur an Selbstmord.

Es gibt Christen, die konsequente Gegner von psychiatrischen Medikamenten sind.

Kurz nach meiner Bekehrung wurde ich einer fanatischen christlichen Sekte drangsaliert und exkommuniziert. Ich war am Boden zerstört und ich hatte einen totalen Nervenzusammenbruch.

Ich bin dankbar, dass ich gute psychiatrische Betreuung hatte, gute Ergotherapie in einer Klinik und die notwendigen Tabletten nehmen konnte.

Wurde ich nur durch Psychiatrie gerettet? Nein. Viele Christen haben für mich gebetet und ich habe Gottes wunderbare Heilung erlebt.


Er heilt alle, deren Herz zerrissen ist, und verbindet ihre Wunden.
Ps 147,3 GN

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; 

er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, daß sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, Lk 4,18 SLT


Freitag, 21. April 2023

Gott versorgt seine Kinder

 Es gibt Evangelisten, die versprechen, dass man, wenn man für ihren Dienst spendet, eine reiche finanzielle Belohnung erhält.

Schenkt, dann wird Gott auch euch beschenken: Ein gutes Maß wird euch in den Schoß geschüttet – festgedrückt, geschüttelt und voll bis an den Rand. Denn der Maßstab, den ihr an andere anlegt, wird auch für euch gelten.« Lk 6,38 BB

Ich muss zugeben, dass Gott uns belohnt, wenn wir für das Evangelium spenden, aber Gott schaut nicht nur auf unsere Taten, sondern auf unser Herz.

Wenn ich alles, was ich besitze, den Armen geben und sogar meinen Körper opfern würde, damit ich geehrt würde, aber keine Liebe hätte, wäre alles wertlos. 1. Kor 13,3 NLB

Was ist deine Motivation?

Glückselig sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. Denn sie werden satt werden.
Glückselig sind die, die barmherzig sind. Denn sie werden barmherzig behandelt werden.
Mt 5,6–7 BB

Wir sollen Evangelisten und Pastoren versorgen. 

Einst war ich in einer Gemeinde, wo die Mitglieder den Pastor angeblich verehrten, aber die haben nicht verstanden, dass der Prediger auch Geld und Lebensmittel brauchte.

Eine Frau in der Gemeinde hatte einen Anstoß von Gott, den Pastor zu besuchen, und sie brachte eine Menge Lebensmittel mit.

Der Pastor war sehr dankbar und gab in der Gemeinde sein Zeugnis ab. Sein Kühlschrank war leer und Gott hatte sein Gebet gehört.

Ich war in einem Hauskreis, wo man darüber sprach. Ich sagte den Christen, sie sollten sich schämen, dass der Pastor in Not war.

Wir brauchen Geld und finanzielle Versorgung. 

Gott versteht deine Not, wenn du spendest, und er wird dich belohnen, wenn du mit Glaube und Liebe gibst, wenn du einem Pastor oder armen Menschen hilfst.

Wenn Gottes Himmelreich deine erste Priorität ist, wirst du freigebig sein, und Gott wird dich versorgen.

Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Lk 12,31 HfA

Wohlstandsevangelium?

Glaubst du an das Wohlstandsevangelium? Ich nicht, aber soll ich denn an ein Armut-Evangelium glauben?

Jesus sagte:

Jesus blickte auf seine Jünger und sagte: »Glückselig seid ihr, die ihr arm seid. Denn euch gehört das Reich Gottes.

Glückselig seid ihr, die ihr jetzt hungert. Denn ihr werdet satt werden. Glückselig seid ihr, die ihr jetzt weint. Denn ihr werdet lachen.
Lk 6,20–21 BB

»Wehe euch, ihr Reichen! Denn ihr habt euren Trost bereits erhalten.
Wehe euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet weinen und klagen.
Lk 6,24–25 BB

Sollen wir also alle arm sein? Im Alten Testament lese ich, dass Armut ein Fluch ist.

Soll Reichtum eine Sünde sein?

Die erste Person in Europa, die sich durch Paulus bekehrte, war eine reiche Händlerin, Lydia.

Unter den Zuhörerinnen war auch eine Frau namens Lydia. Sie handelte mit Purpurstoffen und kam aus der Stadt Thyatira. Lydia glaubte an den Gott Israels. Der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie den Worten von Paulus aufmerksam zuhörte.

Sie ließ sich taufen, zusammen mit ihrer ganzen Hausgemeinschaft. Danach bat sie: »Wenn ihr überzeugt seid, dass ich wirklich an den Herrn glaube, dann kommt in mein Haus. Ihr könnt bei mir wohnen!« Sie drängte uns, die Einladung anzunehmen.
Apg 16,14–15 BB

Die meisten Gemeinden in den ersten christlichen Jahrhunderten waren Hauskirchen. Die großen Häuser der wohlhabenden Christen wurden Hauskirchen.

Die Frage ist nicht, ob man reich sein darf, sondern was man mit seinem Reichtum macht.

Meine Brüder und Schwestern! Was nützt es, wenn jemand behauptet zu glauben, sich der Glaube aber nicht in Taten zeigt? Kann ihn dann der Glaube retten?

Stellt euch vor, ein Bruder oder eine Schwester hat nichts anzuziehen. Es fehlt ihnen sogar das tägliche Brot.

Nun sagt einer von euch zu ihnen: »Geht in Frieden, ihr sollt es warm haben und euch satt essen.« Ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen. – Was nützt das?

So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er sich nicht in Taten zeigt, bleibt er für sich allein und ist tot.
Jak 2,14–17 BB

Es gibt reiche Christen, die politisch konservativ sind. Sie wollen weniger Steuern zahlen. Sie können die beste Versorgung durch einen Spezialisten bezahlen, aber sie sorgen sich nicht darum, dass arme Leute sterben, weil sie sich eine gute Versorgung nicht leisten können.

Was sagt die Bibel?

Glücklich ist, wer sich um den Hilflosen kümmert. Wenn er eines Tages selbst ins Unglück stürzt, wird der HERR ihn retten.

Der HERR wird ihn behüten und am Leben halten. Dafür wird man ihn glücklich preisen im Land. Du überlässt ihn nicht der Willkür seiner Feinde.

Wenn er krank auf seinem Lager liegt, lässt der HERR ihn wieder zu Kräften kommen. Wenn die Krankheit ihn ans Bett fesselt, sorgst du für seine Genesung.
Ps 41,2–4 BB

Dienstag, 18. April 2023

Vorstellungskraft und biblischer Glaube

Es gibt Kinder, die auf Inseln aufwachsen. Wie können sie biblische Erzählungen verstehen, die von einer langen Reise durch eine wasserlose Wüste berichten? 

Wenn ein Kind in Afghanistan aufwächst, hat er niemals das Meer gesehen.

Wir lesen in der Bibel von einem Wunder, wo die Hebräer das Rote Meer auf trockenem Boden überquerten, aber wir haben sowas nie gesehen. Wie können wir das verstehen?

Wenn wir in Offenbarung lesen, wie die Straßen im Himmel aus Gold sind, wie können wir das als Wirklichkeit begreifen?

Nur indem wir unsere bildliche Vorstellungskraft aktivieren.

Es gibt streng bibeltreue Christen, die Visualisieren verwerfen, weil Esoteriker auf diese Weise meditieren. Aber der Teufel kann nur kopieren, was Gott geschaffen hat. 

Was sagt die Bibel darüber?

Der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.

Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wisst, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welch reiches und herrliches Erbe er für die Heiligen bereithält,

und wie überwältigend groß die Kraft ist, die sich als Wirkung seiner Macht und Stärke an uns, den Glaubenden, zeigt.
Eph 1,17-19 ZUR

Kinder haben eine rege Fantasiewelt. Sie haben nicht gelernt, alles infrage zu stellen. Kinder sind leichtgläubig, aber unsere Kultur ist extrem skeptisch, auch viele Christen sind voller Unglauben. Wir müssen lernen, das Unsichtbare wiederzusehen.

Die Denkweise der Kinder wird nicht auf das Logische und das Sichtbare beschränkt. Wenn sie hören, wie David Goliath mit einem Stein umbrachte, sehen sie das mit ihrer Vorstellungskraft und sie glauben einfach. Vorstellungskraft und Glaube gehören zusammen.

Es gibt Christen, die an biblischen Lehrsätzen festhalten, und das ist gut. Wir alle sollen so denken.

Jesus sagte zu ihm: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. Joh 14,6 NLB

Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben. Glaubst du das?
Joh 11,25–26 ZB


Wir müssen an den klaren Aussagen Gottes festhalten, aber wenn wir nur sachlich proklamierte Aussagen ernst nehmen, und Vorstellungskraft verwerfen, widersprechen wir Gottes Wort selbst.

»Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Erscheinungen sehen, und eure Ältesten werden in Träumen Visionen haben; Apg 2,17 ELB 2006

Solche Bibelstellen sind für einige konservative bibelgläubige Christen ein Problem. Seit der Reformation haben sich viele Christen an die Theorie geklammert, dass diese Erfahrungen nur für biblische Zeiten galten.

Aber Luther selbst war zu seinen Lebzeiten als Prophet anerkannt, ebenso wie John Knox in Schottland. 

Das bedeutete, dass man damals davon ausging, dass sie nicht nur die Bibel mit Autorität auslegten, sondern auch prophetische Offenbarungen von Gott über aktuelle Situationen erhielten und verkündeten.

In unserer Zeit bekehren sich Millionen Moslems zu Christus. Sehr viele davon werden von Wunderheilungen überzeugt, und sehr viele anderen durch Heimsuchen von Jesus selbst, der meistens in Träumen erscheint.

Die Theorie, dass wundersame Heilungen und übernatürliche Erscheinungen heute nicht mehr gelten, wird als ein tragisches Missverständnis entlarvt.


Vorstellungskraft darf man auch nicht verwerfen.

Wie können wir die biblischen Beschreibungen von Gottes Himmel bedeutungsvoll zu Herzen nehmen, ohne unsere Vorstellungskraft zu aktivieren?

Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt. Eph 3,20 HfA

Rufe zu mir, dann will ich dir antworten und dir große und geheimnisvolle Dinge zeigen, von denen du nichts weißt!
Jer 33,3 HfA

Sonntag, 2. April 2023

Gottes Liebe Gibt nie auf.

  • Hast du dich sehr bemüht, deine Berufung von Jesus weiterzuführen?

  • Hast du deine Zeit und deine Kraft für die Menschen geopfert, denen du hilfst?

  • Hast du mit aufrichtigem Herz für deine Mitmenschen gebetet?

Trotzdem fühlst du dich innerlich trocken. Die himmlische Musik, die dich früher ermutigt hat, belebt dein Herz nicht mehr, wie vorher. Du spürst die süße Gegenwart des Heiligen Geistes nicht mehr, wie in anderen Zeiten.

Du führst einen langwierigen Kampf mit Problemen in deiner Familie, in deinem Job, mit deiner Gesundheit oder deinen Finanzen.

Ein oder zwei Probleme wären schon eine Herausforderung, aber in so vielen Bereichen des Lebens sieht man keinen glatten Weg, sondern überall Baustellen.

Als ob das nicht schon genug wäre, siehst du um dich herum eine Welt, die in immer schlimmere Krisen verwickelt ist.

Und das erkennst du nicht nur an den täglichen Nachrichten, sondern auch an den hohen Preisen an der Tankstelle, im Supermarkt und an der immer weiter fortschreitenden Pandemie.

Manchmal fühlst du dich so überwältigt, dass deine süße Begeisterung für Gott beeinträchtigt wird, obwohl du in deiner Hingabe und Nächstenliebe niemals aufgibst.

Jesus sieht deinen täglichen Kampf und sein Mitgefühl ist immer noch ein loderndes Feuer. Jesus liebt dich und seine Gnade ist jeden Morgen neu.

Jesus hat ein Wort für dich heute.

Die Gnadenerweisung des HERRN ist noch immer da. Sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende. 

Seine Treue ist jeden Morgen neu, und groß ist sein Erbarmen.

Der HERR ist mein Teil, spricht doch mein Herz, darum hoffe ich auf ihn. 

Der HERR ist gütig denen, die auf ihn harren, und gut dem Herzen, das nach ihm sucht. Klgl 3,22–25 Bruns

Mittwoch, 29. März 2023

Christliche Freiheit Richtrig Verstanden

 So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen! Gal 5,1 SLT

Selbsternannte Bibellehrer hatten den nicht-jüdischen Christen in Galatien ermahnt, dass sie sich unbedingt beschneiden lassen mussten. Laut Bibel, nicht?

Im Alten Testament konnten auch Nicht-Juden gerettet werden, aber sie mussten zum Judentum übertreten. Gott gab den Juden durch Mose den Alten Bund. Die Juden waren Gottes auserwähltes Volk, aber sie mussten die Gesetze einhalten, die Gott durch Mose gegeben hatte.

Die konvertierten Nicht-Juden mussten wie Juden leben, die Gesetze einhalten und ihre Männer beschneiden lassen.

Die erste christliche Gemeinde nach dem Kreuz war in Jerusalem und sie waren alle Juden. Sie lebten immer noch als Juden und hielten alle Gesetze genau wie im Alten Testament.

Dann erhielt Paulus von Jesus selbst die Berufung, die Nicht-Juden für das Reich Gottes zu gewinnen. Ihre Rettung sollte nicht auf den alten Gesetzen beruhen, sondern allein durch den Glauben an Gottes Sohn.

Wollte Paulus alle Gebote Gottes für ungültig erklären? Keineswegs!

Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? 

Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder,
weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde (Säufer), noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.
1. Kor 6,9–10 SLT

Wie können wir unterscheiden, zwischen Gottes Gesetzen, die für uns nicht mehr gelten, und Gottes Geboten, die immer noch für uns wichtig sind?

Manche Christen wollen dieses Rätsel lösen, indem sie sich einem Prediger oder Kirchenleiter unterwerfen und bedingungslos gehorchen.

Aber auch das ist gefährlich.

Jesus warnte uns gegen bedingungsloser Unterwerfung.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen, denn einer ist euer Meister, der Christus; ihr aber seid alle Brüder.

Nennt auch niemand auf Erden euren Vater; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist.
Auch sollt ihr euch nicht Meister nennen lassen; denn einer ist euer Meister, der Christus.
Mt 23,8–10 SLT

Wer waren die Zuhörer dieser Rede von Jesus?

Da redete Jesus zu der Volksmenge und zu seinen Jüngern
und sprach: Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt.

Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr halten sollt, das haltet und tut; aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht.
Mt 23,1–3 SLT

Das war damals extrem radikal, aber richtig verstanden ist es immer noch radikal.

Glaube an Jesus bedeutet auch Unterwerfung, aber nicht vor Menschen, sondern vor Gott.

Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,
1. Tim 2,5 LUT84

Jesus ist nicht der Vermittler zwischen Gott und der Kirche, oder zwischen Gott und der Leiterschaft, sondern zwischen Gott und jedem Menschen der an Jesus glaubt.

Das ist radikal.

Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.
Röm 8,14 SLT

Gott leitet nicht nur seine Gemeinde, sondern ganz spezifisch jeden Christen, der von dem Heiligen Geist geleitet werden will.


Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; Joh 10,27 SLT

Auch Pastoren und Kirchenführer hören die Stimme Gottes, aber nicht nur das. Jeder Christ sollte die Stimme Gottes für sich selbst hören.


Ich habe einmal einen Christen gefragt, warum er eine bestimmte politische Sache unterstützt. Er sagte, er glaube an Prophezeiungen von prominenten Christen. Ich fragte ihn, ob er selbst in dieser Angelegenheit Führung erhalten habe. 

Er sagte: "Nein." Aber er respektiere die Propheten.

Das ist so gefährlich!

Es gibt auch Christen, die keinen Bock auf Prophezeiungen haben, aber sie vertrauen bedingungslos an alles, was ihr Pastor sagt. Auch sehr gefährlich.

Schließlich gibt es schräge Einzelgänger, die auf Abwege geraten, weil sie nur ihre innere Stimme ernst nehmen. 

Das ist traurig, aber es kann noch gefährlicher sein, wenn viele Christen ihr Leben und ihren Verstand auf die Lehren eines Mannes oder einer Tradition gründen.


Dienstag, 21. März 2023

Wie Kannst du Gott Verstehen?

Als Student war ich noch kein Christ, aber ich glaubte irgendwie an Jesus. Christ zu sein bedeutet mehr als nur zu glauben. Es bedeutet Hingabe und Nachfolge. 

Wir werden durch den Glauben gerettet und nicht durch Werke, aber Glaube im biblischen Sinne impliziert Vertrauen und Hingabe.
Ich betete, las die Bibel und besuchte Gottesdienste, aber ich war kein Jünger.

Aber ich lese in der Bibel, dass schwache Gläubige auch in den Himmel kommen werden. 

Jesus wurde zusammen mit zwei Verbrechern gekreuzigt. Beide verfluchten Jesus, aber einer von ihnen dachte dann anders und erkannte Jesus demütig an.

Und er sprach zu Jesus: „HERR, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“
Und Jesus sprach zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“
Lk 23,42–43 lut.heute


Mein Vater hat erst mit 88 Jahren geglaubt. Er war bereits seit drei Jahren in einem Altersheim, hilflos, bettlägerig, etwas blind und ein wenig dement. 

Meine Frau betete mit ihm um Frieden mit Gott durch den Glauben an Jesus. Er sagte nichts, drückte aber ihre Hand. Von diesem Tag an hörten wir nie wieder ein Wort der Verzweiflung.

Wenn du errettet sein willst, musst du Jesus mit deinem ganzen Leben vertrauen.

Der Verbrecher, der neben Jesus am Kreuz hing, war innerlich gebrochen. Auch mein Vater war mit 88 Jahren hilflos und gebrochen. Viele kommen erst dann zum Glauben, wenn sie zerbrochen sind.

Aber viele gebrochene Menschen wollen nicht umkehren, auch wenn Jesus der einzige Ausweg aus ihrer Klemme ist.

Einer der Verbrecher am Kreuz wollte Jesus anerkennen, der andere aber nicht.

Wir können nur durch Gottes Barmherzigkeit gerettet werden. Wir müssen ein wenig demütig sein, denn wir müssen erkennen, dass wir Gottes Vergebung brauchen. Ohne Gottes Gnade können wir niemals gut werden.

Als Student war ich ziemlich stolz, dass ich ein idealistischer Denker war. Ich habe philosophische Theologie gelesen, aber Mutmaßungen über Gott führen oft nicht zu einer persönlichen Begegnung mit Gott selbst.

Wenn wir Gott verstehen wollen, müssen wir zuerst Gott selbst begegnen. Erst dann können wir anfangen, ein bisschen zu verstehen.

Alle Erkenntnis beginnt damit, dass man Ehrfurcht vor dem Herrn hat. Nur ein Dummkopf lehnt Weisheit ab und will sich nicht erziehen lassen.
Spr 1,7 HfA

Nikodemus war ein theologisch ausgebildeter Jude. Er suchte eine private Begegnung mit Jesus, weil er besser verstehen wollte.

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster unter den Juden.

Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: „Meister, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, außer wenn Gott mit ihm ist.“

Jesus antwortete ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
Joh 3,1–3 lut.heute

Nikodemus war kein schwacher oder gebrochener Mensch, aber er war nicht so stolz, wie manche anderen Pharisäer. Er erkannte, dass seine Theologie nicht reichte, um Jesus und Gott wirklich zu verstehen.

Jesus sagte, wir brauchen nicht bessere Theologie, sondern ein neues Leben, das nicht durch unseren Verstand kommt, sondern übernatürlich von Gott selbst. Erst dann können wir offen sein, Gottes Wesen wahrzunehmen.


Samstag, 18. März 2023

Gleichstellung der Geschlechter in jeder Hinsicht

Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Röm 8,15 ELB 2006

Wenn du als erwachsener Mann oder erwachsene Frau verpflichtet bist, immer die Erwartungen deiner Eltern, deines Ehepartners oder deines Pastors zu erfüllen, bist du versklavt, denn du bist nicht frei, der direkten Führung des Heiligen Geistes zu folgen.

Im Römischen Reich waren Söhne und Töchter keineswegs gleichberechtigt. Der Sohn war der Erbe des Vaters. Die Frau hatte ihrem Vater oder Ehemann immer zu gehorchen.

In Römer 8 sagt Paulus, dass alle Gläubigen als Kinder und Erben Gottes adoptiert sind. Nach römischem Recht wurde ein Adoptivsohn zum Erben des Adoptivvaters und hatte den gleichen Status wie ein leiblicher Sohn.

Nur Söhne waren Erben, nicht Töchter.

Im Römer- und Galaterbrief lehrt Paulus, dass wir als Christen alle den Status von adoptierten Söhnen und Erben haben, nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Das bedeutet, dass sie den Brüdern im Glauben gleichgestellt sind. 

Dies ist nicht nur ein Hinweis auf den Wert ihrer Seele, sondern auch eine klare Lehre, dass sie in allem gleich ist, denn im römischen Recht war die Sohnschaft in erster Linie ein rechtlicher Status.

Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mit-verherrlicht werden. Röm 8,17 ELB 2006

Erbe zu sein bedeutet nicht nur, geliebt und geschätzt zu werden, sondern auch die rechtliche Stellung eines Erben zu haben, was eine völlige Gleichstellung der Geschlechter in jedem Sinne des Wortes bedeutet.

als aber die Fülle der Zeit kam, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter dem Gesetz,

damit er die loskaufte, die unter dem Gesetz waren, damit wir die Sohnschaft empfingen.
Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, der da ruft: Abba, Vater!

Also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott.
Gal 4,4–7 ELB 2006

Die Lehren von der auf dem Geschlecht basierenden christlichen Hierarchie stützen sich hauptsächlich auf zweifelhaft interpretierte Beweistexte und aus dem Zusammenhang gerissene Verse.

Dienstag, 14. März 2023

Missbrauch, Sünde und Gnade

 So viele Mädchen werden sexuell missbraucht, aber auch Jungen. Es gibt Männer, die Kinder missbrauchen, aber nicht nur Männer.

Johannes Brahms, der große deutsche Komponist, musste als Junge in einer Kneipe in Hamburg Klavier spielen, weil seine Familie nicht wohlhabend war. Die Kneipe war auch ein Bordell für Matrosen. Der Junge war ungefähr 13 Jahre alt, also in Pubertät.

Er musste viele aufreizende Verlockungen beobachten. Die Prostituierten haben auch den jungen Musiker angemacht. Brahms war sein Leben lang frauenfeindlich. Er heiratete nie aber besuchte ab und zu Bordellen.

Heute ist Porno wie eine Pandemie. Sehr viele Kinder sind im Internet Porno ausgesetzt. 

Viele Pastoren sind Pornosüchtig, aber äußerlich sind sie anständige Christen. 

Es gibt viele Kinder, die in sehr strickten Gemeinden heimlich missbraucht werden. Niemand will den Opfern glauben.

Ein Teenager hat sich im Internet Pornos angesehen. Als sein christlicher Vater die Fotos sah, sagte er seinem Sohn er soll sein Studium ernst nehmen, wenn er wirklich Frauenarzt sein wollte.

Es ist wichtig, christliche Gerechtigkeit beizubringen, aber nie ohne Liebe und Gnade. 

Wir müssen Gottes Heiligkeit ernst nehmen. Sünde bleibt immer noch Sünde. Aber Puritanische Gesetzlichkeit und prüde Keuschheit funktionieren nicht mehr.

Der Sohn eines Pastors wurde von einem Mann missbraucht. Als er mit seiner Mutter sprach, war sie entsetzt, dass er von solchen unheiligen Dingen sprach. Sie hat seinen Mund mit Seife gewaschen.
Er wurde schon von einem Mann missbraucht und dann auch von seiner Mutter traumatisiert.

Viele Kinder werden missbraucht, deren Mütter entweder wegschauen oder das Kind direkt oder indirekt beschuldigen.

Es gibt auch Frauen, die Jungen Sex beibringen.

So viele Christen haben traumatische und verwirrende Erfahrungen hinter sich. Es gibt auch Frauen, die drogensüchtig sind und dann sich bekehren. Sie schämen sich, von ihren Erfahrungen in Prostitution zu sprechen.

Puritanische Gesetzlichkeit und schamhafte Prüderie funktionieren nicht mehr.


Traumatisierte Christen brauchen empathische Hilfe.

Eine junge Frau arbeitete in einer großen Gemeinde. Ein junger Mann, mit der sie im Dienst war, hat sie vergewaltigt. Die hat das Verbrechen mit einem Jugendpastor gemeldet, aber er sagte, er wollte von solchen unheiligen Sachen nichts hören.

Puritanische Gesetzlichkeit und schamhafte Prüderie funktionieren nicht mehr.Damit ist nicht gemeint, dass wir Sünde entschuldigen oder schönreden dürfen. Sex vor der Ehe ist immer noch Sünde.

Aber warum wird das Opfer so oft beschuldigt und nicht den Täter, besonders wenn der Täter ein äußerlich anständiger Mensch ist, oder vielleicht ein Elternteil oder Pastor? 

Die Pharisäer wollten nichts von Sünde wissen. Sie schauten auf Sünder herab, aber Jesus war der Freund der Sünder und behandelte Opfer als Opfer, nicht als böse Menschen.

Jesus begegnete einer Frau an einem Brunnen in Samaria.

Jesus sprach zu ihr: „Geh hin, ruf deinen Mann und komm her!“

Die Frau antwortete ihm: „Ich habe keinen Mann.“ Jesus sprach zu ihr: „Du hast richtig gesagt: ‚Ich habe keinen Mann.‘

Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; damit hast du Wahres gesagt.“
Joh 4,16–18 lut.heute

Diese Frau war fünfmal verheiratet. Ein Mann hatte das Recht, seiner Frau loszuwerden. 

Eine geschiedene Frau war nicht schuldig, sondern ein Opfer. Wer wollte eine fünfmal verheiratete Frau heiraten? Aber sie brauchte einen Mann, um sie zu versorgen, wenn sie keine Prostituierte sein wollte.

Jesus verstand die Klemme, in der eine abgelehnte Frau gefangen war.

Die Pharisäer wollten nichts von Sünde wissen. Sie schauten auf Sünder herab, aber Jesus war der Freund der Sünder und behandelte Opfer als Opfer, nicht als böse Menschen.

Puritanische Gesetzlichkeit und schamhafte Prüderie funktionieren nicht mehr. 

Heute sind die Homo-Ehe und das Gender-Mainstreaming heikle aktuelle Themen. Christen verkünden biblisch begründete Urteile, aber wo sehen wir Mitgefühl, wie es bei Jesus in der Bibel zu finden ist?

Dienstag, 14. Februar 2023

Gottes liebevolle Berührung

 Gott ist Liebe. Er will dich mit Liebe berühren. Gott berührt nicht nur unseren Geist und unsere Seele. Gott will auch deinen Leib mit Liebe berühren.

God's not dead,He is alive (3)
I can feel Him all over me.

Gott ist nicht tot, er ist lebendig (3)
Ich kann ihn überall in mir spüren.

I can feel Him in my hands
I can feel Him in my feet
I can feel Him in the Church
I can feel Him in the street

Ich kann Ihn in meinen Händen spüren
Ich kann Ihn in meinen Füßen spüren
Ich kann Ihn in der Kirche spüren
Ich kann Ihn auf der Straße spüren

I can feel Him in the air
I can feel Him everywhere
I can feel Him all over me.

Gott ist nicht tot, er ist lebendig (3)
Ich kann ihn überall in mir spüren.
Ich kann Ihn in meinen Händen spüren
Ich kann Ihn in meinen Füßen spüren
Ich kann Ihn in der Kirche spüren
Ich kann Ihn auf der Straße spüren
Ich kann Ihn in der Luft spüren
Ich kann Ihn überall spüren
Ich kann Ihn überall auf mir spüren.

Dieser Song war vor etwa 50 Jahren in der charismatischen Bewegung beliebt. Ist das biblisch korrekt?

Ich habe die Lehre gehört: Du bist ein Geist. Du hast eine Seele. Du wohnst in einem Körper.

Aber ist diese vereinfachte Lehre vielleicht nicht ganz richtig?

Was finden wir in der Bibel?

Ein Psalm Davids, als er in der Wüste Juda war. 

Gott, du bist mein Gott, den ich suche, meine Seele dürstet nach dir. Mein Leib schmachtet nach dir im dürren, lechzenden Land ohne Wasser. Psalm 63,1–2 ZB

Ist dein Leib nur eine irdische Struktur, wo dein Geist und deine Seele wohnen?

Wisst ihr nicht, dass eure Körper Glieder am Leib von Christus sind? Soll ich nun die Glieder nehmen, die Christus gehören, und daraus Glieder einer Hure machen? Niemals!

Ihr müsst doch wissen: Wer sich mit einer Hure einlässt, wird eins mit ihr! Denn in der Heiligen Schrift steht: »Die zwei sind eins, mit Leib und Seele.«
1. Korinther 6,15–16 BB


Gott ist Liebe. Er will dich mit Liebe berühren. Gott berührt nicht nur unseren Geist und unsere Seele. Gott will auch deinen Leib mit Liebe berühren.

Als die Jünger am ersten Pfingsttag mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, waren sie geistlich verwandelt. Sie zogen sich nicht mehr aus Angst zurück, sondern proklamierten Gottes Botschaft tollkühn.

Aber warum haben die Zuschauer gesagt, dass sie betrunken seien? Betrunkene Menschen stehen oft nicht auf festen Füßen. Sie schwankten. Gott hat ihre Körper berührt.

Über Jahrhunderte hinweg haben die Christen in den westlichen Ländern eine Art intellektuelle Religion entwickelt, in der der Glaube nur aus mentalen Überzeugungen besteht.

Wisst ihr das etwa nicht: Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes, der in euch wirkt. Gott hat ihn euch geschenkt! Nun gehört ihr nicht mehr euch selbst. 1. Korinther 6,19 BB

Viele Christen betrachten spürbare geistliche Erlebnisse mit Misstrauen oder sogar Angst.

Wenn du Jesus dein Leben übergibst, kommt Gott selbst zu dir und wohnt in dir, genau in dir.
„Gott in dir!“

Wenn das für dich nur ein theologischer Begriff ist und kein überwältigendes Erlebnis, dann ist etwas schrecklich schiefgegangen.

Für viele Christen ist der Heilige Geist nur ein theologischer Lehrsatz, leider.

Gott ist Liebe. Er will dich mit Liebe berühren. Gott berührt nicht nur unseren Geist und unsere Seele. Gott will auch deinen Leib mit Liebe berühren. Durch seine Berührung bekommst du Segen, Trost und Heilung.

Samstag, 11. Februar 2023

Gottes Mitgefühl für Opfer

Kinder spielen gerne. Im Sommer spielen sie im Wasser und im Winter spielen sie gerne im Schnee. 

Aber eine bestimmte russische Frau in Deutschland hasste den Schnee, weil sie ihre Kindheit in Sibirien verbrachte. Kälte macht Spaß, aber extreme Kälte ist eine Qual.

Nicht alle Menschen, die aus demselben Land stammen, reagieren auf dieselbe Weise. Ich kenne einen deutschen Mann in Australien, der die tropische Hitze liebt. Andere Europäer lieben Wintersport.

Es gibt echt ergebene Christen, die Jesus lieben, und in Gottesdiensten vom Herzen anbeten, aber es gibt auch Christen, die Jahrelang ihre religiöse Pflicht erfüllen, aber vor lauter Langweile kaum wach bleiben können.

Dann gibt es Christen, die als Kinder in der Kirche oder Schule brutal missbraucht wurden. Für sie ist die Anbetung eine Qual.

Manche werden Geisteskrank und erholen sich nie. Andere begehen Selbstmord und andere werden wütende Atheisten, oder suchen Frieden in Yoga, Buddhismus oder in der Esoterik.

Manche finden in Freikirchen oder der Pfingstbewegung ihren Weg zu Gott.

Normale Menschen haben einen Hunger nach zärtlicher körperlicher Berührung, aber wer gravierend gebrannt oder verletzt ist, kann Berührung nicht ertragen.

Wer in der Kirche drangsaliert, missbraucht oder erniedrigt wurde, kann Gottesdienste als bedrohlich empfinden, nicht nur in katholischen Kirchen, sondern auch in Freikirchen oder in der Charismatischen-Bewegung.

In den Psalmen lesen wir, dass wir Gott mit Ehrfurcht und Begeisterung loben und anbeten sollen, aber wird Gott eine verletzte Seele verurteilen, wenn jemand nur leise beten will?

Es gibt auch viele Leute, die in ihrer Kindheit oder in der Ehe sexualen Missbrauch erlebten. Sie taugen nicht mehr für die Ehe, aber sie haben trotzdem immer noch starke sexuelle Gefühle.

Wenn sie Gott gehorchen wollen, nicht fremd gehen, Ausschweifungen ablehnen, und nicht Schwul sein wollen, suchen sie vielleicht Zuflucht in Selbstbefriedigung. Sollen wir diesen Ausweg kritisieren, wenn in der Bibel kein Wort darüber zu finden ist?

Im irdischen Leben von Jesus sehen wir Gottes tiefes Mitgefühl für verletzte und abgelehnte Außenseiter. Paulus betont nicht das Gesetz, sondern die Gnade Gottes. 

Hoffentlich werden wir lernen, wie Jesus und Paulus unsere Mitmenschen und auch uns selbst mit Gottes Barmherzigkeit zu lieben.

Also gibt es jetzt für die, die zu Christus Jesus gehören, keine Verurteilung mehr. Römer 8,1 NLB

Dienstag, 24. Januar 2023

Gott greift ein, dich zu retten

 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott; ich stärke dich, ich helfe dir auch, ja, ich erhalte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit! Jesaja 41,10 SLT

Warum spricht Gott immer wieder in der Bibel von seiner Hand?

Manche Fachbücher erklären, dass Gottes Hand seine Kraft symbolisiert. Das ist wahr, aber wir müssen weiter suchen, um dieses Wort tiefer zu verstehen.

In der Bibel sehen wir immer wieder, dass Gott nicht ein ferner Gesetzgeber ist, sondern der persönliche Gott, der immer wieder in unser menschliches Leben eingreift. Gott spricht von seiner Hand, weil er handelt.

In 1. Mose lesen wir, dass die Welt durch das gesprochene Wort Gottes entstanden ist. Aber als Gott Adam und Eva schuf, hat Gott auf eine intime Weise gehandelt.

 Da bildete der HERR, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele. 1 Mose 2,7 ELB 2006

Da ließ der HERR, Gott, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch;

und der HERR, Gott, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau, und er brachte sie zum Menschen.
1 Mose 2,21–22 ELB 2006


Gott spricht von seiner Hand, weil er uns wissen lassen will, dass er immer wieder in unser Leben direkt eingreifen will. Manche fühlen sich dadurch eingeschüchtert. Die haben Angst vor einem Vater, der streng kontrolliert und oft prügelt.

Gott ist Liebe, aber Gott ist auch gerecht und wir müssen verstehen, dass Gott auch Strafe austeilt.

Gehe ich auch mitten durch Bedrängnis, du erhältst mich am Leben, dem Zorn meiner Feinde zum Trotz, du streckst deine Hand aus, und deine Rechte rettet mich.
Psalm 138,7 ZB

Gott greift ein, um seine treuen Kinder vor ihren Feinden zu retten. Gott hält seine und unsere Feinde im Zaum, und manchmal bestraft er sie.

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Johannes 3,16 ELB 2006

Jesus, der ewige Sohn Gottes, hatte seine Hände am Kreuz ausgestreckt. Seine Handgelenke waren durchbohrt, sodass der geliebte Sohn Gottes die Strafe für unsere Sünden auf sich nahm.

Wer glaubt und sein Leben Jesus anvertraut, hat Zugang zu Gottes rettende Gnade.

Gottes Hand hilft, rettet, heilt, segnet, tröstet, schützt und leitet.

Doch Jabez rief zum Gott Israels und sprach: Möchtest du mich segnen und mein Gebiet erweitern. 

Möchte deine Hand mit mir sein, dass du mich freimachst von Unheil und ich ohne Beschwerden bleibe. Und Gott erfüllte seine Bitte. 1. Chronik 4,10 EÜ

Freitag, 13. Januar 2023

Segne deine Feinde

 Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch beschimpfen! Lukas 6,28 EÜ

Das kann so hart sein. Stell dir vor, du wärst ein Opfer der Nazis in dem Krieg. Würdest du für die führenden Nazis beten?

Nach dem Krieg wurden manche der schlimmsten Nazi-Verbrecher von den Alliierten hingerichtet. 

Die zivilisierten Amerikaner haben gute deutschsprachige Kapläne als Seelsorger versehen.

Manche Nazis haben Buße getan und starben als vergebene Sünder.

Hitlers Außenminister, Von Ribbentrop, sprach kurz vor seiner Hinrichtung mit seiner Frau und flehte aus tiefstem Herzen, dass ihre Kinder christlich erzogen werden sollten.

Der erste christliche Märtyrer war der Diakon Stephanus, der von den ungläubigen jüdischen Leitern gesteinigt wurde.

Während sie ihn steinigten, betete Stephanus: »Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.«
Und kniend rief er: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Mit diesen Worten starb er.
Apostelgeschichte 7,59–60 NLB


Einer der verbissenen Verfolger von Stephanus war Saulus, ein fanatischer Pharisäer.

Gott beantwortete das Gebet des Stephanus auf erstaunliche Weise mit der Bekehrung und dem erstaunlichen Wirken des Saulus, der später als Apostel Paulus hervortrat.

Wenn wir für böse Menschen beten, werden nicht alle umkehren, aber wir wissen nie, wer durch unsere Gebete errettet wird.


Mittwoch, 11. Januar 2023

Verletzten Menschen Helfen

Im Neuen Testament lesen wir von vielen Menschen, die flüchtige Begegnungen mit Jesus hatten. Jesus heilte unzählige kranke und behinderte Menschen, aber als der Heilige Geist am ersten Pfingsttag auf die Jünger fiel, waren es nur 120 Jünger.

Die 120 Jünger verkündeten die frohe Botschaft von Jesus in verschiedenen nie gelernten Sprachen, und 3000 Juden aus verschiedenen Ländern bekehrten sich zu Jesus.

Aber so viele Juden in Israel waren gesegnet, befreit und geheilt worden. Von diesen Juden lesen wir hier kein Wort.

Johannes der Täufer war ein gesalbter Evangelist und ein großer Prophet. Alle in Israel hörten seine Botschaft.

Dann kam Jesus. Alle in Israel sahen seine Wunder oder erlebten selbst Heilung oder Befreiung.

Und ihr wisst auch, dass Gott Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat. Er zog umher, tat Gutes und heilte alle, die vom Teufel bedrängt waren, denn Gott war mit ihm. Apostelgeschichte 10,38 NLB

Was ist mit diesen unzähligen Menschen geschehen?

In Johannes Kapitel 8, wollten grausame Männer eine schuldige Frau wegen Ehebruch steinigen.

Was sagte Jesus?

Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Johannes 8,7 LU

Als sie das hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.

Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?
Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
Johannes 8,9–11 LU

Was ist mit dieser elenden Frau dann geschehen. Wer würde sie als Frau haben? Wer würde sie versorgen? Gab es damals Jobs für alleinstehende Frauen?

Wir wissen nicht, was mit dieser Frau geschah, aber als Christen in unserer Zeit sind wir von ähnlichen Situationen konfrontiert.

Wie können wir Frauen helfen, die aus häuslicher Gewalt, Prostitution, oder religiösem Mobbing aussteigen wollen?

Jesus hat vielen Menschen aus der Macht des Feindes befreit, aber das war für viele nur der erste Schritt in Gottes Prozess, ihr Leben wieder aufzubauen.

Das ist auch heute so. Wenn wir evangelisieren, Wunderheilungen vermitteln oder Opfer aus der Drogensucht, aus Bordellen oder grausamen Ehen befreien, ist unsere Aufgabe noch nicht beendet.

Jesus hat seine Kirche beauftragt, verwundete Schafe zu retten, aber das ist ein Prozess. Neu bekehrte Christen sind im geistlichen Bereich wie Babys. Sie brauchen Fürsorge und Liebe, und das nicht nur für ein paar Monate.

War der Heilungsdienst von Jesus vergebens? Nein. In den ersten Monaten und Jahren nach dem ersten Pfingsttag kamen zig Tausende Juden in Israel zum Glauben.

Sie hörten nicht auf, Gott zu loben, und waren bei den Leuten angesehen. Und jeden Tag fügte der Herr neue Menschen hinzu, die gerettet wurden. Apostelgeschichte 2,47 NLB

Meine Mutter hörte Billy Grahams Predigt als sie 37 Jahre alt war. Sie bekehrte sich erst 39 Jahre späte auf ihrem Sterbebett.

Ich sprach mit einer christlichen Frau in Deutschland, die einst Muslimin war. Sie erzählte, wie Jesus sie in einem Traum heimsuchte. Sie bekehrte sich zu Jesus, aber nicht sofort. Erst acht Jahre später wurde sich gläubig.

Jesus beauftragt uns nicht nur, Menschen zum Glauben zu führen.

Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und

lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.«
Matthäus 28,19–20 NLB

Verletzte Schafe und neu bekehrte Christen brauchen Lehre, aber bitte mit Sanftmut, Liebe und Respekt.

Freitag, 6. Januar 2023

Gott behütet seine Kinder

 Ich bin jetzt 73 Jahre alt, im Ruhestand und bei klarem Verstand. Vor fast 50 Jahren war das bei mir noch ganz anders. Ich war ein sehr unreifer junger Mann, der wegen Depression einen Psychiater besuchte.

Mitten in einer psychischen Krise wurde ich Christ. Diese neue Beziehung zu Gott war eine wunderbare Erfahrung, aber ich war immer noch sehr wackelig.

Seit vielen Jahren bin ich in Gemeinschaft mit guten Christen in guten Gemeinden, aber meine erste Gemeinde war eine Katastrophe, eine ziemlich fanatische Sekte.

Ich wurde exkommuniziert und brauchte ein ganzes Jahr intensive Betreuung in einer guten Klinik. Der Rückweg zum normalen Leben war schwierig. Ich erlebte Gottes Trost und Heilung, aber mein Leben wurde nicht in ein paar Wochen wieder hergestellt.

Vor meinem Nervenzusammenbruch hatte ich von der Uni mit einem guten Diplom absolviert. Ich habe mich entschieden, wieder zu studieren, um Lehrer zu sein.

Dann suchte ich Arbeit, aber das war ein Problem, weil ich immer noch verunsichert und depressiv war.

In den Sommerferien hatte ich einmal Zeitarbeit. Ich habe Kinder betreut und Freizeitaktivitäten organisiert. Eines Tages besuchten wir den Strand. 

Das war total blöd, denn es war 42 Grad im Schatten. Dann erkannte ich meinen Fehler. Ich betete für die Kinder, und Gott hat ein Wunder gemacht. Ich sah keine Spur von Sonnenbrand.

Der HERR wacht über dich. Der HERR ist dein Schutz, er spendet Schatten an deiner Seite. 

Am Tag wird dir die Sonne nicht schaden und der Mond nicht in der Nacht. Psalm 121,5–6 BB

Der Herr liebt und behütet seine Kinder, auch wenn sich nicht ganz richtig ticke
n.

Montag, 2. Januar 2023

Gott wird alles umgestalten.

 Als Jesus in Israel erschien, war er der Retter für viele. Prostituierte wurden von ihren Qualen und ihrer Schande befreit. Leprakranken wurden geheilt, und die Blinden konnten wieder sehen.

Aber durch die Gegenwart von Gottes Sohn sind auch viele Prominente gescheitert.  

Die offizielle Leiterschaft der jüdischen Religion hatten keinen Bock auf Gottes Sohn. Die selbstgerechten Pharisäer und Hohen Priester wurden von Gott beseitigt. Gleichzeitig richtete Gott eine neue Leiterschaft auf.

Gelehrte Rabbiner und Priester gingen in die Irre und Gott ernannte unbekannte Fischer als Apostel.

Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – Lukas 2,34

Die offiziellen Führungskräfte der jüdischen Religion waren auf Abwege gegangen. Gott musste eine neue Ordnung etablieren.

Als Jesus sein Leben am Kreuz hingab, haben religiöse Leiter gespottet, aber ein römischer Soldat hat geglaubt.

Dann hat Gott alles umgestaltet. Vor dem Kreuz durften Nichtjuden zu Gott kommen, aber sie mussten sich den Gesetzen unterwerfen, die Gott durch Mose gab. Die mussten adoptierte Juden werden.

Nach dem Kreuz konnten auch Nichtjuden durch Glaube an Jesus errettet werden. Juden konnten nicht durch Mose errettet werden. Sie mussten Jesus als Gottes Sohn vertrauen.

Bevor Jesus erschien, hatten die Juden ihren Messias erwartet, aber sie konnten sich nicht vorstellen, dass Gott alles so völlig umgestalten würde.

Im Jahre 2023 beten viele Christen für eine gewaltige weltweite Bewegung des Heiligen Geistes, aber wir können uns nicht vorstellen, wie Gottes neue Ordnung aussehen wird.

Die mächtige Manifestation des Heiligen Geistes in diesen letzten Tagen wird die Ordnung in dieser Welt tief erschüttern, aber nicht nur die Ordnung in der Welt, sondern auch die herkömmliche Ordnung in der christlichen Religion.


Durch die mächtige Kraft, die in uns wirkt, kann Gott unendlich viel mehr tun, als wir je bitten oder auch nur hoffen würden. Epheser 3,20 NLB

Hoffst du auf eine wunderbare Erweckung? Gott wird deine kühnsten Träume weit übertreffen, aber Gott wird auch oft ganz anders eingreifen, als du erwartest.


»Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken«, sagt der HERR, »und meine Wege sind nicht eure Wege.

Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.
Jesaja 55,8–9 NLB

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Warum heilte Jesus?

Warum heilte Jesus?

Waren die Wunderheilungen Zeichen von Gott, dass Jesus der längst erwartete Messias war? 

Sicher.

Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind.

Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen. Johannes 20,30–31 SLT

Jesus tat viele Wunder. Johannes nennt sie Zeichen, aber auch Werke.

Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht aus mir selbst; und der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke.

Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen!

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe.
Johannes 14,10–12 SLT


Diese Wunder waren Werke, die als Zeichen dafür dienen sollten, dass Jesus der Messias ist. Diese Wunder sollten auch von seinen Jüngern vollbracht werden, als Zeichen dafür, dass Jesus durch sie wirkt.

Aber von welchen Jüngern sind hier die Rede? Nur die ersten Apostel, mit denen Jesus in diesem Text sprach?

Stephanus war einer der ersten Diakonen, und kein Apostel.

Und Stephanus, voll Glauben und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Apostelgeschichte 6,8 SLT

Stephanus war kein Apostel, aber er war als Diakon ein ordinierter Prediger. Dürfen also nur Pastoren einen Heilungsdienst haben?

Ist jemand von euch krank? Er soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen lassen; und sie sollen für ihn beten und ihn dabei mit Öl salben im Namen des Herrn.

Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, so wird ihm vergeben werden.
Jakobus 5,14–15 SLT

Nicht nur Apostel und Pastoren dürfen mit Wunderheilungen dienen, sondern auch Ältesten. Ich sehe ich auch keinen Hinweis, dass dieser Dienst nur für das erste Jahrhundert bestimmt war.

Aber sollten nur Christen in Leiterschaft Wunderheilungen bewirken?

Als Paulus blind war, hat Gott einen Christen in Damaskus beauftragt, seine Sehkraft wiederherzustellen.

Da ging Ananias hin und trat in das Haus; und er legte ihm die Hände auf und sprach: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf der Straße, die du herkamst, damit du wieder sehend wirst und erfüllt wirst mit dem Heiligen Geist! Apostelgeschichte 9,17 SLT

Anannias war ein gehorsamer Jünger, aber die Bibel sagte nicht, dass er ein Amt in der Gemeinde hatte.

In seinem ersten Korintherbrief schreibt Paulus von übernatürlichen Geistesgaben. Unter diesen sehen wir Heilungen und das Wirken von Wundern.

Dem einen schenkt er einen besonders großen Glauben, dem anderen die Gabe, Kranke zu heilen – das alles bewirkt der eine Geist.
Dem einen Menschen verleiht er Kräfte, dass er Wunder tun kann, …
1. Korinther 12,9–10 NLB


Diese Gaben sind für Gemeindemitglieder bestimmt. Paulus schreibt kein Wort hier von ordinierten Predigern, auch kein Wort, dass Frauen ausgeschlossen sein sollen.

Manche Christen werden einwenden, dass charismatische Geistesgaben nur für eine befristete Zeit gegeben wurden.

Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise;
wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden.
1. Korinther 13,9–10 ELB

Was ist das Vollkommene? Die Veröffentlichung des Neuen Testaments? Nein. In den meisten nicht charismatischen Bibelkommentaren wird diese Theorie nicht einmal erwähnt.

Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin. 1. Korinther 13,12 ELB

Die besten Bibelexperten, die Das Neue Testament vielleicht auswendig gelernt haben, selbst diese Christen erkennen Gott selbst nur wenig im Vergleich zu Gottes Erkenntnis von uns.

Warum heilte Jesus? Um Menschen zum Glauben und zur Errettung zu bringen? Sicher, aber nicht nur deswegen.

Und als er hinausging, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Schwachen.
Mt 14,14  ELB

Das Leiden der Kranken erregte so ein Mitgefühl in Jesus, dass ihm der Magen umdrehte. Gott ist Liebe. Ist seine Liebe irgendwie seitdem anders geworden??


Dienstag, 20. Dezember 2022

Bitte kein Mobbing unter Christen

 Vor zwei Jahren brauchte ich dringend eine Operation, um eine blockierte Halsschlagader zu entstauen. Es ging um Leben und Tod.

Es gibt Gesundheitsfreaks, die keinen Bock auf Medikamente oder Operationen haben. Manche gedeihen mit einer gesunden Ernährung, regelmäßiger Entspannung und körperlicher Bewegung. 

Dennoch werden auch gesunde Menschen manchmal von lebensbedrohlichen Krankheiten befallen. 

Man braucht keine OP bis man eine OP braucht.

Aber stell dir vor, du hast einen Hausarzt, der für jedes Problem eine Lösung hat, eine Operation? 

Viele seiner Patienten würden sterben.

Einst war ich in einer Gemeinde, wo fast jede Predigt eine bedrohliche Ermahnung war. 

Wer Probleme hatte, sollte intensive Seelsorge mit zwei Pastoren bekommen. Man musste unbedingt die Anweisungen dieser Pastoren gehorchen.

Wer eine andere Meinung als der Pastor äußerte, wurde exkommuniziert. Die Pastoren haben sich selbst als heilige Männer Gottes dargestellt. Was sie sagten, war angeblich von Gott selbst.

Wir brauchen manchmal einen Chirurgen. Wir brauchen auch manchmal Evangelisten und Gastprediger, die von Heiligkeit und Gehorsam scharf reden. Wenn viele Christen in Pornosucht verstrickt sind, braucht man manchmal eine Warnung.

Das Wort Pastor bedeutet Hirte. Aber Pastoren und Ältesten müssen wie gute Hausärzte sein, die ermutigen und helfen. Ein guter Hirte bestraft seine Schafe nicht mit harten Schlägen.

Ein Prediger oder Leiter, der mit Einschüchterung herrscht, hat kein Recht, Autorität auszuüben.

Paulus gründete die Kirche in Korinth, aber später tauchten selbsternannte Prediger auf, die auf autoritäre Weise herrschten. Paulus sagte, dass man solchen Predigern nicht gehorchen soll.

Ihr ertragt es ja, wenn jemand euch versklavt, wenn jemand euch aufzehrt, wenn jemand euch einfängt, wenn jemand sich überhebt, wenn jemand euch ins Gesicht schlägt. 2. Korinther 11,20 SLT

Sollen wir dann alle Autorität und alle Leiterschaft verachten, wie manche eigensinnigen Christen?

Paulus lehrte gegenseitige Unterordnung.

Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus. Epheser 5,21 HfA

Christen sollen Pastoren respektieren und ernst nehmen, aber Pastoren müssen auch alle Christen respektieren und ernst nehmen.

Was sagte Jesus dazu?

Lasst euch niemals ›Rabbi‹ nennen. Ihr habt nur einen Meister, und ihr alle seid gleich, wie Brüder und Schwestern.

Und bezeichnet niemanden hier auf der Erde als ›Vater‹, denn nur Gott im Himmel ist euer geistlicher Vater.

Lasst euch auch nicht ›Lehrer‹ nennen, denn es gibt nur einen Lehrer, und das ist der Christus. 

Der Größte unter euch muss den anderen dienen. Matthäus 23,8–11 NLB

Gemeinden werden oft von arroganter Leiterschaft verdorben, aber Streit, Rebellion und Eigensinn sind keine Lösung. Wenn Leiter mit Einschüchterung und Mobbing herrschen, darfst du dich  entfernen. Geh einfach, wenn du kannst.

Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?
Matthäus 7,15–16 SLT

Jesus warnt nicht nur gegen Ketzer mit unbiblischen Lehrsätzen, sondern auch gegen Prediger, die ohne Liebe und Demut herrschen, auch wenn ihre Lehre korrekt ist.

Christliche Gemeinschaften brauchen Ordnung und Respekt, aber wo es Mobbing und Streit gibt, wird der Leib Christi wie ein kranker Mensch mit einer Autoimmunkrankheit. Der Leib verzehrt sich selbst.

Montag, 19. Dezember 2022

Sünde und Gnade

 Wer an Jesus als seinen Herrn und Retter vertraut, gehört zu Gottes himmlischer Familie

Paulus schildert diese Familie als den Leib Christi. Jesus ist das Haupt und wir sind die Körperteile. Zusammen sind wir ein Leib.

Wir wissen, dass unsere sterblichen Körper nicht immer gesund sind. Wenn Christen sündhaft leben, ist der Leib Christi krank. Zum Beispiel, wenn viele Christen Pornosüchtig werden, ist diese Sucht wie eine Epidemie.

Paulus musste christliche Männer in seinem ersten Korintherbrief zurechtweisen, weil manche Männer auch nach ihrer Bekehrung Prostituierte besuchten.

Wisst ihr denn nicht, dass eure Körper zum Leib von Christus gehören? Darf da ein Mann seinen Körper, der doch Christus gehört, mit dem einer Prostituierten vereinigen? Niemals!

Oder wisst ihr nicht, dass ein Mann, der mit einer Prostituierten verkehrt, mit ihr eins wird? Denn in der Schrift heißt es: »Die beiden werden zu einer Einheit.«

Wer aber dem Herrn gehört, ist ein Geist mit ihm.
1. Korinther 6,15–17 NLB

Es ist merkwürdig, dass Paulus diese Männer nicht mit Exkommunikation bedroht.

Nur ein Mann in der Gemeinde sollte exkommuniziert werden. Der war in einer sexuellen Beziehung mit seiner Stiefmutter, und wollte nicht Buße tun.

Es gibt Gemeinden, wo alles toleriert wird, und andere Gemeinden, wo viele Sünden mit Exkommunikation bestraft werden. Beide sind auf dem Holzweg.

Wo die Sünde nicht ernst genommen ist, werden allerlei Sünden die Gemeinde verderben und Gottes Gnade außer Kraft setzen.

In diesem Brief hat Paulus nichts von Pastoren oder Ältesten geschrieben. Die Gemeinde sollte sich gemeinsam mit der Sünde auseinandersetzen.

Es gibt Gemeinden, wo die Pastoren oder Ältesten wie Diktatoren herrschen. Sie herrschen mit Einschüchterung, Bedrohung und harten Strafen. Paulus hatte keinen Bock auf diese Art Leiterschaft

In seinem zweiten Korintherbrief schrieb Paulus, die Christen sollten sich gegen diese Art Prediger wehren. Sie sollten sich nicht bedingungslos unterwerfen.

Ihr nehmt es hin, wenn sie euch zu ihren Sklaven machen, euch alles wegnehmen, was ihr besitzt, und euch übervorteilen, wenn sie vornehm tun und euch ins Gesicht schlagen. 2. Korinther 11,20 NLB

Wie sollen wir reagieren, wenn jemand in unserer Gemeinde oder christlicher Bekanntschaft sündigt?

Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst! Galater 6,1 SLT

Es gibt gefährliche Situationen, wo wir entschlossen eingreifen müssen. Eine weise Pastorin hat gewarnt, wenn jemand in der Gemeinde Kinder missbraucht, rufe ich ohne weiteres die Polizei.

Andererseits gibt es Gemeinden, wo Zigaretten verboten sind. Christen, die rauchen werden exkommuniziert. Das ist grausam.

Ich habe ein wunderbares Zeugnis von einer jungen Engländerin gehört. Ihre Eltern waren hingegebene Christen, aber sie war als Teenager ein rebellisches Party-Girl

Als ihr Vater am Sterben war, besuchte sie ihre Eltern. Als ihr Vater starb, wurde er mit Gottes Herrlichkeit beleuchtet. Sie war tief beeindruckt und bekehrte sich.

Sie entwickelte eine süße Beziehung mit Jesus, aber sie wurde nicht streng religiös. Sie saß oft im Garten und hielt freundliche Gespräche mit Jesus. Das störte ihre Gemeinschaft mit Jesus keineswegs, wenn sie eine Zigarette rauchte.

Eines Tages sagte Jesus, „Du brauchst diese Zigaretten nicht mehr.“ Sie rauchte nicht mehr.

Wir müssen Sünde ernst nehmen, aber wir müssen Gott vertrauen, seine Kinder zu erziehen und heiligen.

Samstag, 17. Dezember 2022

Entfremdungen zwischen Christen

 Es gibt so viele Missverständnisse und Entfremdungen zwischen Christen.

Ein amerikanischer Prediger hat eine Vision bekommen, indem christliche Soldaten von beiden Seiten des amerikanischen Bürgerkriegs zu Jesus kamen. 

Sie zeigten Jesus ihre Schwerter, und wischten das Blut ihrer Feinde von den Klingen. Sie glaubten an Jesus, und sie hatten ihre Glaubensbrüder geschlachtet.

Es gibt Katholiken, die Jesus lieben, und es gibt Christen in Landeskirchen und Freikirchen, die Jesus lieben.

Vielen Katholiken wurde beigebracht, dass alle Protestanten Ketzer sind, die auf dem Weg zur Hölle sind. Nicht wenige Protestanten verurteilen alle Katholiken auf dieselbe Weise.

Auf beiden Seiten gibt es einige Bibellehrer, die behaupten, dass alle ihre Lehren fehlerfrei sind und dass alle Andersdenkenden Ungläubige und Verdammte sind.

Wenn wir die christliche Geschichte studieren, sehen wir, dass sich Christen verschiedener Konfessionen nicht nur missverstanden, sondern nicht selten gehasst oder abgeschlachtet haben.

Nicht nur die Katholiken, sondern auch Luther und Zwingli haben Wiedertäufer sehr grausam verfolgt.

Wir missverstehen Jesus oft total. Jesus hat nie gesagt, dass man in Gottes Himmel kommt, wenn man theologisch korrekt ist.

Für Paulus war Theologie sehr wichtig, aber Paulus schrieb auch nie, dass nur theologisch korrekte Denker eine Eintrittskarte in Gottes Reich haben.

Gerecht gemacht also aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Römer 5,1–2 EÜ

Eine wunderschöne Veranschaulichung dieser Wahrheit finden wir in der Geschichte von Jesus Tod am Kreuz.

Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns!

Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.

Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!

Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Lukas 23,39–43 EÜ

Der sterbende Verbrecher hatte keine Ahnung von Theologie. Er war wahrscheinlich kein frommer Jude, der mit der Heiligen Schrift vertraut war, aber er erlebte eine persönliche Begegnung mit Jesus, mit der Liebe des Sohnes Gottes.

Wenn du eine persönliche Begegnung mit Jesus hast, und ihm dein ganzes Leben anvertraust, hast du schon die freie Gebe des Ewigen Lebens empfangen.

Jesus verspricht dir, was er einst in der Bibel sagte:

Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
Johannes 11,25–26 EÜ

Mit dieser Begegnung und mit dieser Entscheidung, hast du einen neuen Anfang im Leben, aber das ist nur der Anfang.

Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger,

und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!
Johannes 8,31–32 SLT